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News Corp-Aktie: Warum der Medienriese jetzt wieder auf dem Radar deutscher Anleger ist

22.02.2026 - 09:50:55 | ad-hoc-news.de

News Corp (Class A) überrascht mit soliden Zahlen – doch der Kurs tritt auf der Stelle. Was steckt dahinter, wie sehen Analysten das Papier und für wen aus Deutschland kann sich ein Einstieg jetzt lohnen?

News Corp (Class A) rückt nach frischen Quartalszahlen und einer klareren KI- und Digitalstrategie wieder in den Fokus – doch der Aktienkurs bleibt bislang hinter der Story zurück. Für Anleger aus Deutschland eröffnet sich damit eine typische Medien-Value-Story: mächtige Marken, starke Cashflows, aber ein Bewertungsabschlag gegenüber Tech-Werten.

In dieser Analyse erfahren Sie, warum die News-Corp-Aktie an der Wall Street vergleichsweise moderat bewertet ist, wie sich die jüngsten Geschäftszahlen einordnen lassen und welche Rolle KI, Digitalabos und Immobilienportale für das zukünftige Wachstum spielen. Außerdem: Was sagen große Analystenhäuser – und wie lässt sich das Papier aus deutscher Sicht (Euro, US-Risiko, Depotumsetzung) einordnen? Was Sie jetzt wissen müssen...

Offizieller Überblick zu News Corp und den Marken im Konzern

Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs

News Corp ist der globale Medien- und Informationskonzern hinter Marken wie Wall Street Journal, Dow Jones, The Times, The Sun, HarperCollins sowie den reichweitenstarken Immobilienportalen in Australien (REA Group) und den USA (Move/Realtor.com). Die A-Aktien mit der ISIN US65249B1098 werden an der Nasdaq und an weiteren US-Börsen gehandelt – und sind über viele deutsche Broker direkt zugänglich.

Operativ hat sich News Corp in den vergangenen Jahren zu einem deutlich stärker digitalisierten Konzern entwickelt. Digitale Abos, B2B-Finanzdaten (Dow Jones) und Immobilien-Listings erwirtschaften inzwischen den Löwenanteil des Ergebnisses, während klassische Printumsätze an Bedeutung verlieren. Das macht die Bilanz robuster und weniger zyklisch als bei reinen Werbe-finanzierten Medienhäusern.

In den jüngsten Quartalszahlen zeigten sich zwei Themen besonders deutlich:

  • Solide Margen im Informations- und Daten-Geschäft (Dow Jones, Professional Information), gestützt durch Preiserhöhungen und wachsende Abozahlen.
  • Erholte Werbenachfrage in einigen Segmenten, allerdings mit weiter spürbarem Gegenwind im traditionellen Nachrichten- und Printbereich.

Auf der Umsatzseite bewegte sich News Corp zuletzt eher seitwärts bis leicht steigend, während die Profitabilität durch Kostendisziplin und den digitalen Mix verbessert wurde. Für die Börse ist diese Entwicklung stabil, aber nicht spektakulär – Tech-lastige Wachstumswerte ziehen aktuell mehr Kapital an, was den Bewertungsabschlag erklärt.

Strategisch versucht News Corp – ähnlich wie andere Medienkonzerne –, das Momentum rund um Künstliche Intelligenz für sich zu nutzen. Besonders wichtig sind dabei zwei Aspekte:

  • Lizenzierung von Inhalten an große KI-Plattformen und Suchmaschinenbetreiber, um die Nutzung journalistischer Inhalte zu monetarisieren.
  • Eigene Data- und Analytics-Lösungen im B2B-Bereich, die auf strukturierten Finanz- und Unternehmensdaten von Dow Jones aufbauen.

Genau hier liegt ein struktureller Vorteil: Während viele Medienhäuser kaum verhandelbare Marktmacht haben, ist Dow Jones mit dem Wall Street Journal und seinen Datenbanken ein Premiumanbieter, dessen Inhalte und Daten für Banken, Research-Häuser und Finanzportale weltweit schwer zu ersetzen sind. Diese Verhandlungsposition spielt News Corp in laufenden und zukünftigen KI-Deals aus.

