Immobilienpreise, Deutschland

Immobilienpreise steigen vierteljährlich – und ziehen weiter an

07.03.2026 - 02:39:26 | boerse-global.de

Immobilienpreise in Deutschland steigen vierteljährlich und sollen laut Analystenprognose auch in den kommenden Jahren die Inflation deutlich übertreffen. Der Markt zeigt sich erholt, bleibt aber anfällig.

Immobilienpreise steigen vierteljährlich – und ziehen weiter an - Foto: über boerse-global.de
Immobilienpreise steigen vierteljährlich – und ziehen weiter an - Foto: über boerse-global.de

Deutsche Wohnimmobilien verteuern sich zum vierten Mal in Folge. Eine neue Prognose sagt nun voraus: Die Preise werden auch in den kommenden Jahren kräftig steigen und die Inflation deutlich übertreffen. Für Kaufinteressenten wird die Lage damit planbarer – aber auch teurer.

Analysten sehen klare Aufwärtsfahrt

Die jüngste Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter führenden Immobilienanalysten liefert klare Signale. Demnach werden sich Wohnimmobilien in diesem Jahr um durchschnittlich 3,3 Prozent verteuern. Für 2027 und 2028 prognostizieren die Experten jeweils ein weiteres Plus von 3,0 Prozent.

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Diese Wachstumsraten liegen deutlich über der erwarteten allgemeinen Inflationsrate von rund zwei Prozent. Der Markt hat sich damit endgültig von seinem Tiefpunkt Anfang 2024 erholt. Seitdem legten die Preise bereits um knapp sechs Prozent zu.

Doch die Erholung bleibt fragil. Geopolitische Risiken, eine leicht steigende Arbeitslosigkeit und langsameres Lohnwachstum sorgen weiter für Zurückhaltung bei potenziellen Käufern.

Amtliche Statistik bestätigt den Trend

Die Prognosen bauen auf einem soliden Fundament auf. Offizielle Daten des Statistischen Bundesamtes belegen den vierten Preisanstieg in Folge im Vorjahresvergleich. Zuletzt lag das Plus bei durchschnittlich 3,3 Prozent.

Besonders dynamisch entwickelten sich Eigentumswohnungen in Städten. In kreisfreien Großstädten mussten Käufer zuletzt fünf Prozent mehr zahlen. Selbst in ländlichen Gebieten setzte sich der Aufwärtstrend fort, wenn auch mit etwas geringeren Raten.

Der Preisauftrieb ist damit kein rein urbanes Phänomen mehr, sondern erfasst weite Teile des Landes.

Kurzfristig zeigt der Markt zwei Gesichter

Trotz des klaren Langfristtrends liefert die kurzfristige Betrachtung ein differenzierteres Bild. Der aktuelle Europace Hauspreisindex (EPX) markierte im Februar den dritten leichten Rückgang in Folge.

Verantwortlich ist vor allem der Neubausektor. Die Preise für neue Ein- und Zweifamilienhäuser fielen. Im Gegensatz dazu stiegen bestehende Eigentumswohnungen leicht an. Das aktuelle Marktwachstum findet primär im Bestand statt, während der Neubau selektiv unter Druck steht.

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Wer auf breite Preisrückgänge hofft, wird angesichts der fundamentalen Angebotsknappheit aber enttäuscht. Das Marktumfeld ist fordernd, aber insgesamt planbarer geworden.

Was treibt die Preise an?

Die treibenden Kräfte sind vielschichtig. Ein zentraler Faktor bleibt der massive Wohnraummangel. Experten beziffern die Lücke an fehlenden Wohnungen auf bis zu 1,4 Millionen Einheiten.

Gleichzeitig spielt die Zinspolitik eine entscheidende Rolle. Analysten gehen davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen vorerst stabil hält. Doch geopolitische Spannungen und schwankende Ölpreise sorgen für Unsicherheit an den Finanzmärkten.

Diese Mischung aus steigenden Preisen und unsicheren Finanzierungsbedingungen macht die Erschwinglichkeit zum Dauerproblem. Zehn von zwölf befragten Analysten erwarten, dass Immobilien für Erstkäufer im kommenden Jahr noch schwerer zu finanzieren sein werden.

Wohin führt die Reise für Käufer und Mieter?

Für die kommenden Jahre zeichnet sich eine Verfestigung der aktuellen Verhältnisse ab. Das Durchschnittsalter von Erstkäufern dürfte aufgrund der hohen Einstiegshürden weiter steigen. Für viele Durchschnittsverdiener wird der Traum vom Eigenheim ohne Erbschaft oder erhebliche Rücklagen kaum stemmbar.

Gleichzeitig hat diese Entwicklung direkte Auswirkungen auf den Mietmarkt. Da vielen der Weg ins Eigenheim verwehrt bleibt, weichen sie auf den Mietsektor aus. Die anhaltend hohe Nachfrage trifft auf ein begrenztes Angebot.

Experten gehen davon aus, dass die Mieten auf hohem Niveau verbleiben oder in Ballungsräumen sogar noch schneller steigen könnten als die Kaufpreise. Für wohnungspolitische Akteure wird die Suche nach Lösungen für den gesamten Wohnungsmarkt damit immer dringlicher.

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