Doomscrolling, Psyche

Doomscrolling bringt Psyche und Schlaf an Grenzen

11.03.2026 - 00:00:26 | boerse-global.de

Exzessiver Nachrichtenkonsum verdreifacht das Risiko für Selbstverletzungen und stört bei jedem Dritten den Schlaf. Besonders junge Menschen sind betroffen.

Doomscrolling bringt Psyche und Schlaf an Grenzen - Foto: über boerse-global.de
Doomscrolling bringt Psyche und Schlaf an Grenzen - Foto: über boerse-global.de

Exzessiver Nachrichtenkonsum schadet massiv der mentalen Gesundheit. Das belegen zwei aktuelle Studien aus Australien und den USA. Sie zeigen: Das zwanghafte Scrollen durch negative Meldungen – Doomscrolling – kann zu schweren psychischen Krisen führen und den Schlaf ruinieren.

Studie: Dreimal höheres Risiko für Selbstverletzungen

Eine Ende Februar veröffentlichte internationale Analyse im „Australian and New Zealand Journal of Psychiatry“ liefert alarmierende Zahlen. Ein Team um Dr. Kerri Gillespie wertete 61 Studien mit über 338.000 Teilnehmern aus. Das Ergebnis: Intensive Smartphone-Nutzer hatten ein fast dreimal so hohes Risiko für nicht-suizidale Selbstverletzungen. In dieser Gruppe lag der Anteil bei 13,6 Prozent.

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Die Forscher sehen einen direkten Zusammenhang zwischen dem ständigen Konsum von Krisennachrichten am Bildschirm und dieser digitalen Überlastung. Besonders abendliches Scrollen gilt als problematisch.

Jeder Dritte schläft wegen News schlechter

Parallel dazu zeigt eine Umfrage der American Academy of Sleep Medicine (AASM), wie sehr News den Schlaf stören. 38 Prozent der Erwachsenen geben an, dass die Informationsflut auf Smartphone oder Tablet vor dem Schlafen ihre Nachtruhe verschlechtert. Bei den 18- bis 24-Jährigen sind es sogar 46 Prozent.

Laut Schlafmedizinern täuscht das blaue Licht der Bildschirme kombiniert mit emotional aufwühlenden Inhalten die innere Uhr. Der Körper bleibt in Alarmbereitschaft, das Einschlafen wird schwer. Besorgniserregend: 26 Prozent priorisieren ihre Bildschirmzeit höher als die empfohlenen sieben Stunden Schlaf.

Paradox: Viel genutzt, wenig Freude bereitet

Warum greifen Menschen trotzdem immer wieder zum Smartphone? Eine Studie der University of Sussex vom Februar offenbart ein Paradoxon. Das Scrollen durch Social Media und Newsfeeds war die dritthäufigste und regelmäßigste Freizeitaktivität in der Untersuchung. Gleichzeitig bewerteten die Teilnehmer sie als die, die am wenigsten Freude bereitet.

Die Forscher um Professor Robin Banerjee sehen hier eine klare Diskrepanz. Statt intrinsischer Motivation folgen viele Nutzer Algorithmen – auf Kosten ihres psychischen Wohlbefindens.

Generation Z steht unter Dauerstrom

Die permanente Konfrontation mit globalen Krisen trifft junge Menschen besonders hart. Eine aktuelle YouGov-Umfrage für Swiss Life belegt: 48 Prozent der Generation Z in Deutschland berichten von einem hohen oder sehr hohen Stresspegel. Bei den Babyboomern sind es nur 20 Prozent.

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Psychologen erklären das mit dem Konzept der „Permakrise“. Das Nervensystem befindet sich heute in ständiger Alarmbereitschaft, weil das Gehirn ununterbrochen nach neuen Bedrohungen in der Informationsflut scannt. Echte Erholungsphasen fallen weg.

Digitale Hygiene als Therapie-Ansatz

Als Reaktion etablieren sich neue therapeutische Methoden. Therapeuten setzen zunehmend auf „digitale Hygiene“. Sie empfehlen feste Zeitfenster, in denen das Gehirn komplett von digitalen Reizen abgeschirmt wird. Diese „kognitiven Ausfahrten“ sollen helfen, den Zustand der Überreizung zu durchbrechen.

Auch Medienunternehmen stehen in der Pflicht. Experten raten, neben belastenden Nachrichten vermehrt konstruktive oder lösungsorientierte Geschichten zu platzieren. So soll einer kompletten Nachrichtenvermeidung durch das überforderte Publikum entgegengewirkt werden.

Trend zur bewussten Abkehr zeichnet sich ab

Die Forschung will nun klären, ob exzessiver Konsum psychische Probleme verursacht – oder ob bereits gestresste Menschen häufiger zum Smartphone greifen. Unabhängig davon zeichnet sich ein gesellschaftlicher Gegentrend ab: Das Konzept „Joy of Missing Out“ (JOMO), die bewusste und positive Abkehr von Informationsflüssen, gewinnt an Bedeutung.

Immer mehr Menschen dürften ihre digitale Nutzung hinterfragen und Technologie gezielt einsetzen, um ihre Bildschirmzeit zu begrenzen. Der Schutz der mentalen Gesundheit rückt in den Fokus.

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