PayPal, Krise

PayPal in der Krise: Aktie auf Tiefstand, Ermittlungen laufen

13.02.2026 - 23:10:12

PayPal verzeichnet nach enttäuschenden Quartalsergebnissen und düsterer Prognose einen massiven Kursverlust. Zudem prüfen Anwälte mögliche Verstöße gegen Kapitalmarktrecht.

Der Fintech-Riese PayPal steckt in einer tiefen Vertrauenskrise. Nach enttäuschenden Quartalszahlen und einer düsteren Prognose stürzte die Aktie auf ein Jahrestief. Nun ermitteln auch Anwälte im Namen der Investoren.

NEW YORK, 13. Februar 2026 – Die Stimmung bei PayPal könnte kaum schlechter sein. Der Zahlungsdienstleister verzeichnet einen massiven Vertrauensverlust an der Wall Street. Seine Aktie fiel diese Woche auf den tiefsten Stand seit zwölf Monaten. Auslöser war ein schwaches viertes Quartal 2025 und eine entmutigende Prognose für das laufende Jahr. Die Situation verschärft sich nun durch rechtliche Ermittlungen: Anwaltskanzleien prüfen, ob das Unternehmen Anleger über geschäftliche Risiken im Unklaren ließ.

Düstere Prognose schockiert die Märkte

Der eigentliche Absturz begann mit der Veröffentlichung der Zahlen für das vierte Quartal 2025 am 3. Februar. Der Umsatz von 8,68 Milliarden US-Dollar und der bereinigte Gewinn je Aktie von 1,23 Dollar blieben beide unter den Erwartungen der Analysten. Der eigentliche Schock war jedoch die Aussicht für 2026: Das Management prognostiziert schrumpfende Transaktionsmargen und kaum Gewinnwachstum. Die Folge war eine Verkaufswelle. Seit Jahresbeginn verlor die Aktie über 30 Prozent an Wert.

Parallel zu den schlechten Nachrichten kündigte PayPal einen überraschenden Führungswechsel an. Der bisherige HP-Chef Enrique Lores wird Alex Chriss als Vorstandsvorsitzender ablösen – und das bereits zum 1. März. Der Markt wertet dies als Zeichen der Unzufriedenheit des Aufsichtsrats mit der bisherigen Strategie und Umsetzung.

Kernproblem: Das lukrative Kerngeschäft lahmt

Was treibt die Abwärtsspirale an? Analysten machen vor allem das stagnierende Marken-Checkout-Geschäft verantwortlich. Dieses hochprofitabile Segment, bei dem Kunden bewusst mit PayPal zahlen, wuchs im vierten Quartal nur noch um magere 1 Prozent. Die Konkurrenz durch Apple Pay, Stripe und zahlreiche „Buy-Now-Pay-Later“-Dienste wird immer erdrückender.

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Hinzu kommen makroökonomische Belastungen und ein nachlassendes Konsumverhalten. Sogar die Zahl der Zahlungstransaktionen pro aktiven Kunden sank um 4,8 Prozent. Die Prognose für 2026 spiegelt diese Schwächen wider: Für das erste Quartal erwartet das Unternehmen einen mittleren einstelligen Gewinnrückgang. Für das Gesamtjahr rechnet man bestenfalls mit einem minimalen Plus.

Rechtsstreit droht: Anwälte ermitteln gegen PayPal

Die operativen Probleme könnten durch juristische Auseinandersetzungen noch verstärkt werden. Gleich mehrere Anwaltskanzleien haben Untersuchungen eingeleitet. Sie prüfen, ob PayPal und seine Führungskräfte gegen US-Kapitalmarktrecht verstoßen haben.

So untersucht die Kanzlei Pomerantz LLP seit dem 12. Februar Vorwürfe im Namen von Anlegern, die durch den Kurssturz nach den schwachen Quartalszahlen geschädigt wurden. Eine andere Kanzlei, Levi & Korsinsky, LLP, fragt, ob Investoren rechtzeitig und ausreichend über die sich verschlechternden Geschäftstrends informiert wurden. Diese Ermittlungen könnten in teure Sammelklagen münden und die finanzielle Belastung erhöhen.

Neuer CEO Lores steht vor Herkulesaufgabe

Aller Augen richten sich nun auf den neuen Chef. Enrique Lores, der bei HP einen tiefgreifenden Wandel führte, übernimmt das Steuer in stürmischen Zeiten. Seine dringlichsten Aufgaben sind klar: Er muss das einbrechende Kerngeschäft stabilisieren, eine überzeugende Wachstumsstrategie gegen die aggressive Konkurrenz vorlegen und das verlorene Vertrauen der Anleger zurückgewinnen.

Trotz der Krise generiert PayPal weiterhin beträchtliche freie Cashflows und hat eine solide Bilanz. Analysten rechnen jedoch damit, dass die Gewinne in den nächsten Jahren weiter unter Druck bleiben könnten. Die Bewertung der Aktie spiegelt diese Skepsis wider; viele Analysten stufen das Papier nur noch als „Hold“ ein.

Die kommenden Monate werden zur Bewährungsprobe. Kann Lores schnell einen glaubwürdigen Turnaround-Plan vorlegen und umsetzen? Bis dahin dürfte die Aktie des Fintech-Pioniers weiterhin hoher Volatilität ausgesetzt sein. Der Kampf um die Zukunft von PayPal hat gerade erst begonnen.

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