EU-Parlament, Handelsabkommen

EU-Parlament nimmt transatlantisches Handelsabkommen wieder auf

05.02.2026 - 22:14:12

Das Europäische Parlament arbeitet an einem Abkommen, das US-Pauschalzölle gegen EU-Zollstreichungen tauscht, um Planungssicherheit für Exporteure zu schaffen.

Das Europäische Parlament hat die Arbeit an einem umfassenden Handelsabkommen mit den USA wieder aufgenommen. Dieser Schritt soll den jahrelangen Zollkonflikt beenden und europäischen Unternehmen endlich Planungssicherheit geben.

Ein Ende der Zoll-Unsicherheit?

Die Entscheidung vom 4. Februar markiert einen Wendepunkt. Nach monatelangen Verhandlungen und einer kurzzeitigen Unterbrechung zeigt Brüssel erneut den Willen, eine dauerhafte Lösung zu finden. Ziel ist es, die Phase der gegenseitigen Zollaussetzungen durch eine stabile, vertragliche Regelung zu ersetzen. Für die exportstarke deutsche Wirtschaft wäre das ein entscheidender Fortschritt.

Der lange Schatten des Stahlstreits

Der Konflikt hat tiefe Wurzeln. Auslöser waren die von der US-Regierung verhängten „Section 232“-Zölle auf Stahl und Aluminium, die mit nationalen Sicherheitsinteressen begründet wurden. Die EU antwortete mit Gegenmaßnahmen. Obwohl die Abgaben später ausgesetzt wurden, blieb die ständige Drohung ihrer Wiedereinführung. Diese Unsicherheit belastete vor allem die deutsche Metall- und Automobilindustrie.

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Kern des Deals: EU verzichtet, USA erheben Pauschalzoll

Das Abkommen basiert auf einer Grundsatzeinigung vom Sommer 2025. Sein Herzstück ist ein asymmetrischer Tausch: Die EU würde ihre Zölle auf eine breite Palette US-amerikanischer Industrieprodukte vollständig streichen. Im Gegenzug würden die USA einen pauschalen Zollsatz von 15 Prozent auf die meisten EU-Waren anwenden.

Kritiker sehen darin ein Ungleichgewicht. Befürworter argumentieren mit Pragmatismus: Der Deal verhindere einen ruinösen Handelskrieg und sichere den wichtigen Marktzugang. Für deutsche Exporteure wäre ein berechenbarer Zollsatz von 15 Prozent allemal besser als unvorhersehbare Sonderabgaben.

Politische Hürden im EU-Parlament

Die Einigung ist noch nicht in trockenen Tüchern. Die Verhandlungen waren erst Ende Januar pausiert worden – aus Protest gegen neue US-Zolldrohungen gegenüber Grönland. Nach dem Rückzug dieser Drohung konnte es weitergehen.

Im Parlament rumort es jedoch. Während einige Fraktionen eine schnelle Ratifizierung des vorliegenden Entwurfs fordern, verlangen Sozialdemokraten, Liberale und Grüne Nachbesserungen. Strittig sind vor allem der Umgang mit Zöllen auf Stahlderivate und die Frage, welche Schutzklauseln für die EU verbleiben, sollten die USA erneut einseitig handeln.

Was eine Einigung bedeuten würde

Die wirtschaftlichen Implikationen wären enorm. Für Schlüsselindustrien wie den Automobilbau, den Maschinenbau und die Landwirtschaft bräche eine Phase der Erleichterung an. In den vergangenen Jahren hatten viele Unternehmen Handelsströme umgeleitet und Investitionen verschoben, um den Zollrisiken auszuweichen.

Ein stabiles Abkommen könnte nicht nur diese Verwerfungen beheben, sondern auch die transatlantische Zusammenarbeit in anderen strategischen Feldern wie Technologie oder Klimaschutz stärken.

Der Fahrplan bis zur Ratifizierung

Mit der Wiederaufnahme der Arbeit beginnt der Endspurt. Intensive Beratungen im Handelsausschuss stehen an. Eine erste Ausschussabstimmung könnte noch im Februar folgen, die finale Entscheidung im Plenum dann im März.

Ob das Abkommen in dieser Form eine Mehrheit findet, hängt von den Kompromissen der nächsten Wochen ab. Gelingt sie, wäre der Weg für die Ratifizierung durch die EU-Mitgliedstaaten frei. Für Tausende Unternehmen an Rhein, Ruhr und darüber hinaus geht es um viel: das Ende einer langen Ära der Unsicherheit.

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