Medikamente, Vitaminräuber

Medikamente als Vitaminräuber: Die unterschätzte Gefahr

07.02.2026 - 05:12:11

Gängige Arzneimittel wie Metformin, Säureblocker und die Pille können zu einem Mangel an B-Vitaminen führen, der oft unerkannt bleibt. Experten fordern mehr Aufklärung und regelmäßige Kontrollen.

Millionen Deutsche nehmen täglich Medikamente, die heimlich B-Vitamine rauben. Diese „Stoffwechsel-Falle“ kann von chronischer Müdigkeit bis zu Nervenschäden führen. Experten schlagen Alarm: Der Nährstoffhaushalt wird bei Langzeittherapien oft sträflich vernachlässigt.

Diese Medikamente leeren Ihre Vitamin-Speicher

Die Wechselwirkung ist tückisch. Arzneimittel können die Aufnahme, Verwertung oder Ausscheidung essenzieller Vitamine blockieren. B-Vitamine sind besonders anfällig – sie steuern als Co-Enzyme unseren Energie-Stoffwechsel, die Blutbildung und die Nervenfunktion. Ein Mangel bleibt oft lange unentdeckt, weil seine Symptome der Grunderkrankung zugeschrieben werden.

Die Liste der „Vitaminräuber“ liest sich wie ein Who-is-who der häufigsten Verordnungen:

  • Metformin: Das Diabetes-Medikament Nummer eins behindert massiv die Aufnahme von Vitamin B12. Die Folge können Nervenschäden sein, die einer diabetischen Neuropathie gleichen – eine fatale Verwechslung.
  • Säureblocker (PPI): Omeprazol & Co. reduzieren die Magensäure, die für die B12-Freisetzung aus der Nahrung nötig ist. Langfristig leeren sie die körpereigenen Speicher.
  • Die Pille: Hormonelle Verhütungsmittel senken nachweislich die Spiegel von Vitamin B6, B12 und Folsäure. Mögliche Folgen: Stimmungstiefs, Erschöpfung und – kritisch bei Kinderwunsch – ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen beim Fötus.
  • Weitere Risikokandidaten: Bestimmte Blutdrucksenker, Antiepileptika und Entzündungshemmer wie Ibuprofen greifen ebenfalls in den Vitamin-Haushalt ein, vor allem bei der Folsäure.

Müde, gereizt, vergesslich? Das könnten Mangelsymptome sein

Die Warnsignale des Körpers sind vielfältig, aber unspezifisch. Sie schleichen sich ein und werden oft falsch gedeutet. Typische Anzeichen für einen B-Vitamin-Mangel sind:

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Viele Vitaminmängel bleiben unentdeckt, weil Laborwerte falsch interpretiert oder wichtige Vitalstoff-Parameter nicht getestet werden. Ein gratis 25-seitiger PDF-Report erklärt verständlich, welche Blutwerte (z. B. Vitamin B12, Folsäure, Hämoglobin) wirklich zählen, wann präzisere Spezialtests sinnvoll sind und wie Sie Fehldiagnosen vermeiden. Außerdem finden Sie konkrete Hinweise, welche Werte Sie gezielt beim Arzt oder in der Apotheke ansprechen sollten, wenn Sie unter Müdigkeit, Kribbeln oder Konzentrationsproblemen leiden. Jetzt Laborwerte-Guide sichern

  • Allgemein: Dauermüdigkeit, Schwäche, Konzentrationsprobleme
  • Neurologisch: Kribbeln in Händen und Füßen, Gangunsicherheit
  • Psychisch: Depressive Verstimmungen, Reizbarkeit, Schlafstörungen
  • Blutbild: Eine spezielle Form der Blutarmut (megaloblastäre Anämie)

Die Gefahr: Diese Symptome landen schnell in der Schublade „Nebenwirkung“ oder „Alterserscheinung“. Im schlimmsten Fall werden weitere Medikamente dagegen verschrieben – und der Teufelskreis aus Mangel und Fehlbehandlung schließt sich.

Warum Ärzte und Patienten oft ahnungslos bleiben

Trotz bekannter Fakten ist das Thema im Praxisalltag kaum präsent. Standardwarnungen oder routinemäßige Blutkontrollen auf Vitaminspiegel gibt es nicht. Dabei raten Fachgesellschaften eindringlich zum proaktiven Handeln.

Der Appell an Patienten: Sprechen Sie Ihren Arzt oder Apotheker gezielt auf mögliche Wechselwirkungen an! Es geht nicht um ein Absetzen lebenswichtiger Medikamente, sondern um gezielte Überwachung. Eine angepasste Ernährung oder Nahrungsergänzung kann notwendig sein – aber immer in ärztlicher Absprache, um Überdosierungen zu vermeiden.

Die Forderung: Nährstoff-Check muss in die Leitlinien

Experten fordern ein Umdenken. Die Mikronährstoffmedizin muss fester Bestandteil der Therapieplanung werden. Das bedeutet:

  • Bessere Aufklärung für Ärzte und Patienten
  • Aktualisierte Leitlinien mit Empfehlungen für Laborkontrollen bei Risikogruppen
  • Langfristig: Mehr Lebensqualität für Patienten und weniger Folgekosten für das Gesundheitssystem

Die Botschaft ist klar: Wer langfristig Metformin, die Pille oder Säureblocker nimmt und unter unklaren Beschwerden leidet, sollte den Vitamin-Status überprüfen lassen. Es könnte der Schlüssel zum Wohlbefinden sein.

@ boerse-global.de