Grafikkarten-Markt, Preisschock

Grafikkarten-Markt im Preisschock: KI-Boom treibt Preise in die Höhe

20.02.2026 - 19:09:12 | boerse-global.de

Der KI-Bedarf treibt Grafikkartenpreise weltweit um bis zu 25% in die Höhe. Während Nvidia und AMD kämpfen, profitiert Intel durch Preisstabilität und ein leistungssteigerndes Software-Update.

Die Preise für Grafikkarten sind im ersten Quartal 2026 weltweit explodiert. Eine durchschnittliche Preissteigerung von 15 Prozent seit November 2025 belastet Gamer und PC-Bauer. Verantwortlich ist der unersättliche Hunger der KI-Industrie nach Hochleistungs-Speicherchips, der die Lieferketten leerfegt und die Komponentenkosten in die Höhe treibt. Während Nvidia und AMD mit den Folgen kämpfen, könnte Intel zum unerwarteten Gewinner der Krise werden.

Nvidia: Strategische Verknappung zugunsten der KI

Die heftigsten Preissprünge verzeichnet Nvidias High-End der GeForce RTX 50-Serie. Das Flaggschiff RTX 5090 liegt auf dem Graumarkt häufig Tausende Euro über der UVP, mit Medianpreisen um 3.400 Euro. Auch die RTX 5080, eigentlich für etwa 900 Euro konzipiert, kostet mittlerweile oft über 1.100 Euro.

Die Verknappung trifft auch die Mittelklasse: Die RTX 5070 Ti ist seit Ende 2025 um 25 Prozent teurer geworden. Branchenkenner deuten dies als strategischen Schachzug. Nvidia soll die Produktion von Gaming-Karten zugunsten der hochprofitablen KI-Beschleuniger wie H100 oder A100 drosseln, deren eigene Preise zuletzt um 20 Prozent pro Monat stiegen. Selbst Einsteigermodelle wie die RTX 5050 und 5060 verteuerten sich global um 9 bis 13 Prozent.

AMD: Erste Anzeichen von Kunden-Widerstand

AMDs Radeon RX 9000-Serie kam mit moderateren Steigerungen von 7 bis 14 Prozent durch die Krise. Doch jetzt mehren sich Signale, dass die Schmerzgrenze der Käufer erreicht ist. Aktuelle Daten aus Japan vom 20. Februar 2026 zeigen: Nach anfänglichen Preissprüngen von bis zu 40 Prozent Ende 2025 mussten Händler die Preise für Modelle wie die RX 9070 XT und RX 9060 XT um 15 bis 20 Prozent senken – gedrückt von nachlassender Nachfrage.

Ist das ein regionales Phänomen oder ein Vorbote für den globalen Markt? Sollte sich dieser Trend ausweiten, könnte er eine längst überfällige Marktkorrektur einleiten und den Preisdruck bremsen.

Intel: Software-Update schafft Überraschungseffekt

Während die Konkurrenz mit Lieferengpässen kämpft, punktet Intel mit einem cleveren Software-Coup. Ein Treiber-Update Mitte Februar brachte die XeSS 3 Multi-Frame Generation (MFG) Technologie für die gesamte moderne Arc-GPU-Palette – inklusive der neuen „Battlemage“-B-Serie und älterer Modelle.

Der Effekt ist enorm: In unterstützten Spielen steigert die Technologie die Bildrate um über 200 Prozent. Preisstabile Einsteigerkarten wie die Arc B580 werden so zur echten Alternative zu teureren Modellen der Konkurrenz. Einige Intel-Modelle wie die Arc B570 wurden in bestimmten Regionen sogar günstiger. Diese Kombination aus stabilen Preisen und softwaregetriebenem Performance-Schub macht Intel zum attraktiven Preis-Leistungs-Tipp in einem aufgeheizten Markt.

Hintergrund: Der Speicher wird zum Kostentreiber

Die aktuelle Marktlage ist fundamental vom KI-Boom geprägt. Der Preis für Video-RAM (VRAM) macht inzwischen über 80 Prozent der Materialkosten einer High-End-Grafikkarte aus. Da weder Nvidia noch AMD für 2026 neue Gaming-Architekturen ankündigten, wird die aktuelle Produktpalette den Markt noch länger dominieren.

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Analysten gehen von weiteren geplanten Preiserhöhungen der großen Hersteller aus. Die entscheidende Variable bleibt die Kaufbereitschaft der Gamer. Wird der Widerstand aus Japan zum globalen Trend, könnte das die Preisspirale stoppen. Bis dahin navigieren Käufer durch ein schwieriges Terrain: Die High-End-Sparte ist ein „Pay-to-Play“-Markt, die Mittelklasse wird knapp und überteuert. In dieser Lage bietet Intels Fokus auf Software und Preisstabilität vielen PC-Bauern eine willkommene Alternative.

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