Frankfurt Schluss: Dax knickt ein - Nervosität wegen Iran-Krieg
26.03.2026 - 18:14:25 | dpa.deDer Ölpreis der Nordseesorte Brent, der am Mittwochmorgen noch unter 100 Dollar gerutscht war, lag zuletzt mit 109 Dollar wieder deutlich über dieser Marke. Während des Iran-Kriegs ist er der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt.
Entsprechend schloss der Dax DE0008469008 1,50 Prozent im Minus bei 22.612,97 Punkten. Er blieb damit aber in der Spanne vom Montag, als er im Tagesverlauf bei widersprüchlicher Nachrichtenlage um spektakuläre 1.300 Punkte geschwankt hatte. Der MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen deutschen Werten verlor am Donnerstag letztlich 1,93 Prozent auf 28.264,78 Zähler.
Für Europas andere wichtige Börsen ging es ebenfalls abwärts. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 fiel um 1,5 Prozent. Außerhalb des Euroraums verlor der Londoner FTSE GB0001383545 1,3 Prozent und der Züricher SMI CH0009980894 0,6 Prozent. In New York büßte der Dow Jones Industrial US2605661048 zuletzt 0,7 Prozent ein.
Aktuell pendelt der Nahost-Krieg weiter zwischen Drohkulisse und Diplomatie - bei widersprüchlichen Aussagen. Glaubt man dem US-Präsidenten Donald Trump, dann "fleht" der Iran um einen Deal. Trump warnte Teheran erneut vor Konsequenzen, sollte es zu keiner Einigung kommen. Der Iran müsse ernsthaft verhandeln, es gebe keinen Weg zurück. Die Folgen würden sonst "nicht schön" sein.
Wie die Nachrichtenagentur Tasnim berichtet, übermittelte der Iran in der Nacht zum Donnerstag eine Antwort auf den 15-Punkte-Vorschlag der USA für ein Kriegsende - unter anderem mit der Forderung nach einem Ende der Kampfhandlungen an allen Fronten. Teheran warte nun auf eine Antwort aus Washington, hieß es weiter. Der US-Sondergesandten Steve Witkoff sieht unterdessen gute Aussichten auf Erfolg. "Wir haben starke Anzeichen, dass es eine Möglichkeit gibt", sagte er bei einer Kabinettssitzung im Weißen Haus. "Ohne greifbare Ergebnisse schenken die Börsianer der Diplomatie keinen Glauben", kommentierte Stephan Innes von SPI Asset Management. Die Energiekosten seien nicht mehr bloß eine Gefahr, sie kämen in der Wirtschaft inzwischen immer stärker belastend an. Auch die Verbraucherstimmung leidet, wie Daten der Konsumforschungsinstitute GfK und NIM zeigen.
Angesichts der Konjunktursorgen gerieten vor allem die zuletzt stark erholten Rohstoffwerte wieder unter Druck. Hinzu kam, dass Worthington Steel in den USA nach Börsenschluss mit Geschäftszahlen enttäuschte. Am deutschen Markt verbuchten die Aktien der Metallhersteller Aurubis DE0006766504, Salzgitter DE0006202005 und Thyssenkrupp DE0007500001 Kursabschläge zwischen 3,6 und 4,5 Prozent.
Größter Verlierer im Dax waren die zuletzt deutlich erholten Siemens Energy DE000ENER6Y0 mit minus 5,2 Prozent. Deutz DE0006305006 verloren nach Geschäftszahlen im MDax 7,2 Prozent. Börsianern schmeckte das Profitabilitätsziel des Motorenbauers für 2026 nicht. Ähnlich erging es Kontron AT0000A0E9W5 im SDax mit einem Abschlag von mehr als 14 Prozent. Der Spezialist für Produkte rund um das sogenannte Internet-der-Dinge (IoT) enttäuschte die Anleger mit seinem Gewinnziel für 2026. Auch KSB DE0006292030 und Medios DE000A1MMCC8 verloren prozentual zweistellig.
Gewinner waren rar gesät. Besonders deutlich ging es für Eckert & Ziegler DE0005659700 und SMA Solar DE000A0DJ6J9 nach Zahlen empor. Der Solarzulieferer erreichte zwischenzeitlich einen Höchststand seit Juni 2024 und endete 8,2 Prozent höher./edh/jha/
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---
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