Psychische, Gesundheit

Psychische Gesundheit: Deutschland macht Arbeitswelt zum Fokus

15.02.2026 - 00:19:12 | boerse-global.de

Die DGUV übernimmt 2026 den Vorsitz der Nationalen Präventionskonferenz und erklärt den Schutz psychischer Gesundheit am Arbeitsplatz zur strategischen Priorität.

Die Nationale Präventionskonferenz erklärt die mentale Gesundheit zur Priorität 2026. Unter der neuen Leitung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) sollen Prävention und Gesundheitsförderung direkt im beruflichen Umfeld verankert werden – dort, wo rund 46 Millionen Menschen täglich arbeiten.

Der Grund für diese Kehrtwende ist bedrängend: Psychische Belastungen zählen inzwischen zu den Hauptursachen für Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentung. Die neue Strategie soll hier gegensteuern, bevor Krisen entstehen.

Ein neuer Kurs unter DGUV-Leitung

Dr. Stephan Fasshauer, Hauptgeschäftsführer der DGUV, übernimmt zum Januar 2026 den turnusgemäßen Vorsitz und signalisiert damit einen strategischen Wandel. Das Präventionsforum 2026 trägt das Motto „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt gemeinsam schützen und stärken“ – ein klares Bekenntnis zum Handeln.

Die Träger der Konferenz wollen den Schutz psychischer Gesundheit in den Bundesrahmenempfehlungen fest verankern und ihre Zusammenarbeit intensivieren. Experten sehen darin enormes Potenzial: Die Arbeitswelt bietet direkten Zugang zu Millionen Menschen und ermöglicht damit flächendeckende Prävention.

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Alarmsignale aus Schule und Studium

Die Dringlichkeit wird durch besorgniserregende Zahlen unterstrichen. Die Bundesschülerkonferenz warnt mit ihrer Kampagne „Uns geht’s gut?“ vor einer stillen Krise: Mehr als ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen in Deutschland zeigt psychische Auffälligkeiten. 18 Prozent fühlen sich einsam.

Zukunftsängste, Leistungsdruck und soziale Isolation sind die Hauptleidtragenden. Der Trend verschärft sich im Hochschulbereich. Hochschulen wie die Hochschule München reagieren mit innovativen Programmen wie „Mental Health First Aid“, um Studierenden niedrigschwellige Unterstützung anzubieten.

Globales Problem, lokale Lösungen

Die Herausforderung ist kein deutsches Phänomen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichte Anfang Februar Berichte, die zeigen: Überall in Europa steigt der Bedarf an psychischer Versorgung. Gleichzeitig kämpfen Gesundheitssysteme mit langen Wartezeiten und Fachkräftemangel.

Länder wie Finnland, Estland, Tschechien und Irland zeigen Reformerfolge – sie bauen finanzielle und strukturelle Barrieren ab. Weltweit leiden über eine Milliarde Menschen unter psychischen Störungen. Der wirtschaftliche Schaden ist immens: Allein Depressionen und Angstzustände kosten die Weltwirtschaft jährlich etwa eine Billion US-Dollar.

Von Prävention zu wirtschaftlicher Vernunft

Die NPK-Entscheidung markiert einen Paradigmenwechsel: Mentale Gesundheit wird nicht mehr als isoliertes Problem behandelt, sondern als entscheidender Faktor für Wirtschaft und Wohlbefinden. Unternehmen erkennen zunehmend, dass Investitionen in das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter wirtschaftlich sinnvoll sind.

Stressbewältigung, Resilienz-Trainings und entstigmatisierte Unternehmenskulturen steigern nachweislich die Produktivität und senken krankheitsbedingte Ausfälle. Die Verankerung in einer nationalen Strategie legitimiert endlich den Handlungsbedarf – für Unternehmen, Sozialversicherungsträger und Politik.

Nächste Schritte: Digital und vernetzt

Die Bundesregierung arbeitet parallel an einer übergreifenden Strategie für junge Menschen, die 2026 konkrete Maßnahmen hervorbringen soll. Experten erwarten eine stärkere Vernetzung von Bildungs-, Gesundheits- und Sozialsystemen.

Digitale Technologien spielen eine wachsende Rolle: KI-gestützte Früherkennung von Risiken, digitale Therapieansätze und Achtsamkeits-Apps werden zunehmend Standard. Die kommenden Jahre entscheiden, ob Deutschland seine ambitionierten Ziele umsetzt und eine Kultur schafft, in der die Sorge um die Psyche ebenso selbstverständlich ist wie die um den Körper.

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