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Schweizer Post startet 2026 mit digitalem Pflichtbrief und höheren Preisen

05.01.2026 - 17:00:11

Ab April müssen wichtige Briefe auch digital verfügbar sein – gleichzeitig steigen die Portopreise. Die Schweizer Post steht vor ihrem größten Umbruch seit Jahren.

Bern – Die Schweizer Post beginnt das Jahr 2026 mit einer doppelten Zäsur: Während seit dem 1. Januar höhere Preise für Pakete gelten, wird ab April der digitale Brief verpflichtender Teil der Grundversorgung. Der Bundesrat hat damit Ende Dezember den Weg für eine hybride Post-Ära freigemacht. Die Reform soll das traditionsreiche Unternehmen fit für die Digitalisierung machen – ohne Steuergelder.

Die wichtigste Neuerung tritt am 1. April in Kraft: Der sichere „Digitale Brief“ wird gesetzlich der physischen Zustellung gleichgestellt. Die entsprechende Änderung der Postverordnung beschloss der Bundesrat bereits am 19. Dezember 2025. Damit wird digitale Kommunikation offiziell zur öffentlichen Dienstleistung für alle.

Konkret bedeutet das: Die Post muss ab Frühjahr ein hybrides System betreiben. Absender können Briefe digital einreichen, Empfänger entscheiden dann, ob sie den Brief ausgedruckt per Post oder sicher in ihrer digitalen E-Postbox erhalten. „Damit wird anerkannt, was sich im Nutzerverhalten längst durchgesetzt hat“, analysieren Branchenbeobachter. Die physischen Briefvolumen sinken seit Jahren, während die Nachfrage nach sicheren digitalen Kanälen steigt.

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Mehr Flexibilität bei der Zustellung

Parallel zur Digital-Offensive gibt es pragmatische Anpassungen bei den Lieferzeiten. Die bisher unterschiedlichen Pünktlichkeits-Vorgaben für Briefe (97 Prozent) und Pakete (95 Prozent) werden harmonisiert. Ab April gilt für beide eine einheitliche Quote von 90 Prozent. Dieser Schritt soll der Post mehr logistische Flexibilität geben, besonders in Stoßzeiten.

Ein wichtiger Erfolg für ländliche Regionen: Der Bundesrat lehnte eine Neudefinition „bewohnter Siedlungen“ ab. Die Zustellpflicht bleibt damit unverändert – auch abgelegene Haushalte in Berggebieten behalten ihren vollen Postservice. „Das war eine zentrale Forderung der Regionalvertreter“, heißt es aus Bern.

Preiserhöhungen schon seit Januar spürbar

Die finanziellen Auswirkungen der Reform sind für Verbraucher und Unternehmen bereits spürbar. Seit dem 1. Januar gelten höhere Tarife:

  • Economy-Pakete kosten jetzt pauschal 50 Rappen mehr. Ein Standard-Paket bis 2 kg liegt bei 9 Franken.
  • Internationale Warensendungen verteuern sich ebenfalls um 50 Rappen.
  • Online-Rabatte für Geschäftskunden werden vorübergehend erhöht: Bis Juni 2026 gibt es 2 statt 1,50 Franken Nachlass bei digitaler Abwicklung.

Hintergrund ist das „eigenwirtschaftliche“ Modell: Die Post muss ihre Grundversorgung – Kosten: über 360 Millionen Franken jährlich – ohne Staatshilfe finanzieren. Die Preisanpassungen sollen die schwindenden Brief-Erlöse ausgleichen.

Nur der Anfang einer größeren Reform

Die aktuellen Änderungen sind lediglich die Vorhut einer umfassenderen Gesetzesrevision. Das UVEK (Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation) arbeitet bereits an einem Entwurf für ein neues Postgesetz, der bis Juni 2026 in die Vernehmlassung gehen soll.

Dieses Gesetz wird die Weichen für die Zeit nach 2030 stellen. Es muss klären, wie die Grundversorgung langfristig definiert und finanziert wird – und welche Monopolrechte der Post im vollständig digitalisierten Markt noch zustehen. Die Debatte darüber, wie ein „modernes Service public“ im nächsten Jahrzehnt aussehen soll, hat damit gerade erst begonnen.

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