OpenAI, Kritik

OpenAI in der Kritik: Kanadische Regierung fordert strengere KI-Regeln

25.02.2026 - 08:09:58 | boerse-global.de

OpenAI hatte den Account des späteren Amokläufers von Tumbler Ridge früh gesperrt, schaltete aber keine Behörden ein. Nach einem enttäuschenden Krisentreffen fordert die kanadische Regierung nun strengere KI-Regeln.

Nach einem als enttäuschend bewerteten Krisentreffen in Ottawa steht OpenAI massiv unter Druck. Der Grund: Das Unternehmen hatte den ChatGPT-Account des späteren Amokläufers von Tumbler Ridge bereits Monate vor der Tat gesperrt – schaltete aber nicht die Behörden ein. Die kanadische Regierung fordert nun klare Antworten und neue Sicherheitsstandards.

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Ein „zutiefst beunruhigendes“ Vorwissen

Die Tragödie ereignete sich am 10. Februar 2026 im britisch-kolumbianischen Tumbler Ridge. Der 18-jährige Jesse Van Rootselaar tötete acht Menschen, darunter mehrere Kinder, bevor er sich das Leben nahm. Wie sich später herausstellte, hatte OpenAI den Account des Jugendlichen bereits im Juni 2025 identifiziert und gesperrt. Die KI-Sicherheitssysteme hatten Inhalte zu Gewaltszenarien erkannt.

Doch das Unternehmen sah damals keine „unmittelbare und glaubwürdige Gefahr“ – seine interne Schwelle für eine Meldung an Strafverfolgungsbehörden. Diese Entscheidung steht nun im Zentrum einer nationalen Debatte. „Das ist für die Familien der Opfer und alle Bürger zutiefst beunruhigend“, sagte David Eby, Premier von British Columbia. Er deutete an, dass die Tat möglicherweise hätte verhindert werden können.

Enttäuschendes Krisentreffen in Ottawa

Als Reaktion auf die öffentliche Empörung lud KI-Minister Evan Solomon hochrangige Sicherheitsvertreter von OpenAI am 24. Februar zu einem dringenden Gespräch nach Ottawa ein. Die kanadische Seite erwartete konkrete Vorschläge für überarbeitete Sicherheitsprotokolle.

Das Ergebnis fiel ernüchternd aus. Minister Solomon zeigte sich öffentlich unzufrieden: Er habe „keine substanziellen neuen Sicherheitsprotokolle“ gehört und nicht die erhofften Antworten erhalten. Ein OpenAI-Sprecher dankte später für die „offene Diskussion“ und verwies auf bereits eingeleitete Politik-Updates. Kontakt zur kanadischen Bundespolizei RCMP hatte das Unternehmen jedoch erst nach der Tat aufgenommen.

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Rufe nach staatlicher Regulierung werden lauter

Der Vorfall befeuert die globale Debatte über die Verantwortung mächtiger KI-Unternehmen. Experten argumentieren, dass Tech-Konzerne nicht allein entscheiden dürfen, was einen meldepflichtigen Bedrohungsfall darstellt. Premier Eby drängt auf einen einheitlichen nationalen Standard für alle KI-Anbieter, der die Pflicht zur Meldung von Gewaltandrohungen klar regelt.

Minister Solomon kündigte an, „alle Optionen“ für neue KI-Regulierungen zu prüfen. Die Herausforderung liegt im Balanceakt zwischen Nutzerdatenschutz und öffentlicher Sicherheit – ein Dilemma, das von Social-Media-Plattformen bekannt ist und nun mit neuer Dringlichkeit den Bereich der generativen KI erreicht.

Wendepunkt für KI-Überwachung?

Die kanadische Regierung erwartet weitere Gespräche mit OpenAI. Das enttäuschende erste Treffen deutet darauf hin, dass Ottawa entschlossener auf legislative Maßnahmen zugehen könnte. Ziel wären strengere Meldepflichten für KI-Plattformen, die in Kanada aktiv sind.

Während die RCMP ihre Ermittlungen fortsetzt, wird die Rolle der KI im Vorfeld der Tat ein kritischer Prüfpunkt bleiben. Der Fall Tumbler Ridge könnte zu einem Wendepunkt werden, der die rechtlichen und ethischen Verpflichtungen von KI-Unternehmen in Kanada neu definiert – und als Blaupause für andere Länder dient, die mit den rasanten Fortschritten der Künstlichen Intelligenz ringen.

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