Luxusbranche meldet sich nach schwierigem Jahr zurück
14.02.2026 - 11:18:54 | boerse-global.deHerm und LVMH zeigen mit ihren Jahreszahlen für 2025, dass der europäische Luxusmarkt wieder Boden unter den Füßen hat. Während der Marktführer Hermès mit neuen Rekorden glänzt, stabilisiert sich Branchenprimus LVMH. Nur Kering steckt noch tief in der Restrukturierung.
Die Zahlen, die diese Woche veröffentlicht wurden, deuten auf eine spürbare Erholung hin. Nach einem von geopolitischen Unsicherheiten und Kaufzurückhaltung in China geprägten Jahr 2025 beweist das absolute Spitzensegment nun wieder Stärke.
Die unangefochtene Erfolgsmeldung liefert das Pariser Traditionshaus Hermès. Sein konsolidierter Umsatz überschritt 2025 die Marke von 16 Milliarden Euro ? ein währungsbereinigtes Wachstum von 9 Prozent.
Besonders bemerkenswert: Die operative Marge liegt unverändert auf Rekordniveau bei rund 41 Prozent. Analysten werten dies als Beweis für die einzigartige Strategie der Verknappung und die extrem hohe Begehrlichkeit der Marke.
Hermès konnte in allen Regionen zulegen, mit zweistelligen Zuwachsraten in Amerika und Japan. Das zeigt: Der ultra-exklusive "True Luxury" floriert auch in volatilen Zeiten.
LVMH stabilisiert sich nach Konsolidierung
Für den weltgrößten Luxusgüterkonzern LVMH war 2025 ein Jahr der Konsolidierung. Der Umsatz belief sich auf 80,8 Milliarden Euro, was einem organischen Rückgang von 1 Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2024 entspricht.
Doch die Dynamik verbesserte sich im Jahresverlauf spürbar. Nach Rückgängen im ersten Halbjahr verzeichnete LVMH im zweiten Halbjahr wieder ein leichtes organisches Wachstum von 1 Prozent.
Die Sparte "Fashion & Leather Goods" mit Louis Vuitton und Dior erwies sich als widerstandsfähig. Sie profitierte von starker lokaler Nachfrage in den USA und einer schrittweisen Erholung in Europa.
Kering kämpft noch mit tiefgreifenden Problemen
Im Gegensatz dazu steckt der Kering-Konzern mit Marken wie Gucci und Saint Laurent mitten in der Restrukturierung. Die Zahlen verdeutlichen die Herausforderungen: Der Umsatz sank 2025 auf 14,7 Milliarden Euro, ein Minus von rund 13 Prozent.
Die Hauptmarke Gucci musste ein Umsatzminus von 22 Prozent verkraften. Die Neupositionierung der Marke dauert länger als erwartet.
Dennoch reagierte der Markt nicht nur negativ. Experten sehen in den radikalen Maßnahmen des Managements die notwendigen Schritte für eine langfristige Gesundung. Für 2026 wird die Talsohle erwartet.
Drei Trends prägen den neuen Luxusmarkt
Die aktuellen Zahlen bestätigen Studien von Bain & Company: Der globale Luxusmarkt stagnierte 2025 bei rund 358 Milliarden Euro. Drei zentrale Trends zeichnen sich ab:
- Die Polarisierung schreitet voran: Die Schere zwischen Ultra-Luxus (wie Hermès) und dem zugänglichen Luxus öffnet sich weiter.
- Erlebnis schlägt Besitz: Ausgaben für "Experiential Luxury" ? also Luxushotels und exklusive Reisen ? wachsen schneller als für physische Güter.
- Neue Wachstumsmärkte: Während China stottert, gewinnen Japan, der Nahe Osten und die USA an Bedeutung.
Für 2026 prognostizieren Marktforscher ein moderates, aber gesünderes Wachstum von 4 bis 6 Prozent. Die europäischen Luxusmarken setzen nun wieder verstärkt auf Produktinnovation und exklusive Kundenerlebnisse ? statt auf aggressive Preiserhöhungen.
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