Chronotyp-Studie, Nachteulen

Chronotyp-Studie: Nachteulen haben deutlich höheres Herzrisiko

12.02.2026 - 11:52:12

Eine Langzeitstudie zeigt, dass Menschen mit spätem Chronotyp ein um 79 Prozent höheres Risiko für schlechte Herzwerte und ein um 16 Prozent erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse haben.

Eine neue Studie zeigt alarmierende Daten zur Herzgesundheit von Nachteulen. Menschen mit einem späten Schlafrhythmus haben ein um 79 Prozent höheres Risiko für schlechte Herzwerte. Über 14 Jahre betrachtet, steigt ihr Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall um 16 Prozent.

Die Untersuchung im Journal of the American Heart Association analysierte Daten von über 300.000 Erwachsenen. Sie verglich die Werte im Herzgesundheits-Score „Life’s Essential 8“ zwischen verschiedenen Schlaftypen. Das Ergebnis ist eindeutig: Der biologische Rhythmus beeinflusst die kardiovaskuläre Gesundheit massiv.

Sozialer Jetlag als Gesundheitsfalle

Laut Hauptautor Sina Kianersi vom Brigham and Women’s Hospital ist nicht die späte Bettzeit allein das Problem. Entscheidend sei der „soziale Jetlag“ – die ständige Diskrepanz zwischen innerer Uhr und gesellschaftlichen Anforderungen wie frühen Arbeitszeiten.

Dieser Dauerkonflikt löst eine Kaskade ungesunder Verhaltensweisen aus:
* Höhere Wahrscheinlichkeit für Tabakkonsum
* Tendenz zu unausgewogener Ernährung
* Geringere körperliche Aktivität

Der chronische Schlafmangel belastet zudem Stoffwechsel und Hormonhaushalt. Das erschwert die Kontrolle von Blutzucker und Blutdruck – zwei Schlüsselfaktoren für die Herzgesundheit.

Schlaf als achte Säule der Vorsorge bestätigt

Die American Heart Association nahm Schlaf erst 2022 als achten essenziellen Faktor in ihr Präventionsmodell auf. Die neuen Daten unterstreichen die Dringlichkeit dieser Entscheidung. Für Nachteulen wirkt sich ein gestörter Rhythmus negativ auf alle anderen sieben Faktoren aus.

Parallel verdeutlichen aktuelle Blutdruck-Daten im JAMA die Lage: Fast 80 Prozent der US-Erwachsenen mit Bluthochdruck erreichen die Zielwerte nicht. Da schlechter Schlaf den Blutdruck erhöht, entsteht für viele Nachteulen ein gefährlicher Teufelskreis.

Braucht es flexiblere Arbeitszeiten für Nachteulen?

Die Fachwelt diskutiert nun stärker personalisierte Präventionsansätze. Pauschale Ratschläge wie „Gehen Sie früher ins Bett“ helfen wenig. Stattdessen könnten Maßnahmen wie Lichttherapie am Morgen oder angepasste Essenszeiten die innere Uhr sanft justieren.

Mediziner sehen auch Arbeitgeber in der Pflicht. Flexible Arbeitszeiten würden es Nachteulen ermöglichen, ihren Alltag besser an ihren biologischen Rhythmus anzupassen. Das hätte laut Studie direkte positive Effekte auf die Herzwerte und die Lebenserwartung.

Künftig könnte die Erfassung des Chronotyps in Kliniken so routine werden wie ein Cholesterin-Check.

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Digitale Gesundheits-Apps werden voraussichtlich verstärkt Funktionen integrieren, die den Tagesablauf mit der biologischen Uhr synchronisieren. Die Botschaft ist klar: Wer seine innere Uhr ignoriert, riskiert seine Herzgesundheit – trotz aller anderen Bemühungen.

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