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FBI warnt vor dramatischem Anstieg von Liebesbetrug

12.02.2026 - 07:41:12

Liebesbetrug im Internet verursacht historisch hohe finanzielle Verluste. Kriminelle nutzen zunehmend künstliche Intelligenz und gefälschte Krypto-Investments, um Opfer weltweit auszunehmen.

Romance-Scams verursachen Rekordschäden in Millionenhöhe. Kriminelle nutzen zunehmend KI und Kryptowährungen für ihre betrügerischen Machenschaften.

Die US-Bundespolizei FBI und Cybersicherheitsexperten schlagen Alarm: Liebesbetrug im Internet erreicht ein neues, dramatisches Ausmaß. Passend zum Valentinstag – der Hochphase für Online-Dating – warnen Behörden vor immer raffinierteren Methoden, die Opfer emotional und finanziell ruinieren. Die Schadenssummen explodieren.

Finanzielle Verwüstung in Rekordhöhe

Die Zahlen sind erschütternd. Allein im Zuständigkeitsbereich des FBI-Büros San Francisco haben sich die Verluste durch Romance-Scams mehr als verdoppelt: von knapp 22 Millionen US-Dollar (etwa 20 Millionen Euro) 2024 auf über 40 Millionen US-Dollar (rund 37 Millionen Euro) 2025. Ein nationaler Trend.

Das FBI Boston meldete für vier Neuengland-Staaten über 700 Opfer mit einem Gesamtschaden von etwa 20 Millionen US-Dollar. Aus Florida wurden 550 Geschädigte mit 22,2 Millionen US-Dollar Verlust gemeldet, aus San Diego über 250 Opfer mit 9,6 Millionen US-Dollar. Im Schnitt verliert jedes US-Opfer etwa 15.800 Euro.

Das Problem ist global. Australien verzeichnete 2025 einen Anstieg der gestohlenen Gelder um 21,8 Prozent auf umgerechnet über 26 Millionen Euro. In Großbritannien stieg der Wert der an Betrüger gesendeten Zahlungen laut Bank TSB um 37 Prozent. Britische Opfer überweisen im Schnitt elf Zahlungen, bevor der Betrug auffliegt – ein Gesamtverlust von etwa 8.700 Euro.

KI und Krypto: Die neuen Waffen der Betrüger

Was treibt diese Explosion an? Ermittler identifizieren zwei Hauptfaktoren: Künstliche Intelligenz und Kryptowährungen. Betrüger nutzen KI-Tools, um täuschend echte Fotos, Videos und Sprachnachrichten zu generieren. Künstliche Intelligenz hilft auch beim Verfassen emotional manipulativer und grammatikalisch einwandfreier Nachrichten – selbst für internationale Banden, die Sprachbarrieren überwinden müssen.

Der zweite große Trend: Der Schwerpunkt verschiebt sich von simplen Geldbitten hin zu ausgeklügelten Krypto-Investmentbetrügen. Nach wochenlangem Vertrauensaufbau präsentiert sich der Betrüger als erfahrener Anleger und lockt das Opfer auf gefälschte Handelsplattformen. Diese zeigen angebliche Gewinne an, um zu weiteren Einzahlungen zu verleiten. Am Ende wird das Konto gesperrt, der Betrüger verschwindet – und das Geld ist weg.

Das FBI warnt eindringlich: Die Bitte um Hilfe bei Krypto-Investments von einer nur online bekannten Person ist ein riesiges Warnsignal.

So funktioniert der emotionale Raubzug

Das Herzstück des Betrugs bleibt die emotionale Manipulation. Kriminelle erstellen Fake-Profile auf Dating-Plattformen und Social Media, oft mit gestohlenen Fotos attraktiver Personen. Sie investieren Wochen oder Monate, um Vertrauen und Intimität aufzubauen. Diese Taktik des überwältigenden Aufmerksamkeits-Bombardements – „Love Bombing“ genannt – schafft eine starke emotionale Bindung.

Ein konstantes Element: Das angebliche Treffen wird immer verhindert. Dafür gibt es ausgeklügelte Ausreden: Auslandseinsatz, Militärdienst, plötzliche medizinische oder familiäre Notfälle. Ist der Haken erst gesetzt, beginnen die Geldforderungen. Zunächst klein, steigern sie sich oft zu Beträgen für Reisen, medizinische Notlagen, Geschäftsprobleme oder – immer häufiger – lukrative Investmentchancen. Betrüger drängen Opfer oft auf verschlüsselte Messenger, um die Sicherheitsteams der Dating-Plattformen zu umgehen.

Ältere Erwachsene besonders gefährdet

Grundsätzlich kann es jeden treffen. Daten zeigen jedoch, dass ältere Erwachsene überproportional betroffen sind. Laut einer Anfang Februar veröffentlichten AARP-Studie wurde fast jeder Zehnte über 50 online von einem angeblichen Partner um Geld gebeten. Besonders gefährdet ist die Altersgruppe 50 bis 64 Jahre.

Doch die Bedrohung ist allgegenwärtig. Eine neue McAfee-Studie vom 10. Februar ergab, dass jeder siebte US-Erwachsene aller Altersgruppen bereits Geld durch einen Online-Liebesbetrug verloren hat.

Der emotionale Schaden ist oft genauso verheerend wie der finanzielle Verlust. Opfer berichten von Gefühlen des Verrats, der Scham und Isolation. Diese emotionale Belastung ist ein Hauptgrund, warum viele Vorfälle nicht angezeigt werden. Die wahre Dimension des Problems dürfte weit größer sein als die offiziellen Statistiken vermuten lassen. Hinter den Betrügereien stehen häufig organisierte Banden, die wie Callcenter operieren und Opfer weltweit ins Visier nehmen.

So schützen Sie sich vor Romance-Scams

Angesichts der eskalierenden Bedrohung fordern Strafverfolgungs- und Verbraucherschutzbehörden zu äußerster Vorsicht bei Online-Bekanntschaften auf. Das FBI rät: Seien Sie skeptisch gegenüber jeder Person, die nach Geld, Kryptowährung oder persönlichen Finanzdaten fragt – besonders, wenn Sie sie nie persönlich getroffen haben.

Die wichtigsten Schutzmaßnahmen:

  • Gehen Sie langsam vor. Seien Sie misstrauisch bei schnellen Liebesgeständnissen oder Drängeln zu sofortigen Handlungen.
  • Prüfen Sie die Identität. Recherchieren Sie den Namen online und nutzen Sie die Rückwärts-Bildersuche für Profilfotos.
  • Überweisen Sie niemals Geld. Senden Sie kein Bargeld, keine Kryptowährung, keine Geschenkkarten und keine Überweisungen an eine nur online bekannte Person.
  • Beziehen Sie Vertraute ein. Betrüger isolieren ihre Opfer oft. Sprechen Sie über Ihre Online-Kontakte.
  • Seien Sie bei „Investmentchancen“ wachsam. Versprechen garantierter hoher Renditen sind ein klassisches Alarmzeichen.
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Wer glaubt, Opfer eines Romance-Scams zu sein, sollte den Kontakt sofort abbrechen und den Vorfall beim Internet Crime Complaint Center (IC3) des FBI sowie bei der genutzten Plattform melden.

@ boerse-global.de

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