Krankenstand, Höchststand

Krankenstand erreicht 2026 neuen Höchststand

08.03.2026 - 00:00:04 | boerse-global.de

Der Krankenstand erreicht mit 5,4 Prozent ein historisches Hoch. Psychische Leiden sind der zweithäufigste Ausfallgrund, was eine Debatte über Arbeitsbedingungen und Prävention auslöst.

Krankenstand erreicht 2026 neuen Höchststand - Foto: über boerse-global.de
Krankenstand erreicht 2026 neuen Höchststand - Foto: über boerse-global.de

Deutschlands Wirtschaft kämpft mit einem historisch hohen Krankenstand. Laut aktuellem DAK-Report fehlte jeder Arbeitnehmer im Schnitt 19,5 Tage. Die Folge: Eine hitzige Debatte über die Zukunft der Arbeit.

Psychische Leiden legen dramatisch zu

Die Zahlen der DAK-Gesundheit sind alarmierend. Mit einer Quote von 5,4 Prozent verharrt der Krankenstand auf Rekordniveau. Besonders besorgniserregend ist der Trend bei psychischen Erkrankungen. Sie verzeichneten den stärksten Zuwachs und sind jetzt der zweithäufigste Grund für Fehltage.

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Branchenunterschiede sind enorm. Im Gesundheitswesen fielen mit 22,5 Tagen die meisten Mitarbeiter aus. In der IT-Branche waren es mit 12,6 Tagen am wenigsten. DAK-Chef Andreas Storm fordert angesichts der Daten einen nationalen Krankenstands-Gipfel im Kanzleramt.

Arbeitgeber fordern Ende der Telefon-Krankschreibung

Die hohen Ausfallzeiten belasten die Unternehmen finanziell massiv. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) drängt auf politische Gegenmaßnahmen. In einem Positionspapier fordern sie die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. Diese sei zu missbrauchsanfällig und untergrabe das Vertrauen.

Doch immer mehr Firmen erkennen: Restriktionen allein lösen das Problem nicht. Der Fokus verschiebt sich auf Prävention. Investitionen in die Gesundheit der Belegschaft werden zur ökonomischen Notwendigkeit.

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Betriebliche Gesundheitsförderung kommt an

Laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz kennen inzwischen 53 Prozent der Beschäftigten entsprechende Angebote ihres Arbeitgebers. Und 58 Prozent von ihnen nutzen diese auch. Besonders Großunternehmen setzen auf systematische Programme.

Die Art der Maßnahmen hat sich gewandelt. Neben klassischer Ergonomieberatung rücken Konzepte für mentale Gesundheit und hybrides Arbeiten in den Vordergrund. Eine Studie von Fraunhofer IAO und Techniker Krankenkasse zeigt: Homeoffice kann produktiver sein – aber nur mit den richtigen Gesundheitsmaßnahmen.

Vom Yoga-Kurs zum systematischen Management

Die Betriebliche Gesundheitsförderung professionalisiert sich. Aus einzelnen Aktionen wird ein ganzheitliches Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM). Psychische Gefährdungsbeurteilungen und Beratungsangebote werden zum Standard.

Ein Schlüsselfaktor ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Moderne Konzepte integrieren daher Familienservices, um Belastungen aus dem Privatleben abzufedern. Für junge Arbeitnehmer ist ein gesundes Arbeitsumfeld ein entscheidendes Kriterium bei der Jobwahl.

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