ETH Zürich: Roboter-Hunde als Blindenführer
25.01.2026 - 15:30:12Zürich – Ein Roboter-Hund, der Blinde sicher durch die Stadt führt: ETH-Forscher haben eine KI-Software entwickelt, die kommerzielle Roboterhunde zu autonomen Assistenzsystemen umwandelt. Die Technologie soll den weltweiten Mangel an ausgebildeten Blindenführhunden ausgleichen.
Kern der Entwicklung ist eine sogenannte „physische KI“. Diese kombiniert künstliche Intelligenz mit komplexer physischer Interaktion. „Das System verarbeitet Sensordaten, um seine räumliche Lage zu verstehen und auf unterschiedlichem Terrain zu navigieren“, erklärt Projektleiter Michele Magno vom D-ITET-Zentrum für projektbasiertes Lernen.
Im Gegensatz zu gängigen Rollenrobotern kann der vierbeinige „Robodog“ autonom Treppen steigen, unebenes Gelände bewältigen und dynamischen Hindernissen ausweichen. Bei einer Demonstration vor einer Delegation aus Singapur zeigte der Roboter bereits seine Beweglichkeit in Menschenmengen – ganz ohne Kollisionen.
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Vom Standardmodell zum Medizinprodukt
Die Forscher nutzen kommerzielle Roboterhunde als Basisplattform, um Kosten zu sparen. Doch die Standardmodelle sind für medizinische Zwecke ungeeignet. „Die größte Herausforderung ist derzeit die Geräuschentwicklung“, so Magno. Blinde Menschen seien auf akustische Signale angewiesen – ein lauter Roboter würde wichtige Umgebungsgeräusche übertönen.
Zudem waren die Bewegungsmuster der Standardroboter zu ungeschickt für die sensible Führungsaufgabe. Die neue KI-Software der ETH glättet den Gang und verbessert die Anpassungsfähigkeit an verschiedene Untergründe.
Antwort auf den globalen Führhundemangel
Die Entwicklung kommt zur rechten Zeit. Herkömmliche Blindenführhunde sind effektiv, aber ihre Ausbildung dauert Jahre und kostet Zehntausende Euro. Weltweit fehlen tausende speziell ausgebildete Tiere.
Die ETH-Lösung setzt auf skalierbare Technologie: Autonome Navigationsalgorithmen ermöglichen dem Roboter, seine Umgebung zu „sehen“, Gefahren zu erkennen und in Echtzeit Sicherheitsentscheidungen zu treffen. Die Software könnte künftig auf serienmäßigen Roboterplattformen eingesetzt werden.
Medizinrobotik im Aufschwung
Das Projekt ist Teil einer breiteren Initiative der ETH Zürich in der Medizinrobotik. Neben dem Roboter-Hund arbeiten Forscher an lernfähigen Exoskeletten für Gelähmte und magnetisch gesteuerten Bakterien für gezielte Medikamentenabgabe.
Branchenbeobachter sehen großes Potenzial: Die Verbindung von „physischer KI“ mit erschwinglicher Hardware könnte Serviceroboter im Gesundheitswesen deutlich beschleunigen. Noch ist der Robodog ein Prototyp – doch er zeigt, dass laufende Roboter Aufgaben übernehmen können, die bisher lebenden Assistenten vorbehalten waren.
Bis zur Marktreife bleibt noch Weg
Die Forscher betonen: Noch handelt es sich nicht um eine Plug-and-Play-Lösung. Weitere Entwicklungsschritte konzentrieren sich auf Lärmreduzierung und verbesserten Nutzerkomfort. Zudem muss das System für unvorhersehbare Alltagssituationen in städtischer Umgebung robust genug sein.
Langfristig könnte die Technologie Blinden neue Unabhängigkeit bieten – als Ergänzung zu Langstock und herkömmlichen Führhunden. Das Projekt unter der Leitung des D-ITET-Zentrums wird kontinuierlich weiterentwickelt, mit weiteren Updates bei erweiterten Softwarefähigkeiten.
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