Haushalt, Defizit

Österreichs Haushalt 2026: Defizit bleibt über EU-Grenze

31.01.2026 - 03:26:12

Das Finanzministerium prognostiziert ein Staatsdefizit von 4,2 Prozent für 2026 und sieht sich trotz leichter Besserung zu schwierigen Sparmaßnahmen gezwungen.

Österreichs Finanzministerium warnt vor wachsendem Druck auf das Budget 2026. Das prognostizierte Staatsdefizit liegt trotz leichter Erholung weiter deutlich über den europäischen Vorgaben. Die Regierung steht vor schwierigen Spar-Entscheidungen.

Fragile Erholung belastet Staatskasse

Nach zwei Rezessionsjahren wächst die Wirtschaft wieder – aber nur schwach. Das Finanzressort rechnet für 2026 mit einem gesamtstaatlichen Defizit von 4,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Das ist zwar besser als die erwarteten 4,5 Prozent für 2025, verfehlt die EU-Maastricht-Grenze von drei Prozent jedoch klar.

Führende Institute wie das WIFO stützen diese düstere Prognose. Sie erwarten für 2026 lediglich ein verhaltenes Wachstum von 1,0 bis 1,2 Prozent. Die Erholung gilt als fragil, gebremst durch sinkende Wettbewerbsfähigkeit und protektionistische Tendenzen im Welthandel.

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Experten fordern tiefe Schnitte

Kosmetische Korrekturen reichen nicht, warnen Ökonomen. Der unabhängige Fiskalrat mahnt zu „raschen, konsequenten und weitreichenden“ Reformen. Die Einnahme-Ausgabe-Lücke aus der Pandemie bestehe weiter.

WIFO-Chef Gabriel Felbermayr sieht das Budget für 2026 als „sehr eng“ an. Seiner Analyse nach sind Einschnitte in fast allen Bereichen unausweichlich:
* Sozialausgaben
* Öffentlicher Dienst
* Hohes Fördervolumen

Alleine eine Angleichung der Förderquote an den EU-Durchschnitt könnte Milliarden sparen. Auch Anpassungen bei Pensionen und moderate Lohnabschlüsse im öffentlichen Dienst stehen im Raum.

Politischer Balanceakt beginnt

Die Politik hat bereits reagiert: Ein Ende 2025 vereinbarter Stabilitätspakt zwischen Bund, Ländern und Gemeinden soll die neuen, strengeren EU-Fiskalregeln national verankern. Das Finanzministerium feiert dies als Meilenstein.

Doch die Umsetzung wird zum Drahtseilakt. Jede Kürzung trifft auf Widerstand. Gleichzeitig bleiben hohe Investitionen in Klimaschutz und Digitalisierung nötig. Der frühere Finanzminister Magnus Brunner räumt ein: „In den vergangenen Jahren wurde zu viel ausgegeben.“

Ein Jahr der haushaltspolitischen Wahrheit

2026 wird zum Schicksalsjahr für Österreichs Staatsfinanzen. Die Regierung muss den eingeschlagenen Sparkurs umsetzen, ohne die zarte Konjunktur abzuwürgen. Die Verhandlungen über konkrete Einsparungen werden die Agenda dominieren.

Die Europäische Kommission beobachtet die Entwicklung genau. Der Druck aus Brüssel wächst. Für Bürger und Unternehmen beginnt eine Phase der Unsicherheit, in der die finanzielle Zukunft des Landes auf dem Spiel steht.

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