Kreml, Geopolitische

EU und Kreml: Geopolitische Eiszeit belastet Österreichs Wirtschaft

26.01.2026 - 00:06:12

Die anhaltenden Sanktionen gegen Russland belasten die exportstarke österreichische Wirtschaft durch eingebrochenen Handel, hohe Energiepreise und gedämpfte Konjunkturprognosen.

Die Beziehungen zwischen der EU und Russland sind eingefroren. Diese dauerhafte „Eiszeit“ zwingt Politik und Unternehmen in Österreich zu einer schmerzhaften Neuausrichtung.

Anhaltende Sanktionen und diplomatische Spannungen erschüttern die Grundlagen der wirtschaftlichen Stabilitätsplanung. Für die exportstarke österreichische Wirtschaft ist das eine erhebliche Belastung.

Sanktionen treffen Realwirtschaft hart

Die EU-Sanktionen zielen darauf ab, Russlands Kriegsmaschinerie zu schwächen. Sie schneiden den Zugang zu westlicher Technologie und Finanzmärkten ab. Die Folge für Österreich: Der Handel mit Russland ist eingebrochen.

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  • Russland fiel als Exportziel deutlich zurück.
  • Österreichische Firmen, die noch vor Ort sind, stecken in der Falle – der Rückzug ist durch russische Gegenmaßnahmen extrem erschwert.
  • Internationale Flugverbote verschärfen die logistische Isolation weiter.

Österreich im energiepolitischen Dilemma

Die historisch hohe Abhängigkeit von russischem Gas wird zum teuren Problem. Die Umstellung auf alternative Quellen ist ein Rennen gegen Zeit und Kosten.

Die EU will russisches Gas bis spätestens Ende 2027 vollständig ersetzen. Doch die Übergangsphase belastet die heimische Industrie mit hohen Energiepreisen. Das Wirtschaftsministerium setzt nun auf eine neue Industriestrategie. Sie soll durch Investitionen in Schlüsseltechnologien die Resilienz stärken.

Neue Abhängigkeit von US-Erdgas?

Als Ersatz für russisches Gas setzt Europa massiv auf verflüssigtes Erdgas (LNG) – vor allem aus den USA. Die Importe haben sich seit 2021 fast vervierfacht.

Doch Kritiker warnen vor der nächsten Falle: Langfristige LNG-Verträge mit den USA könnten die energiepolitische Autonomie der EU aushöhlen. Statt Milliarden für Importe auszugeben, sollte Europa das Geld besser in eigene erneuerbare Energien stecken. Das würde die Sicherheit nachhaltig stärken.

Konjunktur unter Dauerdruck

Die Summe der Belastungen drückt die Wachstumsprognosen. Hohe Energiepreise, gedämpfte globale Nachfrage und anhaltende Unsicherheit bremsen die Wirtschaft aus.

Besonders heikel für Österreich: Sein wichtigster Handelspartner Deutschland schwächelt. Dessen Wachstumsprognosen für 2026 wurden bereits nach unten korrigiert. Das signalisiert dringenden Reformbedarf.

Die wirtschaftliche Eiszeit mit dem Kreml wird Europa noch lange begleiten. Eine Rückkehr zum alten Status quo ist ausgeschlossen. Für Österreich bedeutet das eine permanente Anpassung. Die Devise lautet: Lieferketten diversifizieren, die Energiewende beschleunigen und neue Märkte erschließen. Nur so lässt sich die Stabilität langfristig sichern.

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