Mehrwertsteuer-Dauererlass, Gastronomie

Mehrwertsteuer-Dauererlass: Gastronomie atmet auf

27.02.2026 - 03:10:04 | boerse-global.de

Seit Jahresbeginn 2026 gilt für Restaurant-Speisen dauerhaft der ermäßigte Steuersatz. Die Branche gewinnt Planungssicherheit, doch Preissenkungen für Gäste sind unwahrscheinlich.

Mehrwertsteuer-Dauererlass: Gastronomie atmet auf - Foto: über boerse-global.de
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Die Mehrwertsteuer auf Restaurant-Speisen sinkt dauerhaft auf 7 Prozent. Die Branche erhält damit die lang ersehnte Planungssicherheit.

Nach monatelangem politischem Ringen ist es beschlossene Sache: Seit dem 1. Januar 2026 gilt für alle im Restaurant verzehrten Speisen dauerhaft der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent. Der Bundesrat hatte die Neuregelung im Dezember 2025 endgültig abgesegnet. Damit endet die Unsicherheit, die seit der Rückkehr zum vollen Satz von 19 Prozent Anfang 2024 über der Branche hing.

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Ein Sieg für die Steuergerechtigkeit

Die Neuregelung stellt den Verzehr vor Ort steuerlich mit dem Außer-Haus-Verkauf gleich. Branchenverbände wie der DEHOGA Bundesverband feiern dies als überfälligen Schritt zu mehr Fairness. "Dies ist ein Sieg für die Steuergerechtigkeit und sichert Arbeitsplätze sowie unsere kulinarische Vielfalt", so die einhellige Meinung.

Doch die generelle Entlastung täuscht nicht über die anhaltend angespannte Lage hinweg. Explodierende Kosten für Energie, Lebensmittel und Personal setzen die Betriebe weiter unter massiven Druck. Die Steuersenkung gibt Luft zum Atmen – mehr aber auch nicht.

Vom Corona-Hilfsinstrument zur Dauerlösung

Der Weg zu dieser Entscheidung war lang. Ihren Ursprung hat die Debatte in der Pandemie. Im Juli 2020 wurde der Steuersatz temporär von 19 auf 7 Prozent gesenkt, um die geschundene Branche zu stützen. Diese Regelung lief Ende 2023 aus.

Die Rückkehr zum vollen Satz traf die Gastronomen ins Mark. Sie kämpften gleichzeitig mit Rekordkosten und einem akuten Fachkräftemangel. Die Folge: steigende Insolvenzzahlen und existenzielle Ängste, besonders bei familiengeführten Betrieben. Die politische Umsetzung der im Koalitionsvertrag vereinbarten Dauerlösung zog sich dann bis in den Dezember 2025 hin.

Das bedeutet die neue Regelung konkret

Ab sofort gilt der ermäßigte Satz von 7 Prozent für alle Speisen – egal ob im Restaurant, Café, in der Kantine oder per Catering serviert. Dies schließt auch die Gemeinschaftsverpflegung in Schulen und Krankenhäusern ein.

Wichtig sind die Grenzen:
* Getränke unterliegen weiterhin dem vollen Steuersatz von 19 Prozent.
* Bei Kombi-Angeboten aus Essen und Trinken müssen die Preise aufgeteilt und die Steuersätze getrennt ausgewiesen werden.

Für die Gastronomie bedeutet dies vor allem langfristige Rechtssicherheit. Preise, Personalplanung und Investitionen können nun verlässlicher kalkuliert werden.

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Eine milliardenschwere Entlastung – für wen?

Die wirtschaftlichen Auswirkungen werden kontrovers diskutiert. Der Staat verzichtet auf geschätzte 3,6 Milliarden Euro Steuereinnahmen pro Jahr.

Während Ökonomen wie Professor Justus Haucap die Beseitigung der Wettbewerbsverzerrung begrüßen, gibt es auch kritische Stimmen. Professorin Dominika Langenmayr befürchtet, dass die Entlastung kaum bei den Gästen ankommt und der Fiskus leer ausgeht.

Tatsächlich deuten erste Branchenstimmen darauf hin: Die meisten Betriebe werden den finanziellen Spielraum nutzen, um ihre angeschlagenen Margen zu stabilisieren und gestiegene Kosten abzufedern. Flächendeckende Preissenkungen für die Gäste sind daher unwahrscheinlich. "Es geht erstmal darum, wirtschaftlich wieder Luft zu holen", so ein gängiges Argument.

Atempause in stürmischen Zeiten

Die Entscheidung fällt in eine phase des tiefgreifenden Wandels. Der Fachkräftemangel bleibt das drängendste Problem neben den hohen Kosten. Viele Beschäftigte sind der Branche während der Pandemie endgültig ferngeblieben.

Die dauerhafte 7-Prozent-Regelung ist daher vor allem ein stabilisierender Faktor. Sie gibt den Betrieben eine verlässliche Planungsgrundlage zurück. Ob sie die kulinarische Landschaft Deutschlands nachhaltig sichert, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Die Bundesregierung hat eine genaue Beobachtung der Auswirkungen angekündigt.

Für die Gäste bedeutet die Neuregelung wohl nicht das günstigere Schnitzel. Sie soll aber sicherstellen, dass es überhaupt noch jemanden gibt, der es brät.

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