KI-Verordnung, Bundeskabinett

KI-Verordnung: Bundeskabinett ebnet Weg für Regulierung im Personalwesen

14.02.2026 - 01:42:12

Die Bundesregierung setzt die EU-KI-Verordnung um und stellt die Bundesnetzagentur als Aufsichtsbehörde ein. Viele Personalsoftware-Tools gelten nun als Hochrisiko-Systeme mit strengen Auflagen.

Die Bundesregierung schafft einen Rechtsrahmen für Künstliche Intelligenz – und stellt HR-Abteilungen vor neue Herausforderungen.

Das Bundeskabinett hat diese Woche die nationale Umsetzung der europäischen KI-Verordnung beschlossen. Mit dem Gesetzentwurf wird die Bundesnetzagentur zur zentralen Aufsichtsbehörde ernannt. Diese Entscheidung fällt in eine Zeit, in der KI-Tools das Recruiting bereits tiefgreifend verändern. Unternehmen müssen nun Innovation und Regulierung unter einen Hut bringen.

Bundesnetzagentur wird zentrale KI-Aufsicht

Deutschland setzt mit dem Beschluss ein Signal für einen sicheren und innovationsfreundlichen KI-Standort. Kern des Gesetzes ist die klare Benennung der Bundesnetzagentur als überwachende Behörde. Ziel ist es, Vertrauen in KI-Systeme zu stärken und Unternehmen Planungssicherheit zu geben. Ein besonderes Element zur Förderung von Innovation sind geplante KI-Reallabore. In diesen sollen neue Systeme unter realen Bedingungen erprobt werden können.

HR-Tools als Hochrisiko-Systeme eingestuft

Für Personalabteilungen hat die EU-Regulierung direkte Konsequenzen. Bestimmte Anwendungen, die Grundrechte gefährden, werden explizit verboten. Dazu gehört etwa der Einsatz von Systemen zur Emotionserkennung am Arbeitsplatz. Besonders relevant: Viele KI-Tools für Recruiting, Beförderung oder Personalbewertung gelten künftig als Hochrisiko-Systeme. Ihr Einsatz unterliegt dann strengen Auflagen zu Transparenz, Datensicherheit und menschlicher Kontrolle. Die endgültige Entscheidungsgewalt bleibt beim Menschen.

Anzeige

Die neue EU‑KI-Verordnung bringt konkrete Pflichten für Anbieter und Anwender von KI‑Systemen mit sich – von Risikoklassen über Kennzeichnungspflichten bis zu umfangreicher Dokumentation. Unser kompakter Umsetzungsleitfaden erklärt praxisnah, wie Sie Ihre Recruiting‑Tools richtig klassifizieren, welche Nachweise erforderlich sind und welche Übergangsfristen gelten. Ein Download, der HR‑Verantwortlichen und Entwicklern schnell Klarheit für die nächsten Schritte gibt. Jetzt kostenlosen Umsetzungsleitfaden zur KI-Verordnung herunterladen

KI durchdringt Recruiting – trotz neuer Regeln

Die Regulierung bremst den Siegeszug der KI im Personalwesen nicht. Eine Analyse zeigt: Die Erwähnung von KI-Kompetenzen in HR-Stellenanzeigen stieg 2025 um 138,7 Prozent. 2026 etabliert sich KI fest in zentralen Prozessen: beim Verfassen von Anzeigen, der Kandidatensuche, dem automatisierten Profil-Matching und der Interviewvorbereitung. Die Rolle der Recruiter wandelt sich dadurch fundamental – von administrativen Aufgaben hin zur strategischen Datenanalyse und Beratung.

„Skills-First“: Der Lebenslauf verliert an Bedeutung

Ein zentraler Trend für 2026 ist die Abkehr vom klassischen Lebenslauf. Da Bewerber zunehmend KI zur Optimierung ihrer Unterlagen nutzen, verlieren diese an Aussagekraft. Die Antwort der Unternehmen heißt „Skills-First“. Der Fokus liegt auf nachweisbaren Fähigkeiten, die durch praktische Aufgaben und Assessments überprüft werden. Dieser Ansatz ermöglicht eine treffsichere Auswahl und eröffnet Talenten mit unkonventionellen Werdegängen neue Chancen.

Balanceakt zwischen Innovation und Schutz

Die neue Gesetzgebung sucht den Ausgleich zwischen technologischem Fortschritt und Arbeitnehmerrechten. Während die Regierung die Wettbewerbschancen betont, fordern Gewerkschaften wie der DGB eine stärkere „vorausschauende Mitbestimmung“. Ein praktisches Problem bleibt der unkontrollierte Einsatz von „Schatten-KI“ durch Mitarbeitende. Die klare Benennung der Bundesnetzagentur soll hier Grauzonen beseitigen. Für HR wird die KI-Einführung damit nicht nur zur Tech-, sondern zur zentralen Governance-Aufgabe.

Die EU-KI-Verordnung tritt nun stufenweise bis 2027 in Kraft. Unternehmen müssen ihre bestehenden und geplanten KI-Anwendungen zeitnah auf Konformität prüfen. Die Reallabore der Bundesnetzagentur könnten sich zu wichtigen Testfeldern entwickeln. Der Trend ist klar: KI wird das Personalwesen nachhaltig verändern – aber in einem deutlich stärker regulierten Rahmen.

@ boerse-global.de

Hol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt anmelden.