Frankfurt Schluss: Klare Gewinne nach US-Plan für Kriegsende
25.03.2026 - 18:19:22 | dpa.deDer Ölpreis als momentan wichtigster Gradmesser der Anlegersorgen reagierte für den Markt grundsätzlich positiv: Rohöl der Nordseesorte Brent lag nach einem frühen Rutsch unter die Marke von 100 US-Dollar im späten Handel wieder etwas darüber. Im Laufe des Krieges war er mit fast 120 Dollar auf ein Hoch seit 2022 geklettert.
Die im Zuge des Iran-Krieges deutlich eingetrübte Stimmung in der deutschen Wirtschaft, die das Ifo-Institut am Vormittag meldete, überraschte wohl kaum jemanden.
Der Dax DE0008469008 bröckelte am Nachmittag etwas ab und schloss 1,41 Prozent höher bei 22.957,08 Punkten. Der MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen deutschen Werten gewann letztlich 2,48 Prozent auf 28.821,32 Zähler.
Auch Europas andere wichtige Börsen legten deutlich zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 stieg um 1,2 Prozent. Außerhalb des Euroraums gewannen der Londoner FTSE GB0001383545 1,4 Prozent und der Züricher SMI CH0009980894 1,6 Prozent. In New York kletterte der Dow Jones Industrial US2605661048 zuletzt um 0,8 Prozent nach oben.
"Die Situation im Nahen Osten bleibt unklar und wird von vielen Gerüchten und Spekulationen getragen. So sollen die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA ins Stocken geraten sein, nachdem der Iran die Forderungen in den Verhandlungen als unlogisch bezeichnet habe. Auch deshalb konnte der Dax das Niveau über 23.000 Punkten nicht halten, das er am Morgen noch sehr beherzt übersprungen hatte", kommentierte Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets.
Besonders stark gefragt waren europaweit Rohstoffwerte, die zuletzt deutlich Federn gelassen hatten. Der Stoxx Europe 600 Basic Resources EU0009658624 hatte in fast vier Kriegswochen beinahe 19 Prozent verloren, nachdem er kurz zuvor noch einen Rekordstand erreicht hatte. Hohe Energiekosten und eingetrübte Konjunkturaussichten vergrämten die Anleger.
Im Dax führten Siemens Energy DE000ENER6Y0 mit plus 4,6 Prozent die Gewinnerliste an. Auch Industriewerte hatten schwer gelitten, Siemens Energy hatten im Laufe des Krieges zwischenzeitlich fast 20 Prozent an Wert verloren.
Im MDax schossen Lanxess DE0005470405 nach einem Analystenkommentar um mehr als 17 Prozent nach oben und bauten ihre Erholung vom Tief seit 2009 am Montag inzwischen auf rund 50 Prozent aus. JPMorgan-Experte Chetan Udeshi sieht die Kölner als einen der stärksten Kriegsprofiteure in der Chemiebranche. Er drehte sein skeptisches "Underweight" in eine "Overweight"-Empfehlung.
Die Titel von Aixtron DE000A0WMPJ6 ließen erstmals seit mehr als zwei Jahren die Marke von 35 Euro hinter sich und verteuerten sich am Ende um 8,8 Prozent. Im noch recht jungen Börsenjahr hat sich der Aixtron-Kurs mehr als verdoppelt. Damit ist die Aktie der größte Gewinner unter den deutschen Standardwerten. Der europäische Technologiesektor liegt seit Jahresbeginn hingegen leicht im Minus.
Die Papiere von Jenoptik DE000A2NB601 gewannen nach bestätigten Geschäftszahlen für 2025 und einem konkretisierten Ausblick auf das laufende Jahr 14,6 Prozent. Das Technologie-Unternehmen will trotz eines Gewinnrückgangs seinen Aktionären eine höhere Dividende zahlen.
Der Biokraftstoffhersteller Verbio DE000A0JL9W6 erhöhte dank einer starken Nachfrage und hoher Preise sein Ergebnisziel für das Geschäftsjahr 2025/26. Die Aktie ging mit einem Kursplus von 6,4 Prozent aus dem Handel./edh/jha/
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---
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