Studie, Multitasking

Studie belegt: Multitasking ist biologisch unmöglich

17.03.2026 - 00:00:23 | boerse-global.de

Eine neue Studie widerlegt die Fähigkeit zum echten Multitasking und zeigt, dass das Gehirn nur zwischen Aufgaben wechselt. Dies führt zu Produktivitätsverlusten und erhöht die Bedeutung von fokussierter Arbeit.

Studie belegt: Multitasking ist biologisch unmöglich - Foto: über boerse-global.de
Studie belegt: Multitasking ist biologisch unmöglich - Foto: über boerse-global.de

Eine aktuelle Studie widerlegt den Mythos vom effizienten Multitasking endgültig. Forscher der Universitäten Halle-Wittenberg, Hagen und der Medical School Hamburg zeigen: Das Gehirn kann komplexe Aufgaben nicht parallel bearbeiten, sondern nur rasant zwischen ihnen hin- und herspringen.

Der wissenschaftliche Todesstoß für Multitasking

Lange galt die Fähigkeit, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, als erstrebenswert im Büroalltag. Die jetzt im "Quarterly Journal of Experimental Psychology" veröffentlichte Studie räumt mit diesem Glauben auf. In Experimenten über bis zu zwölf Tage mussten Probanden visuelle und auditive Aufgaben parallel lösen.

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Das Ergebnis ist eindeutig. Selbst nach intensivem Training ist das menschliche Gehirn nicht zu echter Parallelverarbeitung fähig. "Die Daten widerlegen die These des 'virtually perfect time sharing'", erklärt Professor Torsten Schubert von der MLU Halle-Wittenberg. Statt Aufgaben gleichzeitig zu erledigen, wechselt das Gehirn nur schnell hin und her.

Professor Roman Liepelt von der FernUni Hagen warnt vor den Folgen: Dieses ständige Umschalten führt zu kognitiven Engpässen. Schon kleinste unvorhergesehene Änderungen lassen die Fehlerquote in die Höhe schnellen.

Deep Work wird zur Überlebensstrategie

Angesichts dieser biologischen Grenze gewinnt das Konzept "Deep Work" massiv an Bedeutung. Der von Informatiker Cal Newport geprägte Begriff beschreibt Phasen hochkonzentrierter, ablenkungsfreier Arbeit. Der Kontrast zur heutigen Bürorealität könnte größer nicht sein.

Experten schätzen, dass der ständige Wechsel zwischen Kommunikationskanälen bis zu 40 Prozent der täglichen Produktivität killt. Die zunehmende Nutzung von KI-Tools verschärft das Problem noch. Eine Studie von BCG warnt bereits vor "AI Brain Fry" – einer kognitiven Überlastung durch simultane KI-Nutzung.

Die Antwort der Produktivitätsexperten ist klar: Rückkehr zum Monotasking. Nur tiefe Konzentration ermöglicht es dem Gehirn, sein volles Potenzial auszuschöpfen.

So schaffen Sie Raum für echte Konzentration

Deep Work im Arbeitsalltag verankern – das erfordert mehr als guten Willen. Es braucht strukturelle Veränderungen. Die bewährteste Methode: feste Fokuszeiten oder Zeitblöcke. Dabei arbeiten Sie 25 bis 90 Minuten ununterbrochen an einer Aufgabe. Push-Benachrichtigungen, E-Mail-Programme und Messenger sind in dieser Zeit tabu.

Unternehmen stehen in der Pflicht, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Das reicht von Konzentrationsräumen in Großraumbüros bis zu verbindlichen Kommunikationsregeln. Führungskräfte müssen als Vorbilder agieren und ihren Teams den nötigen Freiraum gewähren.

Es geht nicht mehr darum, wer am schnellsten auf eine Chat-Nachricht reagiert. Sondern darum, wer die substanziellsten Ergebnisse liefert.

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Burnout-Gefahr und wirtschaftliche Folgen

Die ständige Erreichbarkeit ist längst nicht nur ein Effizienzproblem. Sie wird zur Gesundheitsgefahr. Der aktuelle Stressreport der Techniker Krankenkasse zeigt: Ein Drittel der Erwerbstätigen kann abends oder am Wochenende nicht mehr von der Arbeit abschalten.

"Die Arbeitsbedingungen haben einen direkten Einfluss auf den Krankenstand", warnt TK-Chef Dr. Jens Baas. Die Reizüberflutung und der Multitasking-Zwang führen in einen chronischen Erschöpfungszustand.

Für Unternehmen wird die Förderung von Deep Work zur wirtschaftlichen Notwendigkeit. Geringere Fehlerquoten, sinkende Burnout-Raten und mehr Innovationskraft sind die direkten Folgen einer Kultur, die den Fokus schützt.

Arbeitswelt am Scheideweg

Die neuen Erkenntnisse markieren einen Wendepunkt. In fortschrittlichen Organisationen ist bereits ein Umdenken zu spüren. Fokus wird als wertvollste Ressource der Wissensökonomie erkannt – nicht ständige Online-Präsenz.

Die Transformation zur Deep-Work-Kultur bedeutet einen radikalen Bruch mit Gewohnheiten. Schnelle Reaktionszeiten werden fälschlicherweise noch oft mit hohem Engagement gleichgesetzt. Doch Vorreiterunternehmen beweisen: Klare Regeln und asynchrone Modelle steigern nicht nur die Zufriedenheit. Sie schaffen handfeste Wettbewerbsvorteile.

In den kommenden Jahren wird sich die Arbeitswelt spalten: in Multitasking-Beharrer und Deep-Work-Pioniere. HR-Technologieanbieter reagieren bereits mit Tools, die den mentalen Fokus schützen – durch intelligente App-Blocker oder KI-Filter für kritische Informationen.

Bis Ende 2026 dürften viele Unternehmen ihre Leistungskennzahlen anpassen. Produktivität wird dann nicht über Anwesenheit oder Reaktionsgeschwindigkeit definiert. Sondern ausschließlich über die Qualität der Ergebnisse aus tiefen Fokusphasen.

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