ChatGPT, OpenAI

ChatGPT: OpenAI startet „Adult Mode“ für erotische Inhalte

16.02.2026 - 22:30:12

OpenAI startet einen Adult Mode für erwachsene Nutzer und testet Werbung, um die hohen Betriebskosten seiner KI zu decken. Der Schritt löst interne Kontroversen aus.

OpenAI lockert seine strengen Richtlinien und führt einen „Adult Mode“ für ChatGPT ein. Der Schritt ist Teil einer aggressiveren Monetarisierungsstrategie des KI-Pioniers.

Ab dem ersten Quartal 2026 können verifizierte erwachsene Nutzer mit ChatGPT erotische Geschichten erstellen und in reifere Rollenspiele eintauchen. Das gab CEO Sam Altman bereits Ende 2025 bekannt. Ziel sei es, „erwachsene Nutzer wie Erwachsene zu behandeln“. Gleichzeitig testet das Unternehmen seit dem 9. Februar Werbung für Nutzer der kostenlosen und günstigeren Tarife in den USA. Beide Schritte zielen darauf ab, die enormen Betriebskosten der KI zu decken.

Was der neue Modus erlaubt – und was nicht

Die neue Richtlinie soll die kreative Freiheit für Erwachsene erweitern. Erlaubt sein wird fiktionale Erotik. Explizit verboten bleibt hingegen jeglicher Inhalt, der sexuelle Gewalt oder nicht-einvernehmliche Handlungen darstellt. Die genaue Grenze zwischen beidem ist jedoch noch nicht abschließend definiert und gibt Anlass zu Diskussionen.

Zentral für die Einführung ist ein robustes Altersverifikations-System. OpenAI setzt auf Altersvorhersage-Technologie und eine 18-Plus-Prüfung durch den Identitätsdienstleister Persona. Diese technologischen Hürden sollen verhindern, dass Minderjährige Zugang zu den Inhalten erhalten. Die ursprünglich für Dezember 2025 geplante Einführung wurde verschoben.

Interne Kontroverse und Personalie

Der Kurswechsel sorgte intern für Unmut. Medienberichten zufolge verließ Ryan Beiermeister, eine Produktrichtlinien-Expertin, das Unternehmen im Januar. Sie soll nach Kritik am geplanten „Adult Mode“ entlassen worden sein. OpenAI dementiert diesen Zusammenhang und würdigt ihre Beiträge. Der Vorfall wirft dennoch ein Schlaglicht auf die ethischen Debatten im Unternehmen.

Werbung und Engagement als Geldquellen

Die Freigabe reiferer Inhalte ist eng mit der Monetarisierung verknüpft. Spannendere Inhalte könnten die Verweildauer der Nutzer deutlich erhöhen. Diese gesteigerte Aufmerksamkeit ist wertvoll: Für Free-User bedeutet sie mehr Werbeimpressionen. Andere könnten motiviert werden, auf kostenpflichtige, werbefreie Abos wie Plus oder Pro upzugraden, um alle Features zu nutzen.

Risiken und der Blick auf die Konkurrenz

OpenAI betritt mit dem Schritt kein Neuland. Andere KI-Chatbots bieten bereits ähnliche Inhalte an. Kritiker und Jugendschützer warnen jedoch vor Risiken: Könnten Minderjährige die Altersschranken umgehen? Welche psychologischen Auswirkungen hat der Umgang mit solcher KI-generierter Intimität?

Die größte Herausforderung für OpenAI wird ein Moderationssystem sein, das Kontext und Absicht versteht – und nicht nur nach Stichwörtern sucht. Auch Aufsichtsbehörden wie die US-Handelskommission FTC beobachten die Entwicklung genau. Sie haben bereits Risiken von KI für junge Nutzer untersucht.

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Die Branche blickt gespannt auf den Start vor Ende März 2026. Gelingt OpenAI der Spagat zwischen Freiheit und Sicherheit, könnte dies einen neuen Industriestandard setzen. Die kommenden Monate werden zeigen, wie der Markt reagiert und ob die Schutzvorkehrungen greifen.

@ boerse-global.de

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