Hafer im Zwielicht: Studie zeigt Nutzen, Behörde warnt vor Risiken
20.02.2026 - 03:23:11 | boerse-global.deHaferflocken senken den Cholesterinspiegel in Rekordzeit – doch in Haferdrinks lauern Schimmelpifzgifte. Zwei neue Studien zeigen die zwei Gesichter des beliebten Getreides.
BfR warnt vor Schadstoffen in Pflanzendrinks
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat diese Woche eine aktualisierte Risikobewertung zu Mykotoxinen in pflanzlichen Drinks veröffentlicht. Diese Schimmelpilzgifte können als Verunreinigung in Rohstoffen wie Getreide vorkommen und so in verarbeitete Produkte wie Haferdrinks gelangen.
Eine Untersuchung von 162 Proben am Markt ergab Spuren von Toxinen wie Aflatoxin B1. Besonders im Fokus stehen Kleinkinder, die im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht größere Mengen aufnehmen. Eine langfristige Belastung kann mit Nieren- und Leberschäden in Verbindung gebracht werden. Das BfR fordert eine lückenlose Überwachung der gesamten Produktionskette.
Bonner Studie: Zwei Hafertage, langanhaltender Effekt
Fast zeitgleich liefert die Universität Bonn positive Nachrichten. Ihre in Nature Communications veröffentlichte Studie zeigt: Eine intensive, zweitägige Haferkur kann den Cholesterinspiegel bei Menschen mit metabolischem Syndrom stark senken.
Die Teilnehmer konsumierten an zwei Tagen eine kalorienreduzierte Kost, die hauptsächlich aus 300 Gramm Haferflocken bestand. Der positive Effekt auf die Cholesterinwerte war sogar noch sechs Wochen nach der kurzen Diät messbar. Die Forscher vermuten eine positive Veränderung der Darmmikroorganismen als Ursache.
Beta-Glucan: Der bewährte Wirkstoff im Hafer
Unbestritten bleibt die wissenschaftliche Basis für die klassischen Vorteile von Hafer. Verantwortlich ist vor allem der lösliche Ballaststoff Beta-Glucan.
Studien belegen, dass Beta-Glucan den Blutzuckeranstieg nach Mahlzeiten verlangsamt – ein Vorteil für Diabetiker. Zudem wirkt er präbiotisch, ernährt also nützliche Darmbakterien und stärkt so Verdauung und Immunsystem. Der hohe Ballaststoffgehalt sorgt für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl.
Die Qualität macht den Unterschied
Die gegensätzlichen Meldungen zeigen ein Prinzip der modernen Ernährung: Ein Lebensmittel ist selten pauschal gut oder schlecht. Die positiven Effekte der Studie wurden mit einer hohen Dosis reiner Haferflocken erzielt. Die potenziellen Risiken betreffen hingegen industriell verarbeitete Produkte.
Für Verbraucher heißt das: Eine Schale Porridge aus ganzen Flocken fördert nachweislich die Gesundheit. Bei stark verarbeiteten Alternativprodukten kommt es auf die Sorgfalt der Hersteller an. Beide Forschungslinien unterstreichen die zentrale Rolle des Darmmikrobioms.
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Hafertage als Therapie der Zukunft?
Die Bonner Ergebnisse könnten einer alten Methode neuen Schwung verleihen. Gezielte „Hafertage“ wurden bereits Anfang des 20. Jahrhunderts zur Diabetes-Behandlung eingesetzt. Jetzt regen die Forscher an, zu prüfen, ob wiederholte Kurzzeit-Kuren dauerhaft vorbeugen können.
Gleichzeitig dürften die BfR-Erkenntnisse zu strengeren Kontrollen für pflanzliche Milchalternativen führen. Die Zukunft der Forschung liegt darin, die positiven Eigenschaften von Hafer durch optimierte Verarbeitung zu maximieren – und die Risiken zu minimieren.
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