Studie, Lernen

Studie: Lesen und Lernen senkt Alzheimer-Risiko um 38 Prozent

20.02.2026 - 01:39:12 | boerse-global.de

Eine Langzeitstudie belegt, dass kontinuierliche geistige Aktivität das Demenzrisiko um 38 Prozent reduziert und den Ausbruch um bis zu sechs Jahre verzögern kann.

Eine neue US-Studie belegt: Wer lebenslang liest, schreibt und lernt, erkrankt seltener an Demenz. Die Diagnose lässt sich um bis zu sechs Jahre verzögern.

Die Untersuchung des Rush University Medical Center in Chicago liefert handfeste Zahlen. Fast 2.000 ältere Erwachsene nahmen teil. Das Ergebnis: Menschen mit hoher geistiger Aktivität über ihr gesamtes Leben hatten ein um 38 Prozent geringeres Alzheimer-Risiko als die weniger Aktiven.

Das Gehirn baut sich einen Schutzschild auf

Wissenschaftler erklären den Effekt mit der „kognitiven Reserve“. Jede Herausforderung – ob anspruchsvolles Buch oder kniffliges Rätsel – stärkt die neuronalen Netzwerke. Das Gehirn bildet neue Verbindungen zwischen den Zellen.

Dieses dichte Netz wirkt wie ein Schutzschild. Selbst wenn die Alzheimer-typischen Proteinablagerungen auftreten, kann das Gehirn über alternative Wege weiterarbeiten. Bei der Autopsie zeigte sich: Verstorbene mit hoher kognitiver Reserve wiesen oft massive Schäden auf, hatten aber zu Lebzeiten kaum Symptome gezeigt.

Sechs Jahre mehr geistige Gesundheit

Die Studie, veröffentlicht im Fachblatt „Neurology“, macht den Gewinn konkret. Die geistig aktivste Gruppe erkrankte erst mit durchschnittlich 94 Jahren. Bei den am wenigsten Aktiven erfolgte die Diagnose schon mit 88.

Das sind sechs zusätzliche Jahre geistiger Gesundheit. Entscheidend sind einfache, aber regelmäßige Gewohnheiten: Bücher lesen, Tagebuch schreiben, Museen besuchen oder ein Instrument lernen. Die Kontinuität über das ganze Leben hinweg ist der Schlüssel.

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Prävention ist mehr als nur Gehirnjogging

Experten betonen: Demenzvorbeugung ist vielschichtig. Neben der geistigen Stimulation zählen auch andere Faktoren. Regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung des Gehirns. Eine gesunde Ernährung und soziale Kontakte sind ebenfalls wichtig.

Auch die Kontrolle von Bluthochdruck und Diabetes senkt das Risiko. Das Gehirn funktioniert wie ein Muskel – es braucht regelmäßiges Training in allen Lebensbereichen, um fit zu bleiben.

Die Studie unterstreicht eine klare Botschaft für die öffentliche Gesundheit. Während die Forschung nach Medikamenten sucht, hat jeder Einzelne wirksame Präventionswerkzeuge zur Hand. Wer heute zu einem Buch greift, investiert in seine geistige Fitness von morgen.

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