Gold: Historischer Ausverkauf
23.03.2026 - 08:16:42 | boerse-global.deGold verliert seine Rolle als sicherer Hafen. Inmitten eskalierender Spannungen im Nahen Osten werfen Anleger das Edelmetall massenhaft aus den Depots, um Liquidität für Verluste in anderen Anlageklassen zu generieren. Ein gefährlicher Mix aus explodierenden Energiekosten und einem starken US-Dollar beschleunigt die Abwärtsspirale.
Der Preis für die Feinunze rutschte am Montag zeitweise um rund vier Prozent ab und unterschritt die psychologisch wichtige Marke von 4.400 US-Dollar. Marktbeobachter sprechen von einer massiven Bereinigung, nachdem Gold bereits die schlechteste Woche seit über 40 Jahren hinter sich hat. Auslöser der aktuellen Verkäufe ist unter anderem ein 48-Stunden-Ultimatum von Donald Trump bezüglich der Straße von Hormus. Die Angst vor einem massiven Energie-Schock zwingt Investoren dazu, ihre liquidesten Bestände zu versilbern, um Margin Calls in anderen Portfolioteilen zu bedienen.
Minenwerte unter massivem Druck
Besonders hart trifft der Preissturz die Goldförderer. Der VanEck Gold Miners ETF verlor innerhalb von weniger als drei Wochen fast 30 Prozent an Wert – die schlechteste monatliche Performance seit der Finanzkrise 2008. Die Unternehmen stecken in einer Zange: Während der Wert ihrer Förderung sinkt, schießen die Betriebskosten in die Höhe. Allein die Preise für Diesel, ein zentraler Faktor im Bergbau, kletterten seit Ausbruch des regionalen Konflikts um 61 Prozent. Branchenschwergewichte wie Newmont gerieten zuletzt mit Abschlägen von über sieben Prozent unter erheblichen Verkaufsdruck.
Technische Lage und Zinswende
Charttechnisch hat sich das Bild drastisch eingetrübt. Mit dem Fall unter die Unterstützung bei 4.500 US-Dollar und einem Rückgang von mehr als 20 Prozent gegenüber den Rekordhochs vom Januar befindet sich Gold nun offiziell in einem technischen Bärenmarkt. Die nächste relevante Haltelinie wird erst im Bereich der 200-Tage-Linie bei etwa 4.154 US-Dollar erwartet. Momentum-Indikatoren signalisieren derzeit keine Bodenbildung, da der Markt primär von Zwangsliquidationen getrieben wird.
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Gleichzeitig verschiebt sich die Erwartung an die US-Notenbank Fed. Angesichts steigender Ölpreise, die Richtung 110 US-Dollar pro Barrel tendieren, rücken Zinssenkungen in weite Ferne. Erste Marktteilnehmer preisen laut aktuellen Daten sogar eine geringe Wahrscheinlichkeit für erneute Zinserhöhungen im Jahr 2026 ein. Dies stellt einen scharfen Kontrast zum zuvor erwarteten Lockerungszyklus dar und belastet das zinslose Edelmetall zusätzlich.
Solange der US-Dollar seine Stärke beibehält und die geopolitischen Spannungen nicht nachlassen, bleibt das Erholungspotenzial begrenzt. Das Ende des Ultimatums zur Straße von Hormus wird in den kommenden Stunden über die kurzfristige Volatilität entscheiden.
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