Deutschlandticket steigt auf 63 Euro – Jobticket wird teurer
18.01.2026 - 19:03:12Der Preis für das beliebte Deutschlandticket ist zum Jahreswechsel 2026 von 58 auf 63 Euro gestiegen. Die Erhöhung um fünf Euro soll die Finanzierung des bundesweiten Nahverkehrsangebots sichern, stellt aber Millionen Arbeitgeber und ihre Personalabteilungen vor neue Herausforderungen.
Die Preisanpassung war notwendig geworden, um die gestiegenen Betriebskosten der Verkehrsunternehmen auszugleichen. Energie- und Personalkosten belasten die Kassen. Zwar fließen weiterhin jährlich drei Milliarden Euro aus Bundes- und Landesmitteln in die Subventionierung. Diese Summe reicht jedoch nicht mehr aus, um die Defizite zu decken. Für die rund 14 Millionen Nutzer bleibt das Ticket trotz des Aufschlags ein attraktives Angebot aufgrund seiner Einfachheit und der flächendeckenden Gültigkeit.
Neue Kostenstruktur für das Jobticket
Für Unternehmen, die das Ticket als Mitarbeiterbenefit anbieten, ändert sich die grundlegende Logik nicht – aber die konkreten Zahlen. Das etablierte Jobticket-Modell sieht vor: Erhält der Arbeitgeber den Gruppentarif (5% Rabatt), muss er mindestens 25% des Ticketpreises für seine Beschäftigten übernehmen.
Mit dem neuen Basispreis von 63 Euro ergeben sich folgende Zahlen:
* Einkaufspreis für Firmen: 59,85 Euro pro Monat (5% Rabatt).
* Mindestzuschuss des Arbeitgebers: 15,75 Euro (25% von 63 Euro).
* Maximale Kosten für den Mitarbeiter: 44,10 Euro.
Damit steigt der maximale Eigenanteil der Beschäftigten von bisher 40,60 Euro. Firmen, die das Ticket komplett übernehmen, zahlen nun 63 statt 58 Euro pro Kopf. Bei großen Belegschaften summiert sich diese scheinbar kleine Differenz zu einer beträchtlichen Summe.
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Personalabteilungen vor administrativer und strategischer Aufgabe
Die Preiserhöhung erfordert umgehendes Handeln in den Personal- und Gehaltsabteilungen. Mobilitätsrichtlinien müssen angepasst, Gehaltssysteme aktualisiert und die Veränderungen transparent an die Belegschaft kommuniziert werden.
Hinter dieser administrativen Pflicht verbirgt sich eine strategische Frage: Wie attraktiv ist das Jobticket im Gesamtpaket der Sozialleistungen noch? Für viele Unternehmen ist es ein Kernstück ihrer Nachhaltigkeitsstrategie, das die Umstellung vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel fördert. Die höheren Kosten könnten nun eine Neubewertung erzwingen.
Müssen die Firmen die Mehrkosten schultern, um den Benefit attraktiv zu halten? Oder geben sie sie an die Mitarbeiter weiter? Diese Entscheidung kann sich auf die Zufriedenheit und Bindung von Fachkräften auswirken, besonders in städtischen Ballungsräumen. Gleichzeitig eröffnet die Veränderung Raum für flexiblere Alternativen wie Mobilitätsbudgets oder Kooperationen mit Bike- und E-Scooter-Sharing-Anbietern.
Langfristige Finanzierung und Ausblick
Die Erhöhung auf 63 Euro ist Teil einer langfristigen Strategie. Der Bundestag hat die Finanzierung des Tickets bis 2030 gesichert, Bund und Länder stellen weiterhin je 1,5 Milliarden Euro pro Jahr bereit. Ab 2027 soll zudem eine indexbasierte Preisanpassung eingeführt werden, die sich an der Lohn- und Energiekostenentwicklung orientiert. Dies soll planbare, aber regelmäßige kleinere Anpassungen ermöglichen und abrupte Sprünge vermeiden.
Die zentrale Herausforderung für Politik und Verkehrsunternehmen bleibt, die Attraktivität des Tickets mit seiner finanziellen Tragfähigkeit in Einklang zu bringen. Für Arbeitgeber wird die Landschaft der Mobilitätsvorteile dynamischer. Das Deutschlandticket bleibt eine vergleichsweise günstige Option für bundesweite Mobilität. Sein steigender Preis könnte jedoch dazu führen, dass Unternehmen ihre Angebote diversifizieren und ihren Mitarbeitern eine breitere Palette nachhaltiger Pendel-Optionen subventionieren.
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