Für deutsche Anleger stellt sich vor allem die Frage: Warum die Aktie statt eines ETF auf Kommunikations- oder Technologiewerte? Drei Punkte sind entscheidend:

  • Strukturierte Medien-Value-Story: News Corp liefert eine Kombination aus stabilen Cashflows, begrenztem strukturellem Risiko (dank Digitalfokus) und optionalem Wachstumshebel durch KI- und Daten-Monetarisierung.
  • Bewertungsabschlag gegenüber reinen Tech-Titeln: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt historisch und im Branchenvergleich eher im moderaten Bereich, obwohl Teile des Geschäfts (Daten, Digitalabos, Immobilienportale) Tech-Charakter haben.
  • Währungs- und US-Exposure für Euro-Anleger: Deutsche Investoren erhalten mit News Corp ein diversifiziertes Exposure auf den US- und anglo-sächsischen Medienmarkt – allerdings mit Dollar-Risiko.

Gerade der Immobilienbereich (REA Group, Move/Realtor.com) ist für deutsche Anleger spannend. Hier profitiert News Corp indirekt von der Erholung der Immobilienmärkte in Australien und den USA. Steigende Transaktionsvolumina und Werbebudgets schlagen mit Hebel auf die Margen der Plattformen durch. Für Investoren, die bisher nur deutsche Immobilienwerte wie Vonovia oder LEG im Blick hatten, kann das eine interessante geografische Diversifikation sein.

Ein weiterer Aspekt ist die Corporate-Governance- und Strukturfrage. News Corp ist historisch eng mit der Familie Murdoch verknüpft, die über komplexe Beteiligungsstrukturen erheblichen Einfluss ausübt. Für manche institutionelle Anleger ist das ein Risikofaktor, für andere eher Garant für langfristige strategische Kontinuität.

Aus Anlegersicht wichtig: Aktionärsfreundliche Kapitalallokation ist ein Kernargument der Bullen. News Corp nutzt Free Cashflow regelmäßig für Aktienrückkäufe und Dividenden. Rückkäufe können gerade bei Bewertungsabschlägen erheblichen Wert schaffen – vorausgesetzt, der operative Trend bleibt intakt.

Über deutsche Neo-Broker (Trade Republic, Scalable Capital, eToro mit US-Zugang u.a.) ist die News-Corp-Aktie meist gebührenarm direkt in den USA handelbar. Alternativ listen einige deutsche Handelsplätze (z.B. Xetra/Frankfurt, Tradegate) die Aktie als Sekundärlisting. Flüssiger ist in der Regel der Handel an der Heimatbörse in den USA.

Für Euro-Anleger bedeutet das aber: Doppeltes Exposure in Aktie und Währung. Läuft der US-Dollar stark gegen den Euro, verstärkt das Gewinne – schwächt der Dollar ab, kann er Kursgewinne teilweise auffressen. Langfristige Investoren sollten deshalb nicht nur auf den News-Corp-Chart in USD, sondern auch auf die Performance in EUR achten.

Das sagen die Profis (Kursziele)

Die Analystenlandschaft zu News Corp ist vergleichsweise gut gefüllt, da der Konzern mit Dow Jones, dem Wall Street Journal und seinen Immobilienbeteiligungen im Fokus internationaler Research-Häuser steht. Über mehrere große Finanzportale und Datenanbieter ausgewertet, ergibt sich aktuell ein leicht positives Sentiment.

Über die großen Plattformen (u.a. Reuters, Bloomberg-gestützte Berichte und Finanzportale wie MarketWatch, Barron’s, finanzen.net) zeigt sich: Die Mehrheit der Analysten stuft News Corp als "Kaufen" oder "Übergewichten" ein, während ein relevanter Minderheitsanteil eine neutrale "Halten"-Empfehlung ausspricht. Klar negative "Verkaufen"-Ratings sind eher die Ausnahme.

