Gehirn reift bis weit in die 30er Jahre
26.02.2026 - 11:54:32 | boerse-global.deDas menschliche Gehirn entwickelt sich strukturell bis in die frühen 30er Jahre weiter. Das zeigt eine aktuelle großangelegte Studie, die das bisherige Verständnis der Gehirnreifung infrage stellt. Bisher gingen Wissenschaftler davon aus, dass die Entwicklung mit etwa 25 Jahren abgeschlossen ist.
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Fünf Phasen statt eines Endpunkts
Forscher analysierten tausende Gehirnscans von Menschen zwischen null und 90 Jahren. Sie identifizierten fünf zentrale Epochen, die durch vier Wendepunkte getrennt sind. Die erste Phase von der Geburt bis etwa neun Jahre ist geprägt von der Bildung und anschließenden Reduzierung von Synapsen.
Daran schließt sich eine lange Jugendphase an, die bis circa 32 Jahre andauert. In dieser Zeit optimiert das Gehirn die Kommunikation zwischen verschiedenen Regionen. Erst mit dem Wendepunkt um das 32. Lebensjahr tritt es in seine längste stabile Phase ein, die bis etwa 66 Jahre andauert.
Was bedeutet Neuroplastizität?
Die fortgesetzte Entwicklung ist eng mit der Neuroplastizität verknüpft – der Fähigkeit des Gehirns, sich durch Erfahrungen zu verändern. Früher nahm man an, diese Anpassungsfähigkeit sei auf Kindheit und Jugend beschränkt. Heute ist belegt, dass sie ein lebenslanger Prozess ist.
Zwei Mechanismen prägen die Reifung im jungen Erwachsenenalter: das "Synaptic Pruning" und die Myelinisierung. Beim Pruning werden unnötige neuronale Verbindungen abgebaut, was die Effizienz steigert. Die Myelinisierung beschleunigt die Signalübertragung und setzt sich bis weit ins dritte Lebensjahrzehnt fort.
Biologische Grundlage für die Quarter-Life-Crisis?
Die neuen Erkenntnisse haben erhebliche Konsequenzen. Sie widerlegen den Mythos, dass die kognitive Entwicklung mit Mitte 20 stagniert. Gleichzeitig liefern sie eine biologische Grundlage für die oft als "Quarter-Life-Crisis" bezeichnete Phase der Unsicherheit bei jungen Erwachsenen.
Die fortwährende Reifung des präfrontalen Kortex bis in die 30er bedeutet: Fähigkeiten zur Emotionsregulation, Risikobewertung und Impulskontrolle reifen länger als gedacht. Das könnte erklären, warum bestimmte psychische Störungen oft im frühen Erwachsenenalter auftreten.
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Individuelle Entwicklung bleibt variabel
Experten weisen jedoch darauf hin, dass diese Studien Durchschnittswerte abbilden. Die individuelle Entwicklung des Gehirns ist hochgradig variabel. Feste biologische Wendepunkte lassen sich nicht pauschal für jeden Einzelnen festlegen.
Zukünftige Forschung wird untersuchen, wie Lebenserfahrungen, Bildung und Lebensstil die späten Reifungsphasen beeinflussen. Ein besseres Verständnis könnte helfen, Lernschwierigkeiten oder die Entstehung von Demenz besser zu verstehen. Die Erkenntnis unterstreicht die Bedeutung von lebenslangem Lernen für die Gehirngesundheit.
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