Studie, Chronischer

Studie: Chronischer Stress verdoppelt sich in Deutschland

23.02.2026 - 05:39:11 | boerse-global.de

Deutschlands größte Gesundheitsstudie zeigt einen massiven Anstieg von Stress und psychischen Symptomen. Chronische Belastung erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und schwächt das Immunsystem.

Eine neue Studie zeigt: Der Anteil gestresster Menschen hat sich mehr als verdoppelt. Die Langzeitfolgen für den Körper sind gravierend.

Die NAKO-Gesundheitsstudie, Deutschlands größte Langzeituntersuchung, liefert alarmierende Zahlen. Forscher des Helmholtz Zentrums München werteten Daten von fast 80.000 Erwachsenen aus. Das Ergebnis: Der Anteil der Menschen mit moderatem bis starkem Stress stieg von 4,1 auf 10,2 Prozent.

Stress, Angst, Depression: Die dreifache Belastung

Die Studie vergleicht Werte aus der Zeit vor 2020 mit Daten bis Ende 2022. Sie zeigt einen deutlichen Anstieg nicht nur bei Stress, sondern auch bei psychischen Begleitsymptomen. Depressive Symptome nahmen von 5,9 auf 9,7 Prozent zu. Angstsymptome stiegen von 3,9 auf 6,2 Prozent.

Besonders betroffen sind Frauen und Erwachsene unter 40 Jahren. Professorin Annette Peters, Direktorin des Instituts für Epidemiologie bei Helmholtz Munich, warnt: Diese Belastungen sind keine kurzfristigen Phänomene mehr. Sie haben sich tief in der Gesellschaft verankert.

Der Körper im Dauer-Alarmzustand

Stress ist eigentlich eine überlebenswichtige Reaktion. In Gefahrensituationen schüttet der Körper Hormone wie Adrenalin und Cortisol aus. Herzschlag und Blutdruck steigen, die Sinne werden schärfer.

Doch was passiert, wenn dieser Alarmzustand nicht mehr endet? Bei chronischem Stress bleibt der Cortisolspiegel dauerhaft erhöht. Diese hormonelle Dauerflut wirkt toxisch auf den Organismus. Sie schädigt systematisch verschiedene Organsysteme – oft jahrelang unbemerkt.

Herz unter Druck: Das Risiko steigt

Das Herz-Kreislauf-System gehört zu den Hauptleidtragenden. Chronischer Bluthochdruck schädigt die Innenwände der Arterien. An diesen Mikroverletzungen lagern sich leichter Ablagerungen an. Die Arterienverkalkung beschleunigt sich massiv.

Die Folge: Das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle steigt dramatisch. Kardiologen sehen in Dauerstress einen der größten vermeidbaren Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Immunsystem im Leerlauf

Während akuter Stress die Abwehrkräfte kurzfristig mobilisiert, wirkt chronischer Stress genau gegenteilig. Das dauerhaft erhöhte Cortisol unterdrückt die Produktion von weißen Blutkörperchen.

Immunologen beobachten eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen. Zudem begünstigt die Fehlregulation stille, chronische Entzündungsprozesse. Diese gelten als Treiber für Autoimmunerkrankungen und rheumatische Beschwerden.

Magen, Darm und Stoffwechsel in Aufruhr

Über die Darm-Hirn-Achse ist der Verdauungstrakt eng mit dem Nervensystem verbunden. Unter Stress drosselt der Körper die Durchblutung der Verdauungsorgane. Häufige Folgen sind Sodbrennen, Magengeschwüre oder das Reizdarmsyndrom.

Auch der Stoffwechsel gerät aus dem Takt. Cortisol sorgt für die Freisetzung von Glukose ins Blut. Wird diese Energie nicht verbraucht, muss die Bauchspeicheldrüse vermehrt Insulin produzieren. Dieser Teufelskreis kann zu Insulinresistenz und Diabetes Typ 2 führen.

Ein Milliardenproblem für die Wirtschaft

Die NAKO-Studie bestätigt einen Trend, den andere Untersuchungen bereits angedeutet hatten. Der TK-Stressreport zeigte Ende 2025, dass sich zwei Drittel der Menschen in Deutschland häufig gestresst fühlen.

Die volkswirtschaftlichen Folgen sind enorm. Ausfälle durch psychische Erkrankungen und sogenannter Präsentismus – das Arbeiten trotz Krankheit – kosten Milliarden. Die Studie zeigt: Individuelle Bewältigungsstrategien allein reichen nicht mehr aus. Strukturelle Überlastungen in Arbeitswelt und Alltag treiben die Gesundheitskrise.

Prävention wird zum Imperativ

Angesichts der erdrückenden Beweislage fordern Mediziner rasches Handeln. Notwendig sind dauerhafte, niedrigschwellige Angebote zur Förderung der mentalen und physischen Gesundheit. Nur so lassen sich die langfristigen Folgen der Stresswelle abmildern.

Unternehmen und Gesundheitspolitik müssen stärker in Prävention investieren. Dazu gehören die Reduzierung von Stressoren am Arbeitsplatz und die Vermittlung von Entspannungstechniken. Für den Einzelnen bleiben Bewegung, ausreichend Schlaf und klare Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit die wirksamsten Schutzfaktoren.

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