Studie, Akupressur

Studie belegt: Akupressur lindert Schmerzen durch Hirnveränderung

25.01.2026 - 09:31:12

Neurobiologische Forschung zeigt erstmals, wie Akupressur die Gehirnaktivität bei Schmerzen verändert. Die Ergebnisse stärken die Position von Hebammen in der Geburtshilfe.

Eine bahnbrechende Studie liefert erstmals neurobiologische Beweise für die Wirksamkeit von Akupressur. Die Ergebnisse kommen zur rechten Zeit für die deutsche Hebammenpraxis, die unter Reformdruck steht.

Die im Journal of Clinical Medicine veröffentlichte Forschung zeigt: Gezielter Druck auf bestimmte Punkte verändert die Gehirnaktivität messbar und lindert so Schmerzen. Für Hebammen, die die Methode bei Geburten seit langem anwenden, schließt die Studie die Lücke zwischen traditionellem Wissen und moderner evidenzbasierter Medizin.

Neuro-Imaging zeigt: Das Gehirn wird „umprogrammiert“

Ein Team der Wrocław Medical University nutzte funktionelle Nahinfrarotspektroskopie (fNIRS) und EEG-Monitoring. Die Aufnahmen belegen, dass Akupressur und Massage strukturierte mechanosensorische Reize setzen, die zuverlässig das zentrale Nervensystem modulieren.

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Die gezielte Stimulation führte zu einer erhöhten Sauerstoffversorgung im präfrontalen Cortex und verstärkter sensorimotorischer Aktivität. Die Daten deuten darauf hin, dass diese Interventionen fast sofort einen entspannten, analgetischen Zustand herbeiführen, indem sie neuronale Netzwerke neu ausbalancieren. Diese „Netzwerk-Normalisierung“ legt nahe, dass Akupressur Schmerz nicht nur ablenkt, sondern die Schmerzverarbeitung des Gehirns aktiv neu kalibriert.

Bewährte Punkte in der Geburtshilfe erhalten klinische Bestätigung

Die neurobiologischen Mechanismen untermauern aktuelle klinische Studien zu spezifischen Akupressurpunkten unter der Geburt. Daten aus Ende 2025 bestätigen den Nutzen von Punkten wie BL23 (Blasen-Meridian) und SP6 (Milz-Meridian) bei Wehenschmerzen.

Eine randomisierte kontrollierte Studie zeigte: Druck auf BL23 in der aktiven Eröffnungsphase reduziert die Schmerzintensität signifikant. Die Linderung ist zwar temporär, bietet aber ein kritisches, nicht-pharmakologisches Werkzeug für den Höhepunkt der Geburtsschmerzen. Systematische Reviews bestätigen zudem, dass Akupressur an SP6 und L14 (Dickdarm-Meridian) Schein-Akupressur oder Standardversorgung in der Schmerzreduktion übertrifft.

Diese Erkenntnisse sind besonders für Erstgebärende relevant, bei denen die Geburt oft länger dauert. Eine nicht-invasive, kostenfreie Intervention, die nachweislich die Hirndurchblutung und Schmerzwahrnehmung positiv verändert, ist ein wertvolles Asset im Kreißsaal.

Rückenwind für Hebammen in schwieriger Reformphase

Die wissenschaftliche Validierung kommt in einer kritischen Phase für den deutschen Hebammenbereich. Seit dem 1. November 2025 gilt der neue Hebammenhilfevertrag, der intensive Debatten über Vergütung und Arbeitsbedingungen auslöste. Der Deutsche Hebammenverband (DHV) kritisiert, dass die durch eine Schlichtungskommission festgelegten Vertragsbedingungen die Forderungen nach besserer ökonomischer Sicherheit nicht erfüllen.

In diesem Klima aus Ressourcenknappheit und Effizienzdruck gewinnen evidenzbasierte, natürliche Interventionen strategische Bedeutung. Methoden, die wirksam sind, kein zusätzliches Equipment benötigen und von Hebammen oder Partnern angewendet werden können, entsprechen dem Bedarf an hochwertiger, effizienter Versorgung.

Die Einstufung der Akupressur als wissenschaftlich fundierte Methode – und nicht nur als „Wellness“-Zusatz – stärkt das Argument für ihre Integration in standardisierte Vergütungs- und Ausbildungsmodelle. Hebammen, die physiologische Geburtsbegleitung vertreten, können die Neuro-Imaging-Daten nun nutzen, um den Zeitaufwand und das Fachwissen für manuelle Schmerzlinderung zu rechtfertigen – als medizinisch wirksame Prozedur mit neurowissenschaftlicher Evidenz.

Ausblick: Altes Wissen trifft auf moderne Neurowissenschaft

Die Konvergenz von Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) mit moderner Neuro-Imaging-Technologie markiert einen Wandel in der Bewertung integrativer Medizin in der Geburtshilfe. Die Autoren der Studie folgern, dass die Ergebnisse die Integration von Massage und Akupressur in breitere Schmerzmanagement- und Rehabilitationsprotokolle rechtfertigen.

Branchenbeobachter erwarten, dass diese Daten künftige klinische Leitlinien beeinflussen werden. Die aktuellen S3-Leitlinien zur vaginalen Geburt erwähnen nicht-pharmakologische Methoden bereits. Die nun gestärkte Evidenz zu den neuroplastischen Effekten der Akupressur könnte zu expliziteren Empfehlungen und standardisierten Trainingsmodulen führen.

Das Potenzial einer „Neuro-Hebammenkunst“ – bei der Betreuungspraktiken basierend auf ihren beobachteten Effekten auf den mütterlichen Gehirnzustand optimiert werden – ist ein vielversprechendes Feld. Akupressur könnte so aus der Kategorie „alternativer“ Methoden zu einem Kernbestandteil neurobiologisch fundierten Schmerzmanagements unter der Geburt aufsteigen.

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