Immobilienpreise, Neubau-Krise

Immobilienpreise steigen trotz Neubau-Krise

13.02.2026 - 19:23:12

Deutsche Wohnimmobilien verteuerten sich 2025 im Schnitt um 4,2 Prozent, angetrieben von Metropolen und Mehrfamilienhäusern. Gleichzeitig erreicht der Neubau ein historisches Tief, was das Marktparadox verstärkt.

Deutsche Wohnimmobilien verteuerten sich 2025 um durchschnittlich 4,2 Prozent. Das zeigen neue Daten des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP). Gleichzeitig steckt der Neubau in einer tiefen Krise – ein Widerspruch, der den Markt prägt.

Zinsen geben Planungssicherheit

Die Inflationsrate lag im Januar bei 2,1 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) beließ die Leitzinsen zwar zuletzt unverändert, doch die Märkte spekulieren auf künftige Senkungen. Bauzinsen für zehnjährige Darlehen bewegen sich derzeit stabil zwischen 3,6 und 4,2 Prozent. Diese Stabilität gibt Käufern wieder mehr Planungssicherheit nach den turbulenten Anstiegen der Vorjahre.

Metropolen und Mehrfamilienhäuser treiben Preise

Der VDP-Bericht offenbart deutliche Unterschiede:
* Mehrfamilienhäuser legten mit 5,3 Prozent am stärksten zu.
* Selbstgenutztes Wohneigentum (Einfamilienhäuser, Eigentumswohnungen) wurde im Schnitt 3,0 Prozent teurer.
* In den Metropolen stiegen die Preise um 4,7 Prozent. Frankfurt (5,7 %) und Stuttgart (2,2 %) markieren die Spanne.

„Der andauernde Mangel an Wohnraum treibt die Preise“, sagt VDP-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt.

Neubau bricht dramatisch ein

Während Bestandsimmobilien teurer werden, steckt der Neubau in der Krise. Hohe Baukosten, Fachkräftemangel und die Nachwirkungen der Zinswende bremsen den Sektor massiv. Das ifo-Institut rechnet für 2026 mit nur noch 175.000 fertiggestellten Wohnungen. Das wäre ein Rückgang von über 40 Prozent gegenüber 2022. Das Regierungsziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr rückt in weite Ferne.

Warum steigen die Preise trotzdem?

Das Paradox erklärt sich durch ein fundamentales Ungleichgewicht: Die nachlassende Inflation und stabileren Zinsen wecken die Kaufnachfrage wieder. Gleichzeitig trifft diese Nachfrage auf ein historisch niedriges Neubauangebot. Die resultierende Knappheit treibt die Preise für bestehende Immobilien. Experten fordern daher vereinfachte Bauvorschriften und gezielte Förderprogramme, um mehr Wohnungen zu bauen.

Was kommt auf Käufer zu?

Für Kaufinteressenten heißt das: Die Finanzierung wird günstiger, der Wettbewerb um gute Objekte bleibt hart.

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Was kommt auf Käufer zu?

Für 2026 erwarten Analysten ein moderates Preiswachstum, besonders in gefragten Lagen. Eine Rückkehr zur Preisexplosion der Nullzinsphase gilt als unwahrscheinlich. Die nächste EZB-Entscheidung im März wird die weitere Zinsrichtung weisen. Langfristig bleibt die größte Hürde das Angebotsdefizit. Für Kaufinteressenten heißt das: Die Finanzierung wird günstiger, der Wettbewerb um gute Objekte bleibt hart.

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