OpenAI und Jony Ive planen smarten Lautsprecher mit Kamera
22.02.2026 - 18:23:12 | boerse-global.deOpenAI will mit einem KI-Lautsprecher ab 2027 den Sprung in die Hardware schaffen. Das Gerät soll Gesichter erkennen und Nutzer antizipieren – ein Milliarden-Gamble des KI-Pioniers.
Das erste Produkt aus der ambitionierten Partnerschaft zwischen OpenAI und dem ehemaligen Apple-Designchef Jony Ive nimmt Gestalt an: ein smarter Lautsprecher mit integrierter Kamera. Das Gerät, dessen Markteinführung für Anfang 2027 geplant ist, markiert einen strategischen Wendepunkt. OpenAI will damit aus der reinen Software-Welt ausbrechen und KI physisch erlebbar machen.
Das erste Gerät: Ein Lautsprecher, der sieht und lernt
Im Zentrum der Entwicklung steht ein Premium-Lautsprecher, der seine Umgebung per Kamera wahrnehmen kann. Diese Funktion soll es ermöglichen, dass das Gerät seine Nutzer und deren Gewohnheiten erkennt und lernt. Internen Präsentationen zufolge könnte es so kontextabhängig agieren: Beobachtet es einen vollen Kalender, schlägt es vielleicht eine frühere Schlafenszeit vor, um fit für das morgendliche Meeting zu sein.
Preislich soll das Gerät zwischen 200 und 300 Euro angesiedelt sein und sich damit im oberen Segment des Smart-Home-Markts positionieren. Weitere Konzepte wie eine intelligente Lampe oder KI-Brillen befinden sich in früheren Explorationsphasen und dürften nicht vor 2028 erscheinen.
Die Basis: Eine milliardenschwere Akquisition
Die Hardware-Offensive baut auf einem spektakulären Deal auf. Im Mai 2025 übernahm OpenAI Ives Startup io für rund 6,5 Milliarden Dollar in einer Aktientransaktion. Es handelte sich um die bis dahin größte Akquisition des KI-Unternehmens. Mit dem Kauf holte sich OpenAI ein Top-Design-Team an Bord, darunter ehemalige Apple-Manager, die an Icons wie dem iPhone und der Apple Watch mitgearbeitet hatten.
Die gemeinsame Vision: Die KI-Führerschaft von OpenAI mit Ives legendärem Design-Instinkt zu paaren, um eine neue Klasse persönlicher KI-Hardware zu schaffen. Die Kooperation begann bereits zwei Jahre vor der offiziellen Übernahme. Grund war die Überzeugung, dass bestehende Geräte wie Smartphones nicht für das Zeitalter der generativen KI gemacht seien.
Kontext und Analyse: Ambitionen treffen auf neue Realitäten
Die nun bekannt gewordene Zeitplanung fällt in eine Phase der strategischen Neujustierung bei OpenAI. Erst in den vergangenen Tagen sickerte durch, dass Nvidia Gespräche über eine direkte Investition von bis zu 30 Milliarden Dollar in das KI-Unternehmen führt.
Gleichzeitig hat OpenAI seine langfristigen Infrastruktur-Ausgabenpläne offenbar nach unten korrigiert. Das ursprünglich für 2030 anvisierte Rechenbudget von 1,4 Billionen Dollar wurde auf konservativere 600 Milliarden Dollar gesenkt. Hintergrund sind Sorgen, die früheren Ziele seien angesichts der Ertragsprognosen zu aggressiv gewesen.
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Dies deutet auf eine Doppelstrategie hin: Während das Unternehmen kapitalintensive Hardware-Ambitionen verfolgt, geht es beim Aufbau der KI-Infrastruktur fokussierter vor. Der Einstieg in den Elektronikmarkt ist ein riskantes Unterfangen. Er erfordert Expertise in Lieferketten, Fertigung und Vertrieb – alles Felder, die für das softwarezentrierte Geschäftsmodell von OpenAI neu sind. Das Launch-Datum 2027 signalisiert daher einen bewusst bedächtigen, nicht überhasteten Ansatz.
Ausblick: Der Weg zu einer neuen KI-Schnittstelle
Die Jahre bis 2027 werden zur Nagelprobe. Der Erfolg des ersten Geräts hängt nicht nur vom innovativen Design ab, sondern vor allem von der nahtlosen Integration der KI-Modelle in ein benutzerfreundliches Produkt. Die Branche wird die Entwicklung genau beobachten – als Indikator für die Zukunft der Mensch-Maschine-Interaktion.
OpenAIs Hardware-Sparte ist ein zentraler Pfeiler der Langfristvision, KI tiefer in den Alltag zu integrieren. Der geplante Lautsprecher ist mehr als ein Gadget. Er ist das erste greifbare Ergebnis einer milliardenschweren Wette: dass der nächste große Technologiesprung im physischen Raum stattfindet, geformt durch intelligente Software und durchdachtes Design.
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