Österreich startet Offensive gegen Fachkräftemangel
18.02.2026 - 18:12:12 | boerse-global.deDie Regierung kündigt eine neue Fachkräftestrategie an. Arbeitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) stellte die Pläne nach dem Ministerrat vor. Ziel ist es, dem akuten Mangel von rund 200.000 Arbeitskräften zu begegnen.
Die Lage spitzt sich zu: Erstmals seit 1950 schrumpft die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Die Wirtschaft leidet bereits jetzt unter dem Mangel, besonders in 51 Engpassberufen wie Technik und Gesundheit.
Drei Säulen gegen die Krise
Die Strategie, die ab März erarbeitet wird, fußt auf einem Dreiklang aus Maßnahmen.
- Qualifizierungsoffensive: Gezielte Weiterbildungen sollen Arbeitslose und Beschäftigte für die digitale Arbeitswelt fit machen.
- Stärkung der Lehre: Die duale Ausbildung soll für Jugendliche und Betriebe attraktiver werden.
- Internationale Fachkräfte: Das Anwerben ausländischer Arbeitskräfte wird erleichtert. Geplant sind eine Vereinfachung der Rot-Weiß-Rot-Karte und schnellere Anerkennung von Abschlüssen.
Doch kann das allein reichen? Arbeitsministerin Schumann betont: Nein.
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Rahmenbedingungen als Schlüssel
Die Regierung sieht einen entscheidenden Hebel in der höheren Erwerbsbeteiligung von Frauen. Dafür müssen aber die Rahmenbedingungen stimmen.
Konkret heißt das: Mehr Kinderbetreuung, flexiblere Pflege, bessere Mobilität und leistbarer Wohnraum. Ohne diese Verbesserungen können viele ihr Arbeitspotenzial nicht voll ausschöpfen.
Wettlauf gegen die Zeit
Der Druck ist hoch. Der Fachkräftemangel gilt bereits heute als große Wachstumsbremse. Die Pensionierungswelle der Babyboomer verschärft das Problem weiter. Experten schätzen, dass in zehn Jahren netto eine halbe Million Arbeitskräfte fehlen könnten.
Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) und Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) begrüßen den Startschuss. Sie betonen die Bedeutung, junge Talente als Zukunftskapital zu fördern.
Nun beginnt die Detailarbeit. Sozialpartner und Wirtschaftsexperten sollen eingebunden werden. Der Erfolg hängt davon ab, wie schnell aus Strategiepapieren konkrete Gesetze werden.
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