Scanxiety, Angst

Scanxiety: Wie die Angst vor der Diagnose Patienten belastet

19.01.2026 - 12:33:12

Moderne medizinische Untersuchungen lösen bei vielen Patienten starke Ängste aus, die zu Fehldiagnosen und psychischen Belastungen führen können. Experten warnen vor den Folgen.

Hochmoderne Vorsorge verursacht bei vielen Patienten massive Angst. Experten warnen vor den psychischen und medizinischen Folgen dieses Stresses.

Das Phänomen heißt „Scanxiety“ – ein Kunstwort aus „Scan“ und „Anxiety“ (Angst). Es beschreibt die intensive Anspannung vor, während und nach medizinischen Untersuchungen. Was früher vor allem Krebspatienten vor Kontrollterminen kannten, ist heute ein breites Problem. Der Grund: In einer Welt der ständigen Optimierung wird der eigene Körper zur Black Box, die es mit Technik zu entschlüsseln gilt.

Die Wartezeit auf das Ergebnis empfinden viele als quälender als den Test selbst. Psychologen führen das auf eine moderne „Intoleranz gegenüber Ungewissheit“ zurück. Die Gedanken kreisen um Katastrophenszenarien, selbst wenn eine Entwarnung wahrscheinlich ist.

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Der Weißkittel-Effekt verfälscht Ergebnisse

Die Angst hat handfeste medizinische Konsequenzen. Der Stress in der Praxis kann Messwerte massiv verzerren. Das bekannteste Beispiel ist die Weißkittelhypertonie: Der Blutdruck schießt nur beim Arztbesuch in die Höhe.

  • Der Körper reagiert mit einer Kampf-oder-Flucht-Reaktion.
  • Cortisol steigt, der Puls rast, die Gefäße verengen sich.
  • Die Folge können Fehldiagnosen sein: Patienten werden entweder überbehandelt oder echte Risiken werden übersehen.

Kardiologische Studien zeigen, dass selbst diese nur situativ erhöhten Werte langfristig ein Gesundheitsrisiko darstellen können.

Das Trauma des falschen Alarms

Moderne Geräte finden immer häufiger Auffälligkeiten, die sich später als harmlos erweisen – sogenannte Inzidentalome. Doch der Schaden ist dann schon angerichtet.

Ein falsch-positiver Befund löst eine Kaskade aus: Folgeuntersuchungen, massive Verunsicherung und langanhaltende Angst. Patienten berichten von Vertrauensverlust in den eigenen Körper, Schlafstörungen und der Vermeidung zukünftiger Arztbesuche. Die Vorsorge selbst wird zum Gesundheitsrisiko.

Wearables: Fluch und Segen zugleich

Die Lösung scheint nahezuliegen: Kontinuierliches Monitoring daheim durch Wearables mildert den Weißkittel-Effekt. Doch der Trend zur Selbstvermessung hat eine Schattenseite.

Bei manchen Menschen führt die Flut an Gesundheitsdaten zu Orthosomnie – einem zwanghaften Streben nach perfekten Werten. Die permanente Kontrolle ersetzt die punktuelle Angst durch eine Daueranspannung. Die Herausforderung ist es, technische Präzision mit psychologischer Kompetenz zu verbinden.

Wohin geht die Reise? Die unsichtbare Diagnostik

Die Zukunft könnte in „Silent Monitoring“ liegen. Technologien, die Vitaldaten über intelligente Kleidung oder Alltagsgegenstände erfassen – ganz ohne Prüfungssituation. Bis dahin bleibt die Kommunikation der Schlüssel.

Ärzte lernen zunehmend, Befunde und ihre statistische Bedeutung so zu erklären, dass keine unnötige Panik entsteht. Denn das Ziel muss bleiben: Die Medizin soll heilen, nicht verängstigen.

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