Immobilienpreise, Wohnimmobilien

Immobilienpreise steigen erstmals seit 2022 wieder

26.03.2026 - 07:19:12 | boerse-global.de

Deutsche Wohnimmobilien legten 2025 nach zwei Jahren des Preisverfalls wieder zu. Die Stabilisierung wird von moderaten Bauzinsen und hoher Nachfrage getragen, wobei ländliche Regionen stärker zulegen.

Immobilienpreise steigen erstmals seit 2022 wieder - Foto: über boerse-global.de

Wohnimmobilien in Deutschland haben 2025 im Schnitt 3,2 Prozent an Wert gewonnen. Das teilte das Statistische Bundesamt mit und bestätigt damit eine Trendwende am Markt. Nach den Preisrückgängen der Vorjahre deutet sich nun eine Phase der Stabilisierung an.

Die Kehrtwende ist da

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der Häuserpreisindex stieg im vierten Quartal 2025 zum fünften Mal in Folge im Jahresvergleich – diesmal um 3,0 Prozent. Gegenüber dem Vorquartal legten die Preise minimal um 0,1 Prozent zu. Damit ist die Talfahrt der Jahre 2023 (minus 8,4 Prozent) und 2024 (minus 1,5 Prozent) offiziell beendet. Marktbeobachter werten dies als Anpassung an neue wirtschaftliche Rahmenbedingungen.

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Wo die Preise am stärksten zulegen

Die Erholung verläuft regional höchst unterschiedlich. Die größten Sprünge machten im vierten Quartal ländliche Kreise: Für Eigentumswohnungen mussten Käufer dort 5,4 Prozent mehr hinlegen als im Vorjahr. Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich um 3,2 Prozent.

In Großstädten außerhalb der Top-Metropolen stiegen die Preise für Wohnungen um 4,8 Prozent. In den sieben größten Städten – Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf – fiel das Plus mit 2,1 Prozent bei Wohnungen und 1,5 Prozent bei Häusern moderater aus. Interessant: Im Vergleich zum dritten Quartal 2025 sanken die Preise in den Metropolen um 1,6 Prozent, während sie auf dem Land um 2,6 Prozent anzogen.

Was treibt die Preise an?

Mehrere Faktoren spielen zusammen. Ein zentraler Punkt sind die stabilisierten Bauzinsen. Nach Leitzinssenkungen der EZB bewegen sich die Finanzierungskosten derzeit auf einem moderaten Niveau von etwa 3,6 bis 4,0 Prozent. Das macht Käufe wieder planbarer.

Gleichzeitig bleibt die Nachfrage enorm. Das Angebot an neuem Wohnraum hält mit dem Bedarf nicht Schritt. Eine aktuelle Umfrage unterstreicht den Eigentumswunsch: 92 Prozent der 18- bis 29-Jährigen möchten irgendwann eine eigene Immobilie besitzen. Diese Kombination aus knappem Angebot und hoher Nachfrage stützt die Preise.

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Energieeffizienz wird zum entscheidenden Faktor

Ein moderner Energieausweis wirkt sich immer direkter auf den Kaufpreis aus. Gut sanierte Objekte mit niedrigen Betriebskosten erzielen deutliche Aufschläge. Unsanierte Häuser mit hohem Investitionsbedarf dagegen sind schwerer verkäuflich. Käufer rechnen die künftigen Sanierungskosten heute genau gegen.

Wie geht es 2026 weiter?

Experten rechnen mit einer Fortsetzung des moderaten Aufwärtstrends. Der Bundesverband der Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) prognostiziert für selbstgenutzte Immobilien einen Preisanstieg von rund 3,1 Prozent. Andere Analysen sehen ein Plus von 3 bis 3,5 Prozent.

Das Wachstum wird sich weiterhin regional stark unterscheiden. In gefragten Metropolregionen sind höhere Zuwächse möglich als in strukturschwächeren Gegenden. Der Markt hat sich von den spekulativen Boomjahren verabschiedet – Stabilität und moderate Wertsteigerungen sind das neue Normal.

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