MuddyWater, Schifffahrt

MuddyWater greift globale Schifffahrt mit neuem Rust-Trojaner an

16.01.2026 - 05:53:12

Die Hackergruppe MuddyWater greift mit einer neuartigen, in Rust programmierten Schadsoftware gezielt Reedereien und Logistikunternehmen an. Die Bedrohung für die Lieferketten nimmt zu.

Die weltweite Schifffahrtsindustrie steht vor einer eskalierenden Cyber-Bedrohung. Ein iranischer Spionageverband hat eine neue, hochgefährliche Malware entwickelt, die gezielt Reedereien, Finanzdienstleister und diplomatische Einrichtungen angreift. Das gefährdet auch die sensiblen Datenströme der globalen Lieferketten.

„RustyWater“: Ein gefährlicher Evolutionssprung

Die Cybersecurity-Firma CloudSEK hat die neue Kampagne identifiziert. Sie wird der mit dem Iran verbundenen Hackergruppe MuddyWater zugeschrieben. Das Besondere: Die Gruppe setzt erstmals eine in der Programmiersprache Rust geschriebene Schadsoftware ein, getauft auf den Namen „RustyWater“. Dieser Wechsel ist strategisch. Rust bietet der Malware bessere Tarnung, erschwert die Erkennung durch herkömmliche Antivirenprogramme und ermöglicht einen modularen Aufbau. Ein gefährlicher Evolutionssprung für die bereits erfahrene Gruppe.

Der Angriff beginnt klassisch, aber präzise: mit spearphishing. Die Täter verschicken täuschend echte E-Mails, die vermeintlich von Behörden oder Unternehmen aus dem Nahen Osten stammen. Im Anhang lauert ein manipuliertes Word-Dokument. Wird der Nutzer dazu verleitet, Makros zu aktivieren, startet eine komplexe Angriffskette. Die RustyWater-Malware nistet sich im System ein, verschafft sich dauerhaften Zugriff und öffnet eine Hintertür zu den Servern der Angreifer. Von dort aus können sie Daten ausspähen, stehlen und weitere Schadmodule nachladen.

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Warum die Schifffahrt im Fokus steht

Die maritime Branche ist ein lukratives Ziel. Sie bewegt bis zu 90 Prozent des Welthandels und verwaltet einen enormen Datenschatz: Frachtpapiere, Schiffspläne, Besatzungsinformationen und Finanzunterlagen. Ein erfolgreicher Cyberangriff kann hier massive operative Störungen, wirtschaftliche Schäden und den Diebstahl wertvoller Handels- oder Militärgeheimnisse verursachen.

Die MuddyWater-Kampagne ist kein Einzelfall. Sie setzt eine besorgniserregende Serie von Attacken auf die Logistikbranche fort. Bereits 2024 hatten Hacker nordamerikanische Transportunternehmen angegriffen, indem sie sich als Anbieter branchenüblicher Software wie Samsara tarnten. Das Muster ist klar: Die Angreifer passen ihre Köder und Taktiken gezielt der Logistikwelt an – oft mit erstaunlichem Insiderwissen über Arbeitsabläufe.

Alte Sicherheitsvorkehrungen reichen nicht mehr

Die Entscheidung einer prominenten APT-Gruppe für Rust ist ein Weckruf für die gesamte Cybersicherheitsbranche. Sie zeigt, dass staatlich unterstützte Hacker ständig innovieren, um Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen. Die modulare Natur von RustyWater erlaubt es ihnen, ihre Aktivitäten nach der Infektion perfekt auf das Opfer zuzuschneiden – egal, ob es um diplomatische Depeschen, Finanzdaten oder sensible Schiffslogistik geht.

Für Unternehmen, besonders im maritimen Sektor, bedeutet das: Traditionelle Schutzmaßnahmen allein genügen nicht mehr. Experten fordern eine mehrschichtige Verteidigungsstrategie. Dazu gehören:
* Robuste E-Mail-Sicherheitsgateways zur Filterung von Phishing-Versuchen.
* Moderne Endpoint-Detection-and-Response-Lösungen (EDR), die anomales Verhalten erkennen.
* Kontinuierliche Schulungen der Mitarbeiter, um sie für raffinierte Social-Engineering-Tricks zu sensibilisieren.

Angesichts anhaltender geopolitischer Spannungen wird die Bedrohung für kritische Infrastrukturen wie die Schifffahrt weiter zunehmen. Die „RustyWater“-Kampagne unterstreicht, dass jedes Glied der globalen Lieferkette ein potenzielles Ziel ist. Die Branche fordert nun verstärkten Informationsaustausch und harmonisierte Sicherheitsstandards, um sich gegen diese hoch entwickelten und hartnäckigen Gegner zu wappnen.

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