Intervallfasten ist nicht besser als andere Diäten
17.02.2026 - 11:31:12 | boerse-global.deIntervallfasten hilft nicht mehr beim Abnehmen als herkömmliche Diäten. Das zeigt eine neue Übersichtsarbeit des Cochrane-Netzwerks, die diese Woche veröffentlicht wurde. Der entscheidende Faktor für den Gewichtsverlust bleibt das Kaloriendefizit – nicht der Zeitpunkt der Mahlzeiten.
Cochrane-Studie entzaubert Trend-Diät
Für die Analyse wertete ein internationales Forscherteam 22 Studien mit fast 2.000 übergewichtigen Erwachsenen aus. Das Ergebnis ist ernüchternd: Im Vergleich zu anderen Diätformen zeigte Intervallfasten „wenig bis keinen Unterschied“ beim Gewichtsverlust. Die Teilnehmer verloren im Schnitt nur etwa drei Prozent ihres Körpergewichts – ein Wert unter der klinisch bedeutsamen Fünf-Prozent-Marke.
Auch bei der Lebensqualität schnitt die populäre Methode nicht besser ab. Die zentrale Erkenntnis: Der oft beschworene Sonder-Effekt des Fastens scheint zu schwinden, wenn man die reine Kalorienzufuhr betrachtet.
Kalorien zählen, nicht die Uhr
Die Studie bestätigt, was Ernährungswissenschaftler schon länger vermuten: Intervallfasten wirkt vor allem, weil es unbewusst zu einer geringeren Gesamtkalorienaufnahme führt. Fällt dieser Effekt weg, bleiben auch die vermeintlichen Gesundheitsvorteile aus.
Eine frühere Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) und der Charité kam zum selben Schluss. Bei gleichbleibender Kalorienzahl führte das Fasten zu keinen messbaren Verbesserungen bei Stoffwechsel oder Insulinresistenz. Die Forscher schlossen daraus: Die beobachteten Vorteile stammen von der unbeabsichtigten Kalorienreduktion, nicht vom Fastenrhythmus selbst.
Experten streiten über Aussagekraft
Die Veröffentlichung entfacht eine neue Debatte in der Fachwelt. Während Cochrane-Deutschland-Direktor Jörg Meerpohl die robuste Methodik lobt, verweist er auf Unsicherheiten in den Einzelstudien. „Es handelt sich eher um Hinweise als um endgültige Beweise“, so seine Einschätzung.
Kritiker sehen größere Mängel. Annette Schürmann vom Deutschen Zentrum für Diabetesforschung bemängelt, dass in der Analyse zu unterschiedliche Fasten-Methoden – wie 16:8 und 5:2 – zusammengewürfelt wurden. „Das schmälert die Aussagekraft“, so die Expertin. Andere Kommentatoren halten den gesamten Hype um das Intervallfasten für wissenschaftlich nie ausreichend belegt.
Was bedeutet das für Abnehmwillige?
Die einfache Botschaft lautet: Es gibt keine Wunderlösung. Intervallfasten ist nicht schlechter, aber auch nicht besser als andere Diäten. Für manche Menschen kann der feste Zeitrahmen eine hilfreiche Struktur bieten, um weniger zu essen. Für andere passt eine kontinuierliche, moderate Kalorienreduktion besser.
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Die Wahl der richtigen Strategie bleibt eine individuelle Entscheidung. Die Cochrane-Autoren betonen, dass eine allgemeine Empfehlung für eine bestimmte Diätform derzeit schwierig ist. Der Fokus sollte auf der Energiebilanz liegen – ob mit oder ohne Essenspause.
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