Intervallfasten: Neue Studien entzaubern den Diät-Trend
26.02.2026 - 08:39:57 | boerse-global.deIntervallfasten verliert seinen Nimbus als Wundermittel. Eine aktuelle Cochrane-Analyse und weitere Studien zeigen: Für die reine Gewichtsabnahme ist die populäre Methode kaum besser als herkömmliche Diäten. Die Gebatte unter Experten ist neu entfacht.
Cochrane-Review stellt Nutzen infrage
Der neue Report, ein Goldstandard der medizinischen Evidenz, wertete 22 Studien mit fast 2.000 Teilnehmern aus. Sein ernüchterndes Fazit: Bei Erwachsenen mit Übergewicht reduziert Intervallfasten das Körpergewicht nicht oder nur minimal besser als andere Diätformen. Die Forschenden betonen, dass die aktuelle Beweislage den großen Hype nicht rechtfertigt. Allerdings: Die Vertrauenswürdigkeit dieser Ergebnisse gilt aufgrund methodischer Mängel in den Einzelstudien als "niedrig".
Was passiert eigentlich im Körper?
Die Faszination für das Intervallfasten gründet auf tiefen biologischen Prozessen. Nach 12 bis 16 Stunden ohne Nahrung schaltet der Körper auf Fettverbrennung um – die Ketose beginnt. Dieser Zustand senkt den Insulinspiegel und kann die Autophagie aktivieren. Dieser zelluläre Selbstreinigungsprozess, für dessen Erforschung es 2016 einen Nobelpreis gab, baut beschädigte Zellteile ab. Doch ist dieser Effekt im Alltag überhaupt messbar?
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Die entscheidende Variable: die Kalorien
Eine Schlüsselstudie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) und der Charité Berlin liefert die wahrscheinliche Antwort. Die ChronoFast-Studie untersuchte, ob ein achtstündiges Essensfenster den Stoffwechsel verbessert – bei konstant gehaltener Kalorienmenge. Das Ergebnis war klar: Ohne Kalorienreduktion gab es keine Verbesserungen bei Insulinsensitivität oder Cholesterinwerten.
Die Forschenden fanden lediglich, dass das Timing die innere Uhr verschieben kann. Der Schluss liegt nahe: Der oft beobachtete positive Effekt des Intervallfastens könnte primär auf die damit einhergehende, oft unbewusste, Kalorienrestriktion zurückzuführen sein. Nicht das Fenster macht den Unterschied, sondern die Menge.
Für wen lohnt sich das Fasten noch?
Die Studienlage zeichnet ein komplexes Bild. Intervallfasten kann für manche Menschen eine praktikable Methode sein, um ihre Kalorienaufnahme zu kontrollieren. Ein überlegenes Wundermittel ist es jedoch nicht. Experten wie Stefan Kabisch von der Charité zeigen sich von den Cochrane-Ergebnissen nicht überrascht.
Viele Fragen bleiben offen, besonders zu Langzeiteffekten und individuellen Faktoren wie Genetik. Bis diese geklärt sind, gilt: Der Schlüssel zum gesünderen Gewicht liegt weniger in der spezifischen Diätform, sondern in einer Methode, die individuell passt und langfristig durchhaltbar ist. Für gesunde Erwachsene gilt Intervallfasten weiter als sicher – bei Vorerkrankungen sollte jedoch ärztlicher Rat eingeholt werden.
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