OpenAI, Rekord-Finanzierungsrunde

OpenAI: Rekord-Finanzierungsrunde über 100 Milliarden Euro steht bevor

22.02.2026 - 19:01:34 | boerse-global.de

OpenAI sichert sich über 100 Milliarden Euro von Investoren wie Amazon und SoftBank, was den Weg für einen Börsengang im Jahr 2026 ebnet und die Bewertung auf über 800 Milliarden Euro treibt.

OpenAI sammelt mehr als 100 Milliarden Euro ein – und katapultiert sich damit in eine neue Finanzdimension. Die Entwicklungen der letzten Tage markieren einen Wendepunkt für die gesamte KI-Branche, die sich zwischen Rekordinvestitionen, neuem Wettbewerb und dem Drängen an die Börse neu sortiert.

Die Billionen-Bewertung: Wer investiert wie viel?

Berichten zufolge schließt OpenAI noch im Februar die erste Tranche einer Finanzierungsrunde ab, die als größte Privatplatzierung in die Geschichte eingehen könnte. Das Unternehmen verhandelte mit einer Bewertung von rund 730 Milliarden Euro vor der Kapitalerhöhung. Durch den frischen Kapitalregen soll der Gesamtwert auf 830 bis 850 Milliarden Euro steigen.

Strategische Investoren aus der Industrie bilden das Rückgrat dieser ersten Phase:
* Amazon prüft eine Beteiligung von bis zu 50 Milliarden Euro. Das würde die Nutzung von Amazons Cloud-Diensten und KI-Servern massiv ausweiten.
* SoftBank plant ein Investment von etwa 30 Milliarden Euro.
* Nvidia verhandelt über 20 Milliarden Euro, um sich als Haupt-Hardware-Lieferant für OpenAIs künftige Modelle zu positionieren.
* Microsoft wird sich voraussichtlich mit einigen Milliarden Euro beteiligen.

Im Anschluss soll eine zweite Runde für Venture-Capital-Firmen und Staatsfonds folgen, die die Gesamtsumme noch weiter über die 100-Milliarden-Euro-Marke treiben könnte.

Neue Unternehmensstruktur ebnet Weg an die Börse

Erst diese gigantische Kapitalsuche möglich machte eine tiefgreifende Restrukturierung: Ende 2025 wandelte sich OpenAI von seinem ursprünglichen, gewinnbegrenzten Modell in eine traditionell gewinnorientierte Public Benefit Corporation um. Finanzexperten sehen darin eine zwingende Voraussetzung, um institutionelles Kapital in dieser Größenordnung aufnehmen und den Weg an die Börse ebnen zu können.

Die Mechanik der aktuellen Runde deutet stark auf einen baldigen Börsengang hin. Die ausgegebenen Vorzugsaktien sollen sich bei einem IPO automatisch in Stammaktien umwandeln. Interne Quellen und Marktbeobachter erwarten einen Börsengang von OpenAI bereits im vierten Quartal 2026.

Das Microsoft-Dilemma: Partner und Konkurrent in einem

Ein Schlüssel für die Restrukturierung war die Neuverhandlung der milliardenschweren Partnerschaft mit Microsoft. Der Software-Riese, der bereits über 13 Milliarden Euro investiert hatte, musste dem Wandel zustimmen.

Das Ergebnis ist ein ambivalentes neues Machtgefüge: Microsoft sicherte sich eine 27-Prozent-Beteiligung am neuen OpenAI, im Wert von etwa 135 Milliarden Euro. Im Gegenzug verpflichtete sich OpenAI, Cloud-Dienste im Wert von 250 Milliarden Euro bei Microsoft Azure abzunehmen. Die Partnerschaft ist bereits ein finanzieller Erfolg für Microsoft: Im zweiten Quartal 2026 meldete das Unternehmen einen Nettogewinn von 7,6 Milliarden Euro aus der Kooperation.

Doch der neue Vertrag schafft auch klare Konkurrenz. Microsoft erhielt das ausdrückliche Recht, unabhängig an Künstlicher Allgemeiner Intelligenz (AGI) zu forschen – allein oder mit Dritten wie dem KI-Rivalen Anthropic. Zudem muss jede künftige AGI-Deklaration von OpenAI durch ein unabhängiges Expertengremium bestätigt werden. Die Definitionshoheit über diesen Meilenstein hat das Unternehmen damit verloren.

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Der teure Weg zur Profitabilität

Warum braucht ein Unternehmen, das fast eine Billion Euro wert ist, überhaupt 100 Milliarden Euro frisches Kapital? Die Antwort liegt in den astronomischen Kosten der KI-Entwicklung. Trotz seiner Rekordbewertung operiert OpenAI noch immer mit erheblichen Verlusten. Analysten rechnen erst für 2029 mit der Profitabilität.

Das Geld fließt vor allem in die physische Infrastruktur. Langfristige Pläne sehen Investitionen von bis zu 1,4 Billionen Euro für ein globales Netzwerk aus Rechenzentren und Spezial-Hardware vor. Das frische Kapital dient als Kriegskasse, um Halbleiter-Lieferungen zu sichern und die hohen Betriebskosten zu stemmen, ohne den Forschungs-Schwung zu verlieren. Durch die Diversifizierung der Cloud-Partnerschaften auf Amazon, Oracle und Microsoft versucht OpenAI, Engpässe zu vermeiden und seine Rechenkapazität auf ein nie dagewesenes Niveau zu skalieren.

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