Pflegekräfte, Geld

Pflegekräfte erhalten ab Juli deutlich mehr Geld

16.03.2026 - 00:00:25 | boerse-global.de

Die Bundesregierung erhöht die Branchenmindestlöhne in der Altenpflege gestaffelt nach Qualifikation. Pflegekräfte erhalten mehr Gehalt und zusätzliche Urlaubstage, bei Verstößen drohen Arbeitgebern hohe Bußgelder.

Pflegekräfte erhalten ab Juli deutlich mehr Geld - Foto: über boerse-global.de
Pflegekräfte erhalten ab Juli deutlich mehr Geld - Foto: über boerse-global.de

Ab 1. Juli steigen die gesetzlichen Branchenmindestlöhne in der Altenpflege spürbar an. Die Bundesregierung setzt damit eine zentrale Forderung um, um den Beruf attraktiver zu machen und dem Fachkräftemangel zu begegnen.

Die Verordnung, die am 12. März 2026 beschlossen wurde, bringt für rund 1,3 Millionen Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen mehr Geld. Die Erhöhungen folgen den Empfehlungen der unabhängigen Pflegekommission und sind gestaffelt nach Qualifikation.

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Gestaffelte Erhöhung für Pflegepersonal

Die neuen Mindeststundenlöhne gelten bundesweit und übersteigen den allgemeinen Mindestlohn von 13,90 Euro deutlich. Für Pflegefachkräfte mit abgeschlossener Ausbildung steigt der Lohn von 20,50 auf 21,03 Euro. Qualifizierte Pflegehilfskräfte mit mindestens einjähriger Ausbildung erhalten künftig 17,80 statt 17,35 Euro. Auch ungelernte Pflegehilfskräfte profitieren: Ihr Lohn erhöht sich von 16,10 auf 16,52 Euro.

Die Regelung gilt für Mitarbeiter in stationären und ambulanten Einrichtungen. Pflegekräfte in Privathaushalten sind davon ausgenommen; für sie gilt der allgemeine Mindestlohn.

Mehr Urlaub und harte Strafen bei Verstößen

Neben der finanziellen Verbesserung sichert die Verordnung auch mehr Erholungszeit. Pflegekräfte mit Fünf-Tage-Woche erhalten neun zusätzliche bezahlte Urlaubstage pro Jahr – eine Maßnahme gegen die hohe physische und psychische Belastung.

Die Einhaltung der neuen Löhne wird streng kontrolliert. Die Nichteinhaltung ist eine Ordnungswidrigkeit und kann für Arbeitgeber teuer werden: Bußgelder können bis zu 500.000 Euro betragen. Zudem riskieren Unternehmen, von öffentlichen Aufträgen ausgeschlossen zu werden. Die Gewerkschaft ver.di begrüßte diese klaren Durchsetzungsmechanismen als wichtiges Signal gegen Lohndumping.

Auch Maler- und Lackiererhandwerk betroffen

Nicht nur die Pflege ist von der Sommer-Anpassung betroffen. Das System der Branchenmindestlöhne sieht oft gestaffelte Termine vor. So steigt auch im Maler- und Lackiererhandwerk am 1. Juli der Lohn für Gesellen auf 16,13 Euro. Seit August 2025 lag er bei 15,55 Euro.

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Diese branchenspezifischen Regelungen sollen die Attraktivität einzelner Berufszweige sichern. Bereits zum 1. Januar 2026 waren in anderen Bereichen die Löhne angehoben worden, etwa im Elektrohandwerk (14,93 Euro) oder in der Gebäudereinigung.

Langfristige Planung bis 2028

Die jetzt beschlossene Verordnung hat langen Atem: Sie gilt bis Ende September 2028 und legt bereits die nächste Erhöhung für Juli 2027 fest. Dann steigen die Löhne für Pflegefachkräfte auf 21,58 Euro, für qualifizierte Hilfskräfte auf 18,26 Euro und für Hilfskräfte ohne Ausbildung auf 16,95 Euro.

Parallel plant die Mindestlohnkommission, den allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn zum 1. Januar 2027 auf 14,60 Euro anzuheben. Diese schrittweisen Erhöhungen sind ein zentrales Instrument der deutschen Arbeitsmarktpolitik, um systemrelevante Berufe aufzuwerten und dem demografischen Wandel zu begegnen.

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