Stress schwächt Darmbarriere und fördert Entzündungen
12.02.2026 - 18:09:12Chronischer Stress schädigt direkt die Darmbarriere und löst Entzündungen aus. Eine aktuelle Studie der University of Victoria zeigt den biologischen Pfad auf und bestätigt damit, was Millionen Betroffene spüren: Psychische Belastung verschlimmert Darmerkrankungen wie Morbus Crohn.
Reelin-Protein als Schlüsselfaktor identifiziert
Im Zentrum der neuen Erkenntnisse steht das Protein Reelin. Die Forschung im Tiermodell belegt: Chronischer Stress senkt den Reelin-Spiegel im Darm. Dieses Protein ist jedoch essenziell für die Stabilität der Darmbarriere.
Fehlt Reelin, wird die Schutzschicht durchlässig – ein Zustand, der als „Leaky Gut“ bekannt ist. Bakterielle Giftstoffe und entzündungsfördernde Stoffe können so leichter in den Blutkreislauf gelangen. Die Folge ist eine Immunreaktion, die bestehende Entzündungen verstärkt oder neue auslöst.
Interessanterweise reagierte der Darm in der Studie eigenständig auf den Stress, unabhängig von den Reelin-Werten im Gehirn.
So löst Stress die Entzündung aus
Die Forschung hat mehrere molekulare Signalwege entschlüsselt:
* Cortisol-Signalweg: Bei anhaltendem Stress schüttet der Körper vermehrt Glukokortikoide wie Cortisol aus. Diese wirken auf Nervenzellen im Darm und setzen Botenstoffe frei, die entzündungsfördernde Immunzellen anlocken.
* Adrenalin/Noradrenalin-Signalweg: Diese Stresshormone werden auch lokal im Darmgewebe freigesetzt. Sie verursachen dort oxidativen Stress und schwächen die Darmschleimhaut zusätzlich.
Diese Prozesse verändern zudem das Darmmikrobiom. Das Gleichgewicht der Mikroorganismen kippt, die Produktion nützlicher Fettsäuren nimmt ab und die schützende Schleimschicht leidet.
Neue Perspektiven für die Therapie
In Deutschland leiden schätzungsweise 320.000 Menschen an chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Die Studie liefert nun die wissenschaftliche Grundlage für ihre Alltagserfahrung.
Das hat direkte Konsequenzen für die Behandlung:
* Stressmanagement wird Therapie-Bestandteil: Psychologische Faktoren beeinflussen den Krankheitsverlauf erheblich. Entspannungstechniken, Psychotherapie und Achtsamkeitsübungen gewinnen an Bedeutung.
* Neue Angriffspunkte für Medikamente: Identifizierte Signalwege wie der Reelin-Pfad könnten künftige Ziele für neue Wirkstoffe sein.
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Die Erkenntnisse unterstreichen einen ganzheitlichen Ansatz. Neben der medikamentösen Therapie sind Ernährung, Bewegung und gezielte Stressbewältigung Schlüssel für eine stabile Darmgesundheit und mehr Lebensqualität.
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