Arbeitsplatz, Regeln

KI am Arbeitsplatz: Neue Regeln für den mentalen Schutz

19.01.2026 - 07:15:11

Die Einführung von KI-Systemen löst bei Beschäftigten massive Ängste aus und führt zu psychischen Belastungen. Experten fordern einen neuen digitalen Arbeitsschutz und konkrete Maßnahmen von Unternehmen.

KI verändert Jobs – und macht Mitarbeiter krank. Experten fordern jetzt einen neuen digitalen Arbeitsschutz, der die Psyche in den Fokus rückt. Die Einführung von KI-Systemen löst bei vielen Beschäftigten massive Ängste aus.

Die Sorge vor Jobverlust durch Automatisierung steht dabei an erster Stelle. Besonders junge Mitarbeiter sind betroffen: 44 Prozent der Generation Z und 42 Prozent der Millennials fürchten, dass ihre Fähigkeiten veralten. Doch die psychischen Belastungen gehen tiefer.

Wenn Technik krank macht: Der neue “Technostress”

Der ständige Druck, sich an neue Systeme anpassen zu müssen, erzeugt sogenannten Technostress. Studien zeigen, dass dieser langfristig zu Angstzuständen und Depressionen führen kann. Gleichzeitig steigt der empfundene Zeit- und Arbeitsdruck kontinuierlich.

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Ein weiteres Problem ist die soziale Isolation. Wenn die Interaktion mit KI-Systemen den Austausch mit Kollegen ersetzt, fehlt emotionale Unterstützung. Die Folge: Die Zahl der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen ist in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen.

Was Unternehmen jetzt tun müssen

Firmen sind in der Pflicht. Sie müssen psychische Belastungen in ihren Gefährdungsbeurteilungen bewerten. Ab Februar 2025 verschärft die EU mit dem AI Act die Regeln und führt eine explizite Arbeitgeberpflicht zur Sicherstellung der KI-Kompetenz ein.

Experten fordern drei konkrete Schritte:
* Transparente Kommunikation: Mitarbeiter aktiv in die KI-Einführung einbinden, um Ängste abzubauen.
* Psychologische Sicherheit: Führungskräfte müssen Räume schaffen, in denen Sorgen offen angesprochen werden können.
* Zielgerichtete Weiterbildung: Schulungen sollen Kompetenzunsicherheiten bekämpfen und den Umgang mit KI lehren.

Die andere Seite: KI als Helfer für die Psyche

Trotz der Risiken kann KI auch Teil der Lösung sein. Intelligente Tools übernehmen Routineaufgaben und schaffen so Freiräume. Laut einer Studie gab sogar eine Mehrheit der Befragten an, KI habe ihrer mentalen Gesundheit geholfen – etwa durch Unterstützung bei der Priorisierung.

Spannend ist die Offenheit der Mitarbeiter: Viele würden ein Gespräch über Stress lieber mit einem KI-Assistenten als mit ihrem Vorgesetzten führen. Das deutet auf ein Potenzial zur Entstigmatisierung psychischer Belastungen hin.

Die Balance zwischen technologischem Fortschritt und menschlichem Wohlbefinden wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor. Unternehmen, die ihre Belegschaft proaktiv auf diesem Weg begleiten, sichern sich langfristig gesunde und produktive Mitarbeiter.

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