Strukturiert lässt sich das so zusammenfassen:

  • Positiv argumentierende Analysten betonen den Mix aus stabilen, gut planbaren Einnahmen (Abos, Daten, Immobilienportale) und der Option auf zusätzliche Wertschöpfung durch KI-Lizenzdeals und mögliche Portfoliomaßnahmen (z.B. Beteiligungsverkäufe, Spin-offs).
  • Vorsichtige Stimmen verweisen auf die zyklische Werbenachfrage, die Abhängigkeit von einzelnen Märkten (v.a. Australien/UK im News-Bereich) und das anhaltende strukturelle Risiko im Printgeschäft, auch wenn dessen Gewicht abnimmt.

Für deutsche Anleger besonders interessant ist die Kursziel-Spanne im Verhältnis zum aktuellen Kurs. Über die von internationalen Häusern veröffentlichten Daten ergibt sich meist ein moderates Aufwärtspotenzial: Die Konsens-Kursziele liegen – je nach Quelle – spürbar, aber nicht spektakulär über dem aktuellen Marktniveau. Das spricht für eine Value-These mit begrenztem, aber solidem Upside, nicht für eine aggressive Wachstumsstory.

Gerade die großen US-Häuser – darunter typische Wall-Street-Adressen – sehen Dow Jones und die Immobilienbeteiligungen als versteckte Perlen innerhalb des Konglomerats. Manche Analysten argumentieren, dass diese Assets bei einer separaten Börsennotierung deutlich höher bewertet würden als derzeit im News-Corp-Gesamtkonstrukt.

Für institutionelle und fortgeschrittene Privatanleger aus Deutschland ist zudem die Relativbewertung spannend: Im Vergleich zu europäischen Medienwerten (z.B. Axel Springer vor dem Delisting, ProSiebenSat.1) bietet News Corp ein höheres Digitalgewicht und internationalere Diversifikation. Gegenüber US-Content-Giganten (Disney, Paramount, Warner Bros. Discovery) ist News Corp weniger Streaming-abhängig und damit weniger CAPEX-intensiv, dafür aber auch weniger wachstumsstark im Entertainmentsegment.

In Summe lässt sich die Analystensicht aus deutscher Perspektive so zuspitzen:

  • Für konservative Anleger mit Fokus auf stabile Cashflows und Dividenden ist News Corp ein potenzieller Baustein im globalen Medien- und Kommunikationssektor.
  • Für wachstumsorientierte Anleger ist die Aktie eher als Satellitenposition interessant, um auf eine Re-Rating-Story durch KI, Daten und mögliche Portfoliotransaktionen zu setzen.
  • Für Trader bietet das Papier mittelfristig Chancen über Nachrichten-Flow (Quartalszahlen, KI-Deals, M&A-Spekulationen), aber ohne die Volatilität reiner Meme- oder High-Growth-Titel.

Unabhängig vom Lager sollten deutsche Anleger vor einem Einstieg drei Punkte prüfen:

  • USD-Exposure: Passt die Dollargewichtung insgesamt noch zum Depot?
  • Branchendiversifikation: Ist das Medien-/Kommunikationssegment bereits stark vertreten oder dient News Corp tatsächlich als Diversifikationsbaustein?
  • Zeithorizont: Mindestens mittelfristiger Anlagehorizont, da die Story eher über Jahre als über Monate spielt.

Fazit für deutsche Anleger: News Corp (Class A) ist keine heiße Zocker-Story, sondern ein Medien- und Daten-Konzern mit soliden Fundamentaldaten, einem KI- und Digitalhebel – und einem Bewertungsprofil, das eher an unterbewertete Qualitätswerte erinnert als an hochgejubelte Wachstumstitel. Wer sich des Währungsrisikos bewusst ist und einen mittelfristigen Horizont mitbringt, kann die Aktie als Beimischung im globalen Aktienportfolio prüfen.

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