Studie entlarvt Frühjahrsmüdigkeit als Mythos
16.03.2026 - 00:00:25 | boerse-global.deEine neue Studie stellt die Frühjahrsmüdigkeit als biologisches Phänomen infrage. Forschende der Universität Basel und des Inselspitals Bern fanden keinerlei wissenschaftliche Belege für die saisonale Erschöpfung. Stattdessen handele es sich um ein kulturelles Konstrukt, so das im „Journal of Sleep Research“ veröffentlichte Ergebnis.
Keine Spur von saisonaler Erschöpfung in den Daten
Das Team um Schlafforscherin Christine Blume befragte über ein Jahr hinweg 418 Personen zu Schlaf und Energielevel. Fast die Hälfte gab zu Beginn an, unter Frühjahrsmüdigkeit zu leiden. Die Auswertung zeigte jedoch Überraschendes: In den Daten fanden sich keine saisonalen Spitzenwerte für Müdigkeit. Weder die länger werdenden Tage noch steigende Temperaturen hatten einen messbaren Effekt auf das Befinden.
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„Es fehlt jeglicher empirischer Beleg für ein biologisches Syndrom“, folgern die Studienautoren. Die Geschwindigkeit des Tageslichtwechsels stehe in keinem Zusammenhang mit gesteigerter Erschöpfung.
Der Nocebo-Effekt macht uns müde
Wenn die Biologie nicht schuld ist, warum fühlen sich dann so viele Menschen schlapp? Die Erklärung der Wissenschaftler liegt in der Psychologie. Demnach sorgt der sogenannte Nocebo-Effekt für die Symptome. Allein die negative Erwartung, im Frühjahr müde zu sein, lässt Menschen normale Energieschwankungen fehlinterpretieren.
Dieser Effekt ist kulturell geprägt. Im deutschsprachigen Raum ist der Begriff tief verankert – anders als im Englischen. Dort kennt man das „Spring Fever“, das mit mehr Vitalität und Tatendrang verbunden wird.
Alte Hormon-Theorien widerlegt
Die Studie räumt auch mit einem lange gepflegten biologischen Erklärungsmodell auf. Bisher hieß es oft, ein im Winter angestautes Schlafhormon Melatonin müsse im Frühjahr mühsam abgebaut werden. Diesen „hormonellen Mini-Jetlag“ bezeichnen die Forschenden nun als physiologisch unmöglich.
Analysen zeigen: Melatonin wird nur nachts aus Serotonin gebildet. Eine monatelange Speicherung gibt es nicht. Der Hormonhaushalt folgt einem 24-Stunden-Rhythmus, nicht einer saisonalen Dynamik. Die Anpassung an den Frühling geschieht viel schneller, als der Mythos suggeriert.
Wann Müdigkeit ein Warnsignal ist
Die Forschenden nehmen Beschwerden ernst – und warnen vor Verharmlosung. Anhaltende Erschöpfung, die trotz ausreichend Schlaf bleibt, ist nie normal. Sie kann auf ernste Probleme wie Eisenmangel, Schilddrüsenstörungen oder depressive Verstimmungen hinweisen.
Bei anhaltender Energielosigkeit raten Experten zum Arztbesuch. Für das allgemeine Wohlbefinden bei Wetterumschwüngen empfehlen sie stattdessen Bewegung an der Luft, viel Tageslicht und eine regelmäßige Schlafroutine.
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Ein Paradigmenwechsel für die Gesundheitskommunikation
Die Ergebnisse markieren einen Wendepunkt. Die pauschale Zuschreibung von Antriebslosigkeit zum Frühlingswetter hält einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand. Das hat Konsequenzen.
Psychologen weisen darauf hin, wie stark gesellschaftliche Narrative unsere Körperwahrnehmung beeinflussen. Jährliche Medienberichte über die „Frühjahrsmüdigkeit“ konditionieren Menschen auf genau diese Symptome. Künftig benötigt es eine differenziertere Aufklärung durch Ärzte und Krankenkassen.
Chance auf einen unbeschwerteren Frühling
Für die Bevölkerung bietet die Entlarvung des Mythos eine große Chance. Ohne die Erwartung einer unausweichlichen Müdigkeit könnte der Saisonwechsel aktiver und positiver erlebt werden. Gesundheitsexperten hoffen, dass sich der Fokus künftig auf die vitalisierende Wirkung von Licht und Natur richtet.
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