Gewerkschaften, Offensive

Gewerkschaften starten Offensive für mehr Mitbestimmung

25.01.2026 - 01:01:11

IG BAU, DGB und ver.di mobilisieren mit Betriebsratswahlen, Tarifkämpfen und politischen Initiativen, um Arbeitnehmerrechte zu stärken und den Acht-Stunden-Tag zu verteidigen.

Deutsche Gewerkschaften gehen mit einer konzertierten Offensive gegen die Erosion der Tarifbindung vor. Mit Betriebsratswahlen, Tarifkonflikten und sozialpolitischen Debatten steht ein arbeitspolitisches Schwerjahr bevor.

Die Initiativen von IG BAU, DGB und ver.di zielen darauf ab, die Position der Arbeitnehmer nachhaltig zu stärken. Hintergrund ist eine seit Jahren sinkende Tarifbindung. Laut DGB waren 2023 nur noch knapp die Hälfte aller Beschäftigten tarifgebunden – mit einem deutlichen Gefälle zwischen West (51 Prozent) und Ost (45 Prozent). Die Gewerkschaften wollen diesen Trend nun umkehren.

IG BAU mobilisiert für starke Betriebsräte

Ein zentraler Hebel ist die betriebliche Mitbestimmung. Die IG BAU hat eine umfassende Informationskampagne gestartet, um Beschäftigte zur Teilnahme an den anstehenden Betriebsratswahlen 2026 zu motivieren. Die Gewerkschaft betont: Starke Betriebsräte sind kein Selbstläufer, sondern erfordern aktives Engagement.

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DGB stellt sich gegen Aufweichung des Acht-Stunden-Tags

Auf der politischen Bühne bezieht der Deutsche Gewerkschaftsbund klare Position. DGB-Chefin Yasmin Fahimi kündigte an, bis Sommer ein eigenes Rentenkonzept vorzulegen. Es soll ein Gegenpol zu den aus Gewerkschaftssicht vorherrschenden „Verzichtserzählungen“ sein.

Besonders deutlich positioniert sich der DGB gegen Forderungen von Arbeitgeberseite nach einer Flexibilisierung der Wochenarbeitszeit. Eine Abkehr vom bewährten Acht-Stunden-Tag werde man entschieden bekämpfen. Bewährte Arbeitnehmerrechte stünden nicht zur Disposition.

Ver.di erhöht Druck mit Warnstreiks an Kliniken

Dass zur Interessenvertretung auch klassische Kampfmittel gehören, zeigt ein aktueller Aufruf von ver.di. Die Gewerkschaft hat für den 27. Januar zu einem bundesweiten Branchenstreiktag an 22 Universitätskliniken aufgerufen.

Hintergrund ist das aus Gewerkschaftssicht völlig unzureichende Angebot der Arbeitgeber in den laufenden Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder. Der Warnstreik soll den Druck erhöhen. Die Notfallversorgung in den Kliniken bleibt dabei gewährleistet.

Mehrgleisige Strategie vor der Bewährungsprobe

Die parallelen Initiativen zeigen eine mehrgleisige Strategie: Stärkung der betrieblichen Basis, Nutzung tariflicher Druckmittel und klare politische Positionierung.

Die kommenden Monate werden die Wirksamkeit dieses Ansatzes zeigen. Die Betriebsratswahlen 2026 werden ein Stimmungsbild der betrieblichen Demokratie liefern. Der Ausgang der Tarifrunde im öffentlichen Dienst reflektiert die Verhandlungsmacht der Gewerkschaften. Und die Debatten um Rente und Arbeitszeit werden zeigen, ob es gelingt, bewährte Schutzstandards zu verteidigen. Für die Zukunft der Arbeitswelt in Deutschland sind das zentrale Weichenstellungen.

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