Satisficing: Warum „gut genug“ glücklicher macht
05.02.2026 - 15:11:12In einer Welt voller Wahlmöglichkeiten setzt sich eine Gegenstrategie zum Optimierungswahn durch: Satisficing. Die bewusste Entscheidung für die „gut genug“-Option kann Stress reduzieren und die Lebenszufriedenheit steigern.
Vom Nobelpreisträger geprägt
Der Begriff stammt vom Ökonomen und Nobelpreisträger Herbert A. Simon. Er prägte in den 1950er Jahren die Theorie der „begrenzten Rationalität“. Demnach haben Menschen nur limitierte Zeit, Informationen und kognitive Ressourcen für Entscheidungen. Satisficing ist die Antwort darauf: Statt nach der perfekten Lösung zu suchen, sucht man nur so lange, bis eine Option die eigenen Mindestanforderungen erfüllt. Dann ist die Entscheidung getroffen.
Der ewige Optimierer gegen den Zufriedenen
Die Psychologie unterscheidet zwei Typen:
* Der Maximizer: Er will immer das absolut Beste. Ständiges Vergleichen und die Angst, etwas Besseres zu verpassen, kosten viel Energie. Studien zeigen: Obwohl Maximizer manchmal objektiv bessere Ergebnisse erzielen, sind sie oft unzufriedener und gestresster.
* Der Satisficer: Er setzt klare Kriterien. Sobald eine Wahl diese erfüllt, ist er zufrieden und hört auf zu suchen. Das schützt vor der „Qual der Wahl“ und spart mentale Ressourcen.
Mehr Zufriedenheit, weniger Reue
Die Praxis des „Gut-Genug“-Prinzips stärkt die psychische Gesundheit. Wer den Anspruch auf Perfektion aufgibt, reduziert den Stress bei Entscheidungen. Satisficer zweifeln ihre getroffenen Wahl seltener an und bereuen sie weniger. Diese Haltung schafft Raum für positive Energie in anderen Lebensbereichen.
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Die Rettung vor der Überforderung?
In unserer digitalen Welt mit unendlichen Optionen wird effizientes Entscheiden zur Überlebensfrage. Online-Vergleiche und soziale Medien befeuern den Drang zum Maximizing. Satisficing wirkt dem entgegen – nicht als Einladung zur Mittelmäßigkeit, sondern als Strategie für mentales Wohlbefinden. Es hilft, den Fokus auf das Wesentliche zu legen und ist ein Baustein psychischer Resilienz.
„Gut genug“ als erlernbare Fähigkeit
Das Konzept gewinnt weiter an Bedeutung. Immer mehr Psychologen und Coaches nutzen es, um Klienten beim Abbau von Perfektionismus zu unterstützen. Die Kunst liegt darin, zu erkennen: Wo lohnt tiefgehende Analyse? Und wo reicht eine zügige, zufriedenstellende Entscheidung für mehr Gelassenheit im Alltag?


