Bundesregierung, Tennet

Bundesregierung steigt bei Tennet Deutschland ein

25.01.2026 - 21:01:12

Die Bundesregierung erwirbt über die KfW eine strategische Minderheitsbeteiligung am Netzbetreiber Tennet Deutschland, um die Finanzierung des dringenden Netzausbaus für die Energiewende abzusichern.

Die Bundesregierung sichert sich über die KfW eine milliardenschwere Beteiligung am Stromnetzbetreiber Tennet Deutschland. Dieser strategische Schritt soll den dringend benötigten Ausbau der Stromnetze beschleunigen und die Energiewende absichern. Damit endet eine lange Phase der Unsicherheit über die Finanzierung dieser Schlüsselprojekte.

Finanzspritze für die Stromautobahnen

Hintergrund sind die enormen Investitionen, die für den Ausbau des deutschen Höchstspannungsnetzes anstehen. Tennet muss in den kommenden Jahren einen zweistelligen Milliardenbetrag aufbringen. Die staatliche Beteiligung soll nun die finanzielle Stabilität für Großprojekte wie SuedLink und SuedOstLink garantieren.

Diese sogenannten Stromautobahnen sind das Rückgrat der Energiewende. Sie sollen Windstrom aus dem Norden zu den Industriezentren im Süden transportieren. Ohne diese leistungsstarken Leitungen drohen Netzengpässe.

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Lösung nach gescheitertem Verkauf

Die Entscheidung folgt auf monatelange Verhandlungen. Tennet Deutschland gehört dem niederländischen Staatskonzern Tennet Holding. Die Niederlande hatten klargemacht, dass sie den deutschen Netzausbau nicht allein finanzieren können oder wollen.

Ein kompletter Verkauf der Tochter an Deutschland war bereits 2024 an Haushaltsfragen gescheitert. Die neue Lösung sieht eine substanzielle Minderheitsbeteiligung durch die KfW vor.
* Im Bundeshaushalt 2026 sind rund 7,5 Milliarden Euro für den Erwerb eingeplant.
* Der Bund strebt eine Beteiligung von 25,1 Prozent an, um ein strategisches Mitspracherecht zu sichern.

Private Investoren ebneten den Weg

Bereits im September 2025 hatte Tennet eine Lösung mit internationalen Finanzinvestoren gefunden. Der niederländische Pensionsfonds APG, der norwegische Staatsfonds NBIM und der Staatsfonds GIC aus Singapur beteiligten sich mit insgesamt 9,5 Milliarden Euro und übernahmen 46 Prozent.

Die Beteiligung des Bundes ergänzt nun dieses private Engagement. Sie schafft eine stabile, gemischte Eigentümerstruktur, die langfristiges Vertrauen sichern soll. Der niederländische Staat hatte ein deutsches Interesse an einer Minderheitsbeteiligung befürwortet.

Warum der Staat jetzt eingreift

Der Schritt ist Teil eines globalen Trends, bei dem Staaten die Kontrolle über kritische Infrastrukturen verstärken. Die Energieversorgung gilt als zentral für nationale Sicherheit und Souveränität. Eine aktuelle Umfrage unter Wirtschaftsentscheidern bestätigt: Die große Mehrheit der Unternehmen sieht den Netzausbau als zentrale Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit.

Branchenanalysten bewerten den Einstieg als pragmatische Notwendigkeit. Die Summen für die Energiewende übersteigen oft die Kapazitäten rein privatwirtschaftlicher Modelle. Eine Beteiligung der KfW ermöglicht günstigere Finanzierungsbedingungen und sendet ein starkes Signal der politischen Unterstützung.

Was kommt als Nächstes?

Mit der gesicherten Finanzierung kann sich Tennet auf die operative Umsetzung konzentrieren. Die nächsten Jahre werden von intensiven Bauaktivitäten geprägt sein. Die Transaktion zwischen Tennet und der KfW soll in den kommenden Monaten formal abgeschlossen werden, sobald alle regulatorischen Zustimmungen vorliegen.

Langfristig könnte der Bund eine noch stärkere Rolle anstreben, möglicherweise im Rahmen einer übergeordneten deutschen Netzgesellschaft. Für Wirtschaft und Verbraucher bedeutet die Entscheidung vor allem mehr Sicherheit, dass die Energiewende auf einem stabilen Fundament weitergebaut wird.

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