DGE revolutioniert Ernährungsempfehlungen mit Nachhaltigkeitsfokus
12.02.2026 - 21:31:12Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) stellt ihre Leitlinien radikal auf den Kopf. Erstmals bewertet sie Lebensmittel nicht nur nach Gesundheitskriterien, sondern auch nach ihrer Umweltbilanz. Das Ergebnis ist ein klarer Paradigmenwechsel: Weg vom Fleisch, hin zur pflanzenbetonten Kost.
Die neuen, bereits seit 2024 gültigen Regeln empfehlen eine Ernährung, die zu mindestens 75 Prozent aus pflanzlichen Lebensmitteln besteht. Tierische Produkte sollen nur noch ein Viertel des Speiseplans ausmachen. Ziel ist es, nicht nur Volkskrankheiten vorzubeugen, sondern auch Klima und Ressourcen zu schonen.
Weniger Fleisch, mehr Hülsenfrüchte: Das sind die neuen Regeln
Die auffälligste Änderung trifft den Fleischkonsum. Statt der bisher tolerierten 300 bis 600 Gramm pro Woche gibt die DGE nun eine Obergrenze von 300 Gramm Fleisch und Wurst aus. Ein internes Berechnungsmodell sah sogar nur 120 Gramm als optimal vor.
Die weiteren Neuerungen im Überblick:
* Milchprodukte: Reduzierung auf zwei statt drei Portionen täglich
* Eier: Nur noch ein Ei pro Woche empfohlen
* Pflanzliche Fokus-Lebensmittel: Hülsenfrüchte und Nüsse werden als eigene, wichtige Kategorie etabliert
* Getreide: Klare Empfehlung für Vollkornvarianten
* Fette: Pflanzliche Öle wie Raps- oder Olivenöl werden bevorzugt
Die bekannte „5 am Tag“-Regel für Obst und Gemüse bleibt bestehen, erhält aber durch die Betonung von Bohnen, Linsen und Nüssen eine neue Dimension.
„Planetary Health“: Warum die Umwelt jetzt mitisst
Die Integration von Klima- und Umweltaspekten ist der fundamentalste Wandel in der DGE-Methodik. Ein mathematisches Optimierungsmodell brachte Gesundheitsdaten, durchschnittliche Essgewohnheiten und Faktoren wie Treibhausgasemissionen und Landverbrauch unter einen Hut.
Hintergrund ist das wissenschaftliche Konzept der „Planetary Health“. Es besagt, dass die Gesundheit des Menschen untrennbar mit der des Planeten verbunden ist. Die Produktion von Fleisch und Milch belastet Klima und Ressourcen nachweislich stärker als pflanzliche Alternativen. Die DGE argumentiert: Was gut für den Planeten ist, ist langfristig auch gut für den Menschen.
Eine Studie des Umweltbundesamtes bestätigte, dass die neuen Leitlinien die planetaren Belastungsgrenzen deutlich weniger strapazieren.
So sieht der neue Ernährungskreis aus
Für die praktische Umsetzung hat die DGE ihren bekannten Ernährungskreis überarbeitet. Er visualisiert die neuen Mengenverhältnisse auf einen Blick. Die Botschaft für den Alltag ist klar:
Die Basis jeder Mahlzeit sollten Gemüse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte bilden. Tierische Produkte wie Fleisch, Fisch oder Käse dienen nur noch als kleine Ergänzung. Die DGE rät zu Abwechslung innerhalb der pflanzlichen Lebensmittel, um alle Nährstoffe abzudecken. Wasser bleibt das empfohlene Hauptgetränk.
Kritik: Sind die Leitlinien zu pauschal?
Die Neuausrichtung folgt internationalen Vorbildern wie der „Planetary Health Diet“. Doch der radikale Kurs stößt auch auf Widerstand.
Einige Mediziner und Ernährungsexperten kritisieren die starke Gewichtung der Umweltaspekte. Sie befürchten, dass individuelle gesundheitliche Bedürfnisse in den Hintergrund treten. Konkret beanstanden sie:
* Die pauschale Reduktion des Eierkonsums
* Eine potenziell zu hohe Kohlenhydratzufuhr durch Getreide, besonders für Menschen mit Vorstufen von Diabetes
* Die mangelnde Differenzierung für sensible Gruppen wie Kinder, Senioren oder Schwangere
Die Leitlinien gelten primär für gesunde Erwachsene. Für andere Bevölkerungsgruppen sind angepasste Empfehlungen nötig.
Wenn Sie wegen der neuen DGE‑Empfehlungen Ihre Ernährung auf pflanzenbetonte Kost umstellen oder für sich und Angehörige prüfen wollen, ob Nährstoffe wie Eisen, Vitamin B12 oder Vitamin D ausreichend sind, kann ein Blick in die Blutwerte helfen. Ein kostenloser 25‑seitiger PDF‑Report erklärt verständlich, welche Laborwerte wirklich zählen und wann zusätzliche Tests sinnvoll sind. Jetzt kostenlosen Laborwerte-Report anfordern
Einfluss auf Kantinen und Politik erwartet
Die DGE-Empfehlungen sind die wissenschaftliche Grundlage für die deutsche Ernährungspolitik. Sie werden voraussichtlich großen Einfluss auf die Gemeinschaftsverpflegung in Schulen, Krankenhäusern und Betrieben nehmen.
Die Gesellschaft hat angekündigt, ihre Leitlinien regelmäßig an neue Forschungsergebnisse anzupassen. Die Debatte über die richtige Balance zwischen Gesundheit, Nachhaltigkeit und Alltagstauglichkeit ist also eröffnet – und wird uns noch lange beschäftigen.
@ boerse-global.de
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