Öffentlicher Dienst: Tarifverhandlungen der Länder stecken fest
13.02.2026 - 17:55:12Die Tarifverhandlungen für 2,2 Millionen Beschäftigte der Bundesländer drohen zu scheitern. In Potsdam ringen Gewerkschaften und Arbeitgeber am dritten Tag ohne Einigung.
Die Fronten sind verhärtet. Ein Sprecher der Gewerkschaft ver.di erklärte am Freitag, ein Ergebnis sei völlig offen. Sollte die finale Runde ohne Abschluss enden, drohen flächendeckende und intensivierte Warnstreiks. Der Vorsitzende des Beamtenbundes dbb, Volker Geyer, brachte bereits eine Urabstimmung und einen Vollstreik ins Spiel.
Kernforderung: Sieben Prozent mehr Lohn
Die Gewerkschaften ver.di, GEW, IG BAU, GdP und der dbb fordern eine Entgelterhöhung von sieben Prozent, mindestens jedoch 300 Euro monatlich. Die Laufzeit soll nur zwölf Monate betragen. Für Auszubildende und dual Studierende werden 200 Euro mehr sowie eine Übernahmegarantie verlangt.
Dem steht das Angebot der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) gegenüber: eine Erhöhung in drei Stufen über die Jahre 2026 bis 2028 bei einer Laufzeit von 29 Monaten. Ein nachgebessertes Angebot brachte bislang keine Annäherung. Die Gewerkschaften lehnen jeden Abschluss ab, der hinter dem Ergebnis für Bund und Kommunen von 2025 zurückbleibt.
Druck durch bundesweite Warnstreiks
In den Vortagen hatten massive Warnstreiks den Druck erhöht. Landesverwaltungen, Kliniken, Kitas und Hochschulen waren betroffen. Ein Höhepunkt war eine Großdemonstration in Düsseldorf mit über 16.000 Teilnehmern. Diese kämpferische Stimmung zeigt die Entschlossenheit der Beschäftigten.
Die Arbeitgeber verweisen auf die angespannte Haushaltssituation der Länder. Sie fordern Planungssicherheit durch lange Vertragslaufzeiten und brachten eine Debatte über strengere Regeln für Warnstreiks ins Spiel. Die Gewerkschaften kontern: Angesichts von Inflation und hoher Belastung verdienten die Beschäftigten eine spürbare Anerkennung.
Zerreißprobe mit Signalwirkung
Die kommenden Stunden werden entscheidend. Gelingt keine Einigung, müssen sich die Bürger auf massive Streikausweitungen einstellen. Da keine Schlichtungsvereinbarung existiert, wären unbefristete Arbeitskämpfe möglich.
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Das Ergebnis hat zudem Signalwirkung für rund 1,3 Millionen Landesbeamte und Pensionäre, auf die der Abschluss übertragen wird. Die Geduld der Beschäftigten schwindet – die Gefahr eines heißen Tarifherbstes im öffentlichen Sektor wächst.
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