China verdrängt USA wieder als Deutschlands wichtigsten Handelspartner
20.02.2026 - 18:03:12 | boerse-global.de
China ist 2025 erneut Deutschlands wichtigster Handelspartner geworden. Die USA wurden nach nur einem Jahr an der Spitze verdrängt. Das belegen neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Hinter dem Wechsel steckt eine alarmierende Entwicklung: Ein Rekorddefizit im Handel mit der Volksrepublik.
Der Warenaustausch mit China erreichte ein Volumen von 251,8 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 2,1 Prozent. Der Handel mit den USA schrumpfte dagegen um 5,0 Prozent auf 240,5 Milliarden Euro. Die Rückkehr Chinas an die Spitze setzt eine langjährige Tradition fort. Schon von 2016 bis 2023 war das Land der wichtigste Partner.
Rekorddefizit: Deutschland importiert doppelt so viel wie es exportiert
Die neuen Daten offenbaren eine gefährliche Schieflage. Die Importe aus China stiegen kräftig um 8,8 Prozent auf 170,6 Milliarden Euro. Gleichzeitig brachen die deutschen Exporte dorthin um 9,7 Prozent ein. Sie liegen jetzt bei nur noch 81,3 Milliarden Euro.
Die Folge: Das Handelsdefizit mit China erreicht einen historischen Höchststand. Mit 89,3 Milliarden Euro ist es um 22,4 Milliarden Euro gewachsen. Deutschland importiert damit wertmäßig mehr als doppelt so viel, wie es nach China verkauft. In der Rangliste der wichtigsten Abnehmerländer fiel China auf Platz sechs zurück.
Elektronik und Maschinen treiben Import-Boom an
Was kommt aus China? Vor allem Hightech-Produkte. Den größten Posten machen Datenverarbeitungsgeräte sowie elektrische und optische Erzeugnisse aus. Ihr Wert stieg auf 50,9 Milliarden Euro. Noch dynamischer wuchsen die Importe elektrischer Ausrüstungen (+14,8 % auf 32,8 Mrd. Euro) und von Maschinen (+11,6 % auf 13,9 Mrd. Euro).
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Diese Zahlen unterstreichen Chinas Rolle als globale Werkbank für Schlüsseltechnologien. Sie zeigen aber auch die wachsende Abhängigkeit deutscher Industrien von chinesischen Zulieferungen. Die tiefe Verflechtung in globale Lieferketten wird zum Risiko.
USA bleiben wichtigster Absatzmarkt für „Made in Germany“
Trotz des Rückgangs im Gesamthandel sind die USA der mit Abstand wichtigste Exportmarkt. Deutsche Firmen lieferten 2025 Waren im Wert von 146,2 Milliarden Euro dorthin. Allerdings bedeutet auch das einen deutlichen Rückgang um 9,4 Prozent.
Besonders hart traf es die deutsche Automobilbranche. Die Exporte von Fahrzeugen und Teilen in die USA brachen um 17,8 Prozent ein. Gleichzeitig stiegen die amerikanischen Lieferungen nach Deutschland um 2,7 Prozent. Der deutsche Exportüberschuss mit den USA schrumpft also.
Experten warnen vor Wettbewerbsverzerrungen
Wirtschaftsforscher sehen mehrere Gründe für die Entwicklung. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) vermutet Wettbewerbsverzerrungen durch China. Staatliche Subventionen und eine unterbewertete Währung könnten chinesischen Produkten unfaire Vorteile verschaffen.
Zudem spielt die US-Handelspolitik eine Rolle. Höhere Zölle auf chinesische Waren in Amerika könnten diese Ströme nach Europa umlenken. Das erhöht den Konkurrenzdruck für europäische Unternehmen erheblich. Die Entwicklung wird genau verfolgt – auch mit Blick auf die China-Reise von Bundeskanzler Friedrich Merz in der kommenden Woche.
Strategische Herausforderung für die deutsche Wirtschaft
Die Rückkehr Chinas an die Spitze bei gleichzeitig explodierendem Defizit ist ein Weckruf. Die Debatte um „De-Risking“ und die Diversifizierung von Lieferketten gewinnt neue Dringlichkeit. Für die exportstarke deutsche Industrie wird es überlebenswichtig, auf dem chinesischen Markt wieder wettbewerbsfähiger zu werden.
Gleichzeitig muss sie alternative Absatzmärkte erschließen. Die aktuellen Zahlen sind mehr als eine Momentaufnahme. Sie markieren eine tektonische Verschiebung im Welthandel. Die Balance zwischen Chancennutzung und Risikominderung wird zur zentralen Aufgabe der deutschen Wirtschaftspolitik.
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