Randstad-Studie, Arbeitnehmer

Randstad-Studie: Deutsche Arbeitnehmer fordern weniger mentale Unterstützung

22.03.2026 - 07:19:49 | boerse-global.de

Laut Arbeitsbarometer 2026 verliert die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz an Bedeutung, während die Angst um den Job zunimmt und viele Beschäftigte Probleme verschweigen.

Randstad-Studie: Deutsche Arbeitnehmer fordern weniger mentale Unterstützung - Foto: über boerse-global.de
Randstad-Studie: Deutsche Arbeitnehmer fordern weniger mentale Unterstützung - Foto: über boerse-global.de

Deutsche Arbeitnehmer stellen mentale Gesundheit am Arbeitsplatz zunehmend zurück. Das zeigt das aktuelle Randstad Arbeitsbarometer 2026. Nur noch 45 Prozent der Beschäftigten halten aktive Unterstützung durch den Arbeitgeber für wichtig. Vor einem Jahr waren es noch 61 Prozent, 2024 sogar 85 Prozent. Gleichzeitig bleibt eine toxische Atmosphäre ein Top-Kündigungsgrund: 36 Prozent haben deswegen schon einmal gekündigt.

Jobsicherheit schlägt Wohlbefinden

Die wirtschaftliche Unsicherheit verschiebt die Prioritäten radikal. Für 71 Prozent der Arbeitnehmer hat die Jobsicherheit oberste Priorität. Diese Angst lähmt: Fast jeder Zweite (46 Prozent) traut sich nicht mehr, Probleme offen anzusprechen. Die Sorge, den eigenen Job zu gefährden, ist zu groß.

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Dabei steigt der psychische Druck weiter an. Eine andere Studie verzeichnete im vergangenen Jahr einen Anstieg schwerwiegender mentaler Gesundheitsprobleme um 67 Prozent. Ein Drittel der Beschäftigten befindet sich demnach nur noch im „Überlebensmodus“. Die Botschaft ist klar: Die Belastung wächst, aber die Bereitschaft, Hilfe zu fordern, schwindet.

Warum Schweigen gefährlich ist

Experten warnen vor diesem Trugschluss. Wer Stress ignoriert, um den Job zu sichern, riskiert langfristig das Gegenteil. Dauerbelastung führt zu sinkender Leistung, Konzentrationsproblemen und Burnout. Das gefährdet die Produktivität ganzer Teams – und damit die Stabilität des Unternehmens selbst.

Was also tun, wenn man sich nicht traut, das Problem beim Namen zu nennen? Der Fokus verschiebt sich auf persönliche Strategien. Kleine, positive Gewohnheiten können als Anker in unsicheren Zeiten wirken und die eigene Resilienz stärken.

Drei praktische Gewohnheiten für den Alltag

Die gute Nachricht: Effektive Maßnahmen müssen nicht aufwendig sein. Diese kleinen Routinen helfen, widerstandsfähiger zu bleiben.

1. Bewusste Pausen einhalten: Fast die Hälfte der Arbeitnehmer nimmt sich keine richtige Mittagspause. Dabei steigern kurze, regelmäßige Unterbrechungen die Konzentration nachweislich. Probieren Sie die Pomodoro-Technik: 25 Minuten fokussiert arbeiten, dann fünf Minuten Pause.

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2. Mentale Mini-Übungen: Schon wenige Minuten Achtsamkeit oder gezielte Atemübungen senken das Stresslevel spürbar. Ein Dankbarkeitstagebuch oder positive Affirmationen am Morgen können die Einstellung zum Tag positiv beeinflussen.

3. Den Körper nicht vergessen: Mentale Stärke braucht ein physisches Fundament. Kurze Dehnübungen am Schreibtisch, ein Spaziergang in der Pause oder gesunde Snacks wie Nüsse unterstützen das Wohlbefinden und die Konzentration.

Ein Weckruf für die Chefetagen

Die Studienergebnisse sind ein klarer Appell an die Führungsebene. Nur weil Mitarbeiter weniger fordern, ist das Problem nicht verschwunden. Unternehmen, die ein sicheres und unterstützendes Umfeld schaffen, punkten im Krieg um Talente.

„Ein Arbeitsumfeld, das Verlässlichkeit vermittelt und Überlastung vermeidet, führt zu geringerer Fluktuation“, sagt Verena Menne, HR-Direktorin bei Randstad Deutschland. Immerhin haben 37 Prozent der Unternehmen bereits gezielte Maßnahmen für die mentale Gesundheit eingeführt. Die Frage ist: Reicht das, wenn die Angst um den Job alles überstrahlt?